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Das Museum wackelt

Von Stand heute: 2013 können Exponate im alten Werkstattgebäude besichtigt werden. Es ist aber nicht mehr sicher, ob es dabei bleibt.
Rund um die alte Werkstatt entsteht ein Wohngebiet.	Foto: Nietner Rund um die alte Werkstatt entsteht ein Wohngebiet. Foto: Nietner
Hattersheim. 

Eine ganze Druckseite lang verbreiten sich die Grünen in einer Pressemitteilung über den Kommunalen Rettungsschirm und über die Art und Weise, wie die Stadt damit umgehen sollte. Vieles, wie die Forderung nach besserer Finanzausstattung der Kommunen, wird von allen Parteien getragen. Dann aber, auf Seite zwei, kommt es heftig: Bei einer Konzentration der Stadtverwaltung in Posthof und Nassauer Hof, wie die Grünen sie vorschlagen, könnte das Werkstattgebäude als Unterkunft für die Vereine verwendet werden, denn für die wäre ja in den beiden anderen beiden Gebäuden kein Platz mehr. Dies aber nur, falls nicht doch ein Kindergarten im Werkstattgebäude machbar wäre.

Der unbefangene Beobachter reibt sich die Augen. Ist es nicht beschlossene Sache, dass im Werkstattgebäude das Museum untergebracht wird? Die Stadtverordnetenversammlung hatte auch entschieden, und das mit den Stimmen der Grünen, dass es für den Betrieb des Museums einen Zuschuss von maximal 25 000 Euro jährlich geben sollte. Und jetzt kommt das Wort Museum in der ganzen Pressemitteilung überhaupt nicht mehr vor.

Das Thema sei noch nicht zu Ende gedacht, erklärt Grünen-Fraktionschefin Hedwig Bender. Sie ist vor allem nicht davon überzeugt, dass die Folgekosten nicht doch so steigen, dass ein höherer städtischer Zuschuss notwendig wird. "Wir haben halt eine schwere Zeit", sagt Bender. Die Grünen-Chefin weist außerdem darauf hin, dass in den Bürgerwerkstätten die Meinung laut wurde, auf das Museum könne verzichtet werden.

"Nicht repräsentativ"

Dies sei aber weder eindeutig noch repräsentativ gewesen, kommentiert Ex-Bürgermeister Hans Franssen, Vorsitzender des Geschichtsvereins (siehe Extra-Text). An dieser Stelle wird deutlich, dass man mit den Ergebnissen der Bürgerwerkstätten auch gegensätzliche Forderungen begründen kann.

Von den anderen Parteien hat die CDU am meisten Probleme mit dem Museum. "Das ist am ehesten entbehrlich", sagt der Fraktionsvorsitzende Michael Minnert. Man könne niemandem verkaufen, möglicherweise die Kindergartengebühren nochmals zu erhöhen, gleichzeitig aber ein Museum zu betreiben, so CDU-Mann Minnert zum Kreisblatt.

Auch die FWG ist bei dem Thema sehr vorsichtig geworden. Das ganze Projekt müsse noch einmal unter die Lupe genommen werden, lautet seine Forderung von Fraktionschef Karl Heinz Spengler. Für ihn ist es schon die Frage, ob das Museum so günstig zu bekommen ist, wie bisher gedacht.

Für die FDP stellt sich die Frage nach dem Museum erst neu, wenn sich herausstellt, dass der Zuschuss von 25 000 Euro jährlich nicht ausreicht. "Ansonsten stehen wir zu dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung", so der Fraktionsvorsitzende Dietrich Muth.

So definitiv äußert sich noch nicht einmal die SPD. Alles stehe auf dem Prüfstand, nichts sei ausgeschlossen, lässt Parteichef Ralf Meik verlauten. Andere Nutzungen für das Werkstattgebäude müssten durchaus in die Prüfungen einbezogen werden. Allerdings seien bei einem Verzicht auf das Museum bisher ausgegebene Gelder verloren, gibt Meik zu bedenken, legt sich aber nicht fest: Letztlich müsse all das in der Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung besprochen werden.

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