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Eppsteinerin schreibt aus Liebe zum Meer: Brina Steins neues Buch erscheint nach Kreuzfahrt-Weltreise

Die Eppsteinerin hat schon sechs Werke veröffentlicht. Mit einer besonderen Erzählperspektive hat sie ihre Nische gefunden.
Die Costa Deliziosa. Foto: privat Die Costa Deliziosa.
Eppstein. 

Brina Stein hatte als Kind zwei Wünsche: Sie wollte mal ein Buch veröffentlichen und eine große Kreuzfahrt machen. Beide Träume hat sie sich längst mehr als erfüllt. Morgen erscheint bereits ihr sechstes Werk mit dem Titel „115 Tage an Tisch 10 – Wellengeflüster auf Weltreise“, und die Zahl ihrer Schiffsreisen kann sie fast nicht mehr zählen. Die Entwicklung lässt das in Berlin geborene, aber in Lübeck aufgewachsene Nordlicht zuversichtlich nach vorne blicken. Denn ihr sechstes Buch „soll der große Wurf werden“, sagt Brina Stein, die im bürgerlichen Leben Sabrina Reulecke heißt. Doch der Nachname sei immer so schwer zu buchstabieren gewesen. So kam sie auf die Kurzform ihres Vornamens und das „Stein“ als Dankeschön für ihren Wohnort Eppstein, in dem sie sich seit 2005 pudelwohl fühlt.

Ähnlich gut geht es der 46-Jährigen aber, wenn sie auf See ist. Kein Wunder: Bei einer Kreuzfahrt hat sie ihren späteren Mann Dirk kennengelernt. Schon ein Jahr vorher war sie mit ihm auf diesem Schiff – nur da liefen sich beide noch nicht über den Weg. Von Januar bis Mai 2015 wagten sie sich dann ans große Abenteuer: eine Weltreise mit der Costa Deliziosa, im Buch die Kosta Onda, 115 Tage auf See zwischen Europa, Südamerika, Australien und Afrika.

Diese besondere Tour lieferte ihr den Stoff für das neue Buch. Denn bei allein 68 Tagen auf See kommt man auf viele Gedanken. „Das bringt Sie um“, flachst Brina Stein. Allein von Australien nach Mauritius seien es sieben Tage auf dem Wasser gewesen. Dass sich in solchen Tagen auch mal Ehepaare heftigst zofften oder ein Mann eine Dame einfach von „seiner“ Liege beförderte (er war dann nur der „Liegenkipper“) – so etwas hat sie miterlebt und zum Teil im Buch eingearbeitet.

Im Mittelpunkt stehen die drei Landfrauen Rita, Ute und Rosi, die an ihrem Tisch 10 auf den grantelnden Rentner Bruno sowie das Ehepaar Jessica und Tim, stark angelehnt an Brina Stein und ihren Mann, treffen. Es gebe sogar drei Tote und einige Trennungen, verrät sie. Aber die Besonderheit in den Büchern der Eppsteinerin sind die Dinge drumherum. Sie lässt Tiere und Gegenstände sprechen, auch zwei Geister sind an Bord. Die Handlungen seien fiktiv, die Dialoge schon nah dran an der Realität.

Ihre spezielle Sichtweise – sie hat Brina Stein, die bei der Bahn gelernt und gearbeitet, nun aber bis Sommer eine Auszeit genommen hat, erst die Tür zu einer Autoren-Karriere geöffnet. Schon in der Schülerzeitung schrieb sie, veröffentlichte später Reiseberichte. 2011 nahm sie an einem Schreibkurs teil und erzählte eine Geschichte aus Sicht eines „Mensch-ärgere-Dich-Nicht“-Männchens. Die Lektorin fand’s prima und ermunterte Brina Stein, an diesem Punkt weiterzumachen. Fiktive Kurzgeschichten für dem Maritim-Buch-Markt – „das gab es nicht“, fand sie ihre Nische, zumal sie ein „Traumschiff“-Fan sei und Produzent Rademann mal ein Drehbuch anbot. Der habe es in der handschriftlichen Antwort zwar gut gefunden, es sei ihm aber doch „zu modern“ gewesen, sagt Stein.

Die ersten beiden Bände mit den „Wellengeflüster“-Kurzgeschichten entstanden. Den Namen hat sie sich schützen lassen, inzwischen gibt es T-Shirts und Seesäcke dazu. Es folgten der „Jahresausklang auf Madeira“ und der „Jahresausklang auf Sylt“, den sie komplett während der Weltreise schrieb. Dazwischen entstand mit Kollegen die Anthologie „Aus Liebe zum Meer“ mit Kurzgeschichten. Der Erlös geht hier an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Zwar liebt sie Eppstein, hat hier schon Lesungen und Büchermärkte organisiert, und kann am besten im Sommer auf dem Balkon mit Taunusblick schreiben. Doch auch in Travemünde ist sie noch heimisch, der Meerblick inspiriert ebenso. Sie sagt lachend: „Ich kann auch schreiben, wenn mein Mann Bundesliga guckt.“ Der Gatte unterstützt es, liest aber die Bücher erst, wenn sie auf dem Markt sind.

Dass sie wie Nele Neuhaus („Ich lese sie unheimlich gerne“) mal vom Schreiben leben kann – für Brina Stein wäre es weiterer Traum. „So lange es die Leute gerne lesen, schreibe ich. Ich kämpfe um jeden Leser.“ Sie hat selbst klein angefangen, nutzt längst die Kontakte eines Agenten und des größeren Verlags El Gato. Zudem engagiert sie sich im Bundesverband der jungen Autoren im Vorstand und organisiert in der Region Stammtische mit Schriftstellern. Dass es schwer ist, Fuß zu fassen und sich zu behaupten – Brina Stein hat alles erlebt und weiß: „Auf einem Buch ausruhen geht gar nicht.“ Deshalb ist das Werk Nummer sieben längst in Arbeit – es geht um ihren Heimathafen Travemünde und soll schon im März fertig sein.


Das Buch erscheint am Mittwoch. Bis morgen ist es für 13,50 Euro auch bei der Autorin selbst (brina-stein@email.de) zu haben, danach für 15 Euro. Die Premierenlesung ist am Freitag, 3. März, um 19 Uhr im Lokal „Zum Fröhlichen Landmann“ am Rettershof in Fischbach. Den Eppsteiner Büchermarkt organisiert sie wieder am 5. Mai, und am 16. Juni liest sie bei Viola’s Bücherwurm in Kelkheim.

(wein)

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