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Altes Haus wird Juwel: Bürgervereinigung saniert Gebäude an der Bärengasse

Von Die Sanierung des Vereinshauses der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt kommt voran. Am kommenden Sonntag kann man das Gebäude auch von innen besichtigen.
Ernst Hofmann (links) und Andreas Friedrichvon der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt packen an, damit das Haus an der Bärengasse auch innen wieder zum Schmuckstück wird. Die Hobby-Handwerker sind damit beschäftigt, den maroden Boden im Erdgeschoss herauszureißen, Foto: Hans Nietner Ernst Hofmann (links) und Andreas Friedrichvon der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt packen an, damit das Haus an der Bärengasse auch innen wieder zum Schmuckstück wird. Die Hobby-Handwerker sind damit beschäftigt, den maroden Boden im Erdgeschoss herauszureißen,
Hofheim. 

Fünf Aktive aus den Reihen der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt sind es vor allem, die sich um die Sanierung des Hauses in der Bärengasse kümmern. Angesichts des Aufwandes, den ein solches Projekt erfordert, ist das nicht so viel. Man könne gut noch weitere Mitstreiter gebrauchen, sagt Andreas Friedrich, der Vorsitzende der Bürgervereinigung. Der hat Erfahrung mit solchen Projekten und weiß, wen man wie dabei einsetzen kann.

Und natürlich wird auch noch Geld gebraucht. Der Verein ist vor allem auf Spenden angewiesen, sieht man einmal davon ab, dass bei Veranstaltungen Glühwein oder Kartoffelsuppe verkauft wird. Das führt zwar zu Einnahmen, die aber längst nicht ausreichen. Dass die Bürgerstiftung vor zwei Jahren 5000 Euro dazu gab, war ein wichtiger Fortschritt, aber gerne nimmt der Verein auch kleinere Spenden entgegen. Rund 60 000 Euro wurden bislang verbaut.

Interessiert beobachtet

Natürlich wird das Vorhaben von vielen Passanten interessiert beobachtet, auch weil das Projekt in der Innenstadt gut bekannt ist. Am kommenden Sonntag besteht nun Gelegenheit, beim Tag des offenen Denkmals einen Blick ins Innere zu werfen. Von 14 bis 17 Uhr ist das Häuschen geöffnet, und natürlich sind Mitglieder der Bürgervereinigung da, die über den aktuellen Stand der Dinge berichten können, aber auch über die Geschichte des Gebäudes.

Dass das Haus ausgerechnet am Tag des offenen Denkmals besondere Aufmerksamkeit erfährt, ist schon bemerkenswert. Denn einst hatte die Stadt das Anwesen mit dem Ziel gekauft, es abzureißen, gemeinsam mit einem angrenzenden, noch kleineren Haus. Dann stellte die Denkmalschutzbehörde die beiden Gebäude unter Schutz, sehr zum Missvergnügen der Stadt. Sie gelten als typisch für die Wohnverhältnisse „kleiner Leute“ in Hofheim, ganz im Kontrast zum herrschaftlichen Bau der Kellerei gleich nebenan. Die Stadt argumentierte, das Haus sei baufällig, und man einigte sich schließlich darauf, dass das größere Gebäude zu erhalten sei, das kleinere aber abgebrochen werden könnte.

So kam es dann auch, und die Bürgervereinigung konnte das Haus Bärengasse 17 übernehmen. Sie möchte darin ihr Vereinshaus einrichten, mit einem Raum für kleinere Ausstellungen und einem Verkauf von Hofheim-Andenken im Erdgeschoss. Im ersten Stock kommen das Büro und das Archiv des Vereins unter.

Mittel aufgebraucht

Wann es so weit ist, dazu will Friedrich keine Prognose abgeben. Er ist erst einmal froh, dass die Arbeiten weiter gehen können, nachdem der Austausch der Fenster die restlichen Mittel aufgebraucht haben. Gerade beschäftigen sich die Hobby-Bauhandwerker damit, den maroden Boden in dem Teil des Erdgeschosses herauszureißen, unter dem es keinen Keller gibt. Dort muss zum Erdreich hin eine vernünftige Abdichtung und Dämmung eingebaut werden.

Zuvor werden dort noch Abwasserleitungen verlegt, und auch die Elektroarbeiten werden vorbereitet. Die Leitungen verlegt die Bürgervereinigung selbst, angeschlossen und abgenommen werden muss dies am Ende natürlich von einem Fachbetrieb. Friedrich freut sich, das der gewöhnlich recht teure Schrank für die Stromzähler von dem Hofheimer Elektrobetrieb Sakalli gespendet wird. Zuletzt wurden außerdem noch einmal Nacharbeiten an der Fassade vorgenommen.

Nach der Fassade wird immer wieder einmal von Passanten gefragt, und auch im Verein gab es die Idee, die Fachwerkbalken freizulegen. Dass es dazu nicht kam, dafür ist einmal der Denkmalschutz verantwortlich – das in den 1820er Jahren gebaute Haus war immer verputzt, es gab nie Sichtfachwerk, und die Denkmalschützer dringen in der Regel darauf, sich an solche historischen Vorgaben zu halten. Dazu kommt aber auch, dass sowohl die Sanierung des Fachwerks als auch die spätere Unterhaltung erheblich teurer wäre, würde man ein Sichtfachwerk daraus machen. Das man eine solch Belastung dem Verein zu aufladen sollte, dieses Argument hat dann auch die Meisten Kritiker überzeugt. Ein Schmuckstück, so viel sieht man schon, wird das Häuschen ohnehin.

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