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Das Verhältnis ist angespannt

Von Es knistert gewaltig im Dreieck zwischen Stadt, TV Wallau und der IG Wallauer für Wallau. Immerhin wird auch verhandelt.
Wallau. 

Wenn man ein Millionenprojekt gemeinsam stemmen muss, dann ist es wichtig, dass Kommunikation und Arbeitsatmosphäre stimmen. So gesehen muss man für die neue Ländcheshalle große Befürchtungen haben. Die Stadt auf der einen und der TV Wallau auf der anderen Seite lassen immer deutlicher durchblicken, dass sie nicht zufrieden miteinander sind. Und die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau (IG) möchte zwar das Optimale für ihren Stadtteil herausholen, verschärft aber das Diskussionsklima noch.

Auf städtischer Seite hat Erster Stadtrat Wolfgang Exner, selbst Wallauer, wiederholt durchblicken lassen, dass es längst eine neue Halle geben könnte. Aber ein Projekt privater Investoren fand im Ort keine Billigung, man stritt sich heftig über einen Standort, und es gab auch schon Situationen, in denen der Ortsbeirat fällige Entscheidungen verschob. Und vom TV Wallau war lange zu hören, eine finanzielle Beteiligung des Vereins komme nicht in Frage.

„Benachteiligt“

Aus der Mitgliederschaft des Vereins gründete sich die IG. Die argumentiert, Wallau werde grundsätzlich benachteiligt, erziele hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer und bekomme nur wenige Investitionen. Die heutigen Hallenkapazitäten müssten zumindest erhalten werden, und zwar ohne übermäßige finanzielle Beteiligung des Vereins. Dass der überhaupt etwas zu der Investition beisteuert, ist inzwischen Stand der Dinge - die Frage ist aber, wieviel.

Seit Anfang des Jahres geht es um das Thema, welche Raumkapazitäten überhaupt gebraucht werden, ein Architekt wurde eingeschaltet. Im Dezember hatte Erster Stadtrat Exner in einer Sitzung der Lenkungsgruppe  - ihr gehören Vertreter von Stadt und TV Wallau an  - darum gebeten, die Verhandlungen nicht durch öffentliche Aktionen zu stören. Der TV Wallau sagte dies zu, ließ aber wissen, dass er Aktionen aus der Bevölkerung heraus nicht beeinflussen könne und auch nicht wolle.

Demonstrationen

Dies zielte natürlich auf die IG ab, und die war aktiv. Es gab Unterschriftensammlungen und Demonstrationen, auch im Bürgermeisterwahlkampf. Jetzt gibt es eine Pressemitteilung zu den von der Stadt vorgelegten Plänen. Diese werden zwar begrüßt, aber es wird verspätete Information, mangelnde Transparenz, fehlende Gespräche und eine Finanzierung kritisiert, die den TV benachteilige.

Moniert wird außerdem, dass die dem Parlament vorgelegten Protokolle nicht mit dem TV Wallau abgestimmt waren - auch wenn das den Verein mehr angeht als die IG. Die IG sei selbständig, ihre Aktionen würden nicht vom Verein angestoßen, betont TV-Präsident Volker Stingl gegenüber dem Kreisblatt. Es gehörten auch keine Personen aus der Kerngruppe der IG der Lenkungsgruppe oder dem TV-Vorstand an.

Informiert wird die IG vom Verein aber schon, räumt Stingl ein. Das bestätigt auch IG-Mitglied Steffen Weber. Aber die IG sei keineswegs das Sprachrohr des Vereins. „Wir arbeiten in beiden Richtungen“, sagt Weber. Denn auch der TV wirke zumeist zwar als Motor, gelegentlich aber auch als Bremser des Projektes. Steffen Weber bestätigte damit auch die Kritik, die Stadtrat Exner in Richtung des Vereins vor dem Ortsbeirat hatte durchblicken lassen.

„Die hängen dicht zusammen“, schildert aber Bürgermeisterin Gisela Stang das Verhältnis zwischen Verein und IG. Sie weist darauf hin, dass TV-Präsident Stingl bei einer Aktion dabei war, und dass sich die IG zum Thema Fußballplatz geäußert hat - einen Tag, nachdem das Thema in der Lenkungsgruppe besprochen worden war. „Abgrenzung sieht anders aus“, meint Stang. Aus ihrer Sicht nutzt es dem Projekt nichts, gleichzeitig zu verhandeln und von außen Druck aufzubauen.

Stang weiter: „Wir wünschen uns eine Lösung, aber es vereinfacht die Sache nicht, wenn man so miteinander umgeht.“ Allerdings lassen beide Seiten immer deutlicher wissen, dass sie in dem Punkt unzufrieden miteinander sind. Die Stadt moniert, dass der Verein mit seinen Entscheidungsprozessen zu langsam voran kommt. Aus Vereinssicht wiederum informiert die Stadt nicht umfassend. Weil es nicht gelang, einvernehmliche Sitzungsprotokolle zu verfassen, hat man diese Versuche aufgegeben.

Kompromiss?

Einig ist man sich allerdings, dass es jetzt darum geht, ob der Verein Bauherr und Eigentümer der Halle wird. Die Stadt weist darauf hin, dass sich nur auf diese Weise bestimmte Fördergelder einholen und Steuerzahlungen vermeiden lassen. Der Verein sieht sich allerdings personell und organisatorisch damit überfordert. Immerhin: Stang und Stingl betonen übereinstimmend, dass es in der Frage Kompromissmöglichkeiten gebe. Darüber wird nun verhandelt. Öffentlich geht es spätestens in einer Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses weiter - ein Termin steht nach Stangs Worten allerdings noch nicht fest.

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