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Bis 2020 ein Fünftel weniger Lärm

Von Der Vorstandsvorsitzende der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte, überraschte in Berlin mit einem unkonventionellen Vorschlag zum Thema Fluglärm.
Frankfurt. 

Der Vorschlag von Fraport-Chef Stefan Schulte kam überraschend: Falls die Luftverkehrssteuer abgeschafft wird, könnten die Fluggesellschaften verpflichtet werden, das gesparte Geld in die Entwicklung leiser und umweltfreundlicher Flugzeuge zu investieren. Dies schlug Schulte am Dienstag beim Verkehrsforum in Berlin vor. Bei einer Diskussion über den "Aktionsplan Verkehrslärm" kritisierte der Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Flughafenbetreibers, die Luftverkehrssteuer diene nicht der Umwelt, sie sei rein fiskalischer Natur. Der Staat könne diese Mittel für mehr Lärmschutz zur Verfügung stellen.

Allianz für Lärmschutz

Schulte nutzte das Forum um herauszustellen, welche Anstrengungen sein Unternehmen unternimmt, um den Fluglärm zu reduzieren. Er verwies auf die lärmabhängigen Entgelte in Frankfurt und die Allianz für den Lärmschutz mit 19 aktiven Schallschutzmaßnahmen. Die Palette neuer Überlegungen reiche vom steileren Landeanflug der Flugzeuge über Eindrehungen im Gleitflug, was weniger Schubgeräusche verursache, bis hin zu modernen Navigationstechniken.

Schulte bekannte sich zum in Frankfurt geltenden Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr ("Wir haben das zu akzeptieren"), verwies auf die geplante Norah-Studie zur Lärmwirkungsforschung und trat für weitere, eventuell auch staatlich geförderte Forschungen zur Lärmminderung beim Fluggerät ein. Gleichzeitig warb er für einen verständnisvollen Dialog mit Kritikern. Zum Forum Flughafen und zur Region meinte Schulte anerkennend, er sei immer wieder beeindruckt, "mit welch hoher Sachkompetenz man versuche, einen Ausgleich zu finden".

Ein anderer Frankfurter trug zu Beginn der Veranstaltung ein Fünf-Punkte-Programm im Kampf gegen den Fluglärm vor: Klaus-Peter Müller, Präsident des Verkehrsforums und Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank. Er forderte einen Grundkonsens für Mobilität und Transparenz, eine zielgerichtete Lärmverminderung durch Flottenerneuerungen, Lösungen im europäischen Verbund, eine Weiterentwicklung der Lärmwirkungs-Forschung und eine aktive Öffentliche Hand bei der Gestaltung des Ordnungsrahmens und Investitionen in Forschungspolitik. Zuvor hatte Staatssekretär Becker das Ziel der Bundesregierung ausgegeben, die Fluglärmbelastung bis 2020 um 20 Prozent zu senken.

Lob für Lufthansa

Das Verkehrsforum verweist in seinem Aktionsprogramm besonders auf die Anstrengungen der Lufthansa, die für 17 Milliarden Euro 168 leisere Flugzeuge bestellt habe. Alleine in Frankfurt seien im vergangenen Jahr 32 ältere Maschinen vorzeitig durch neues Fluggerät ersetzt worden. Lufthansa Cargo – deren Frankfurter Vorstandschef Karl-Ulrich Garnadt ebenfalls mit von der Partie war – erwartet die Auslieferung der ersten beiden Maschinen des Typs Boeing 777 in diesem Jahr.

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