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Große Mehrheit im Vereinsring: Das Aus für das Straßenfest an der Linde in Sulzbach

Von Das Straßenfest, das seit 1985 ein Treffpunkt zum Feiern war, wird es nicht mehr geben. Wegen der stark gesunkenen Besucherzahlen hat der Vereinsrings das mit großer Mehrheit entschieden.
Da war es noch richtig voll: Unterhaltung rund um die Linde wird es bei einem Straßenfest in Sulzbach künftig nicht mehr geben. Foto: Hans Nietner (Hans Nietner) Da war es noch richtig voll: Unterhaltung rund um die Linde wird es bei einem Straßenfest in Sulzbach künftig nicht mehr geben.
Sulzbach. 

Vielen älteren Sulzbachern tut es weh, weil sie mit Herzblut am Straßenfest hängen. Aber die nachlassende Resonanz hat gezeigt, dass das, was Mitte der 80er-Jahre der Renner war, nicht mehr zeitgemäß ist. So war das Votum nach fast zweistündiger Diskussion eindeutig. Bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen plädierte eine deutliche Mehrheit im Vereinsring für das Aus des Straßenfestes. Jetzt soll eine Alternative gesucht werden, bei der sich die Vereine in moderner Form in einem Fest auf dem Platz an der Linde präsentieren.

1985, anlässlich des 950-jährigen Geburtstages der Gemeinde, wurde auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Berthold Gall das Straßenfest aus der Taufe gehoben. Hintergrund war, dass für die Vereine eine Einnahmequelle geschaffen werden sollte, um die durch den Festzug entstandenen Kosten tragen zu können. Das Straßenfest wurde ein Renner. Tausende bevölkerten den Platz. Vor einigen Jahren gab es sogar Bühnen und Stände auf der Hauptstraße zwischen Rathaus und dem Kleinen Dalles, so dass der Bus umgeleitet werden musste. Doch in den vergangenen Jahren sank die Besucherzahl. Am 23. und 24. Juni 2018 kam es – wie es Vereinsringvorsitzende Ilona Schiller formulierte – zum Fiasko. Der Ferienbeginn, die Fußball-Weltmeisterschaft und ein Wochenende mit in diesem Top-Sommer ausnahmsweise mal empfindlich kühlen Temperaturen hielten viele Gäste vom Besuch des Straßenfestes ab.

Etliche Vereine, die noch Ehrenamtliche für Dienste gewinnen konnten, beendeten den Tag mit einem Minus in der Kasse, so dass Ilona Schiller zu einer außerordentlichen Sitzung in den Gewölbekeller des Bürgerzentrums Frankfurter einlud. Das wichtigste Thema: „Zukünftige Ausrichtung und Gestaltung des Straßenfestes“. Schiller stellte schweren Herzens klar: „Für die Vereine ist es nicht zumutbar, dass es in dieser Form weitergeht.“ Aber wie soll es weitergehen? Alternativen wurden diskutiert:

  Das Zeitfenster öffnen und von dem Termin am letzten Juni-Wochenende abrücken.

  Zwei-Jahres-Rhythmus im Wechsel mit Kinderfest und Apfelfest.

  In den Heinrich-Kleber-Park umziehen oder

  einfach den Namen ändern.

Inge Rohs, Vorsitzende des größten Ortsvereins TSG: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Wollen wir unter uns bleiben oder viele Leute zu den Veranstaltungen locken?“ Bürgermeister Elmar Bociek wies darauf hin, dass die Besucherzahl seit Jahren rückläufig ist: „Es gibt mittlerweile eine Masse von Veranstaltungen. Die Leute warten nicht mehr auf das Straßenfest.“ Eine Woche später sei im Heinrich-Kleber-Park beim Konzert von ,I Dolci Signori‘ einen Zulauf „wie nie zuvor“ gewesen. Die Idee des Bürgermeisters und der im Rathaus für das Kulturprogramm verantwortlichen Monika Moser und Sandra Schiwy: Den jährlichen Zuschuss für das Straßenfest in Höhe von 8000 Euro für weitere Open-Air-Konzerte einzusetzen und Vereinen mit dem Verkauf von Speisen und Getränken Einnahme-Quellen zu verschaffen. Ähnlich wird das seit Jahren bei der erfolgreichen „Summertime-Reihe“ in Eschborn praktiziert. Die „Kultur-Damen“ im Rathaus versicherten: „Wir haben viele Ideen“.

Nach dem Aus plädierten einige Vereine für ein eigenes Fest. Ideen sollen beim „Abend der Vereinsvorstände“ und in der Herbstsitzung des Vereinsrings diskutiert werden. Willi Christian vom Schäferhunde-Verein kann sich vorstellen, „eine gute Band auf den Platz an der Linde zu holen, ein paar Verkaufsstände für die Vereine drum herum aufzubauen und fröhlich zu feiern“.

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