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Konkurrenz durch Internet und den Drogeriemarkt: Chancenlos gegen das Center: Papierscheune gibt auf

Von Die Papierscheune in der unteren Hauptstraße schließt zum Monatsende. Zu viele Umsätze sind ins Chinon-Center und ins Internet abgewandert.
Nach 27 Jahren kommt das Aus: Gunder Härtel schließt seine Papierscheune  zum Monatsende. Nach 27 Jahren kommt das Aus: Gunder Härtel schließt seine Papierscheune zum Monatsende.
Hofheim. 

Im Sommer 2013 ist die Papierscheune aus einem Ladenlokal unweit der katholischen Kirche in die untere Hauptstraße gezogen. Dort ist deutlich mehr Leben auf der Straße, so dass Inhaber Gunder Härtel damit die Hoffnung auf eine Belebung des Geschäftes verband. Anfänglich sah es auch ganz so aus, als würde diese Kalkulation aufgehen. Dies hat sich inzwischen aber als Strohfeuer erwiesen.

Seit zwei Jahren seien die Umsätze immer mehr zurückgegangen, berichtet Härtel. Jetzt zieht er die Konsequenzen und schließt das Geschäft zum Monatsende. „Es rentiert sich einfach nicht mehr“, sagt Härtel. Da er einen Nachfolger für die Räume gefunden habe, sei es ihm möglich, recht kurzfristig aus dem Mietvertrag zu kommen. An Stelle der Papierscheune wird ein Elektronikgeschäft eröffnet.

27 Jahre lang hat es die Papierscheune in Hofheim gegeben. Angefangen habe er in der Zanggasse, erinnert sich Härtel. Die Burgstraße und die Wilhelmstraße waren weitere Stationen, lange schließlich bestand das Geschäft in der mittleren Hauptstraße. Über lange Zeit hatte Härtel viele Stammkunden, auch wegen einer Reihe von Serviceleistungen – Stempel kann man dort bestellen, einen Fotokopierer gibt es, Bindungen kann man ebenfalls machen lassen.

Auf dem Schulweg

Aber manches ist nicht mehr gefragt – Glückwunschkarten werden in Zeiten von E-Mail, What’s-App und Facebook nicht mehr so viel geschrieben wie früher. Anderes ist ins Internet abgewandert – Stempel beispielsweise bekommt man vielfältig auch online. Früher, da gab es für Stempel oder Bindungen auch einmal Aufträge über 50 oder 100 Euro – heute sind das die ganz großen Ausnahmen. Und dazu kommt das Chinon-Center. 2000 Schüler besuchen die Hofheimer Schulen – für viele liegt der Drogeriemarkt im Chinon-Center praktisch auf dem Schulweg. Dort ist die Auswahl groß, die Öffnungszeiten lang, die Preise eher niedrig – Beratung braucht man für ein paar Schulhefte und Ordner nicht wirklich.

„Das ist für Hofheim keine Ergänzung des Angebotes“, sagt auch Eva Rembser, die Vorsitzende des Gewerbevereins IHH. Auch andere Einzelhändler haben die zusätzliche Konkurrenz zu spüren bekommen. Wie viele Kunden lieber im Internet kaufen und wie viele ins Chinon-Center gehen, das lässt sich kaum feststellen. Vor zwei Jahren hat das Spielwarengeschäft im Haus Diener geschlossen, nicht nur, aber auch wegen der Konkurrenz im Chinon-Center. Das Haushaltswarengeschäft hatte erklärtermaßen auch wegen der Konkurrenz durch den neuen Baumarkt im Hofheimer Norden aufgegeben.

Jetzt Halbtagsjob

Wie gehen die Einzelhändler in der Innenstadt mit der Situation um? Er werde sich einen Halbtagsjob suchen und die andere Tageshälfte dafür nutzen, sein Geschäft im Internet fortzusetzen, folgt Härtel selbst dem Branchentrend. Damit ist er nicht der einzige; Eva Rembser weist auf das Internetportal Hofheim24 hin. Dort sind viele Händler aus der Innenstadt vertreten, die sich dort nicht nur vorstellen, sondern auch ihre Waren anbieten. Über diese Seite können die Produkte der beteiligten Geschäfte auch gekauft werden – was für den kleinen Einzelhändler sehr aufwendig ist, lässt sich zentral gut organisieren. Die Macher vom IHH betonen, dass dies die Läden nicht ersetzen, sondern den Händlern helfen soll, ihr Geschäft zu halten.

Ob das in allen Fällen gelingt, ist offen, IHH-Chefin Rembser weiß jedenfalls von keinen Schließungen, die sich abzeichnen. Sie kündigt weitere Aktivitäten des Gewerbevereins an, um den Einkaufsstandort Hofheim bekannter zu machen. Die letzten Veranstaltungen, der Nachtflohmarkt und das Altstadtfest, sind gut angekommen und sollen wiederholt werden.

„Wir haben allerlei vor“, kündigt sie an, hält sich mit Details vorerst zurück. Auf ein positives Bild, eine gute Grundstimmung käme es an, ist sie überzeugt. Dass mitten in der Altstadt mit dem Abbruch des einstigen Kaufhauses Diener und anschließender Neubebauung eine große Baustelle droht, kommt diesen Bemühungen nicht entgegen. Aber den Einzelhändlern bleibt gar nichts anderes übrig, als sich auf neue Gegebenheiten einzustellen.

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