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Infrastrukturprojekt: Das ideale Gelände für die Feuerwehr

Von Die neue Feuerwache auf dem ehemaligen Süwag-Gelände soll entstehen ohne Einschränkungen beim laufenden Betrieb hinnehmen zu müssen. Reiner Wohnungsbau auf dem Gelände kommt für die Stadt nicht infrage.
Sie informierten die Bürger und beantworteten Fragen (von rechts): Fachbereichsleiter Michael Serba, Bürgermeister Frank Blasch, Dorothea Reidel (Abteilungsleiterin „Gebäude und Liegenschaften“), Stadtbrandinspektor Nick-Oliver Kromer und dessen Stellvertreter Thomas Velten. Foto: Maik Reuß Sie informierten die Bürger und beantworteten Fragen (von rechts): Fachbereichsleiter Michael Serba, Bürgermeister Frank Blasch, Dorothea Reidel (Abteilungsleiterin „Gebäude und Liegenschaften“), Stadtbrandinspektor Nick-Oliver Kromer und dessen Stellvertreter Thomas Velten.
Bad Soden. 

Vor rund 50 Jahren wurden die ersten Gebäudeteile der heutigen Feuerwache an der Hunsrückstraße errichtet – Garagen und Wohnungen. Später folgten Werkstätten, weitere Gebäude für Büros und ein Hörsaal. Vor 10 Jahren haben sich die Verantwortlichen konkret mit dem aktuellen Zustand der Feuerwache beschäftigt. Es wurde eine Bestandsbewertung auf den Weg gebracht.

Jetzt wird ein Neubau auf dem ehemaligen Süwag-Gelände an der Königsteiner Straße 28-32 geplant. Am heutigen Montag tagt ein Preisgericht und entscheidet über 19 Modelle, die von Architekten eingereicht wurden.

„Es ist das größte Bauprojekt der Stadt Bad Soden der vergangenen Jahrzehnte“, begrüßte Bürgermeister Frank Blasch (CDU) die zahlreichen Besucher, die zur Informationsveranstaltung in den Hörsaal der Freiwilligen Feuerwehr gekommen waren. Er machte deutlich, dass ein langes Bebauungsplanverfahren vor der Stadt liege. Ein Datum für den ersten Spatenstich könne er nicht nennen. Auch die Investitionskosten wisse er noch nicht. Nur so viel: „Sie werden im achtstelligen Bereich liegen“.

Kollisionsgefahr

Die bauliche Substanz der alten Gebäude, das habe die Bestandsbewertung ergeben, entspreche nicht mehr dem Stand der Technik, informierte Dorothea Reidel anhand einer Power-Point-Präsentation. Die Chefin der Abteilung Gebäude und Liegenschaften nannte gravierende Mängel, was die Sicherheit anbetrifft. Etwa der Begegnungsverkehr zwischen den Fahrzeugen von Bauhof und Feuerwehr auf dem engen Gelände.

Stadtbrandinspektor Nick-Oliver Kromer machte auf das hohe Unfallpotential aufmerksam, das durch Zu- und Ausfahrten in der schlecht einsehbaren Hunsrückstraße entstünde – bei 350 bis 550 Einsätzen der freiwilligen Feuerwehr im Jahr. Hinzu kommen mangelnde Ausstattung, fehlende Umkleide- und Sanitäreinrichtungen für die Feuerwehrfrauen und –männer sowie zu kleine und zu niedrige Hallen für die Einsatzfahrzeuge, die teilweise auf dem benachbarten Bauhof abgestellt werden müssten.

Zunächst habe man sich die Frage gestellt, ob es sinnvoll sei, im Bestand zu sanieren. Diese Überlegung habe sich schnell erledigt, erklärte Bürgermeister Blasch. Die eigentlichen Anforderungen hätten sich nicht verbessert und es wäre „keine nachhaltige Lösung“ geworden.

Machbarkeitsstudie

Auf der Suche nach alternativen Standorten, sei das Gewerbegebiet am Sinai in den Fokus gerückt. Doch die „Hilfeleistungsfrist“ der Feuerwehr innerhalb des Stadtgebietes sei gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt, dass die Einsatzkräfte innerhalb von zehn Minuten nach Anruf an der Unglücksstelle sein müssen. Daher scheide ein Standort am Stadtrand aus. Als Variante wurde eine Entwicklung auf dem jetzigen Areal ins Auge gefasst.

Über drei bis vier Jahre habe die Stadt versucht, ein Konzept zu entwickeln, berichtete Blasch, wie Bau- und Betriebshof sowie die Feuerwache auf dem derzeitigen Grundstück untergebracht werden könnte. Die Fläche der angrenzenden Kleingärten hätte die Stadt vom Abwasserverband erwerben müssen. Das Grundstück mit Wohnhaus an der Hunsrück- Sulzbacher Straße wurde dann gekauft, um die Zufahrt zu verbreitern und provisorische Parkplätze für Feuerwehrleute und Bauhof zu schaffen.

Das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie im Dezember 2014 habe gezeigt, dass für die benötigten Flächen sowohl die Feuerwache als auch der Bauhof neu gebaut werden müssten und zudem ein Parkhaus benötigt werde. Nach den Berechnungen sollte die aktuelle Nutzfläche von 1360 Quadratmeter auf 3500 erhöht werden, die notwendigen Außenanlagen um das Fünffache auf 5000 Quadratmeter. Das geplante Konzept hätte nur durch den Tausch von Bauhof- und Feuerwehrstandort verwirklicht werden können, da der Schallschutz gegenüber der vorhandenen Wohnbebauung berücksichtigt werden muss.

Kosten verglichen

Als die Süwag der Stadt das 16 200 Quadratmeter große Areal an der Königsteiner Straße im Juni 2016 zum Kauf anbot, habe man zunächst eine vergleichende Kostenaufstellung erarbeitet, informierte Blasch. Das Ergebnis habe gezeigt, dass die Erschließung an der Hunsrückstraße plus Zukauf von Flächen und der Kauf des Süwag-Geländes plus Nebenkosten fast gleichviel ausmachten – nämlich rund 7,5 Millionen Euro. Am 13. Juli 2016, erinnerte Blasch, hätten die Stadtverordneten einstimmig den Beschluss gefasst, „eine neue Feuerwache zu bauen, ohne Kompromisse zu machen und ohne den bestehenden Betrieb einschränken zu müssen“.

Was soll nun gebaut werden? 24 Fahrzeughallen mit Nebenräumen, Werkstätten, Umkleideräume und sanitäre Anlagen, Parkplätze für Einsatzfahrzeuge und zehn Dienstwohnungen für Feuerwehrleute, zählt Blasch auf. Außerdem sei ein Multifunktionsraum für rund 200 Besucher vorgesehen, der auch für öffentliche Sitzungen genutzt werden könnte.

In der Hunsrückstraße werde der Bau- und Betriebshof bleiben. Es werde Fläche übrigbleiben, sagte Blasch, die möglicherweise für Wohnbebauung nutzbar sei. Warum baut die Stadt keine Wohnungen auf dem zentral gelegenen Süwag-Gelände? Da könnte die Stadt Geld machen. Diese Frage wurde mehrfach aus dem Publikum gestellt. Die Stadt habe das Grundstück von der Süwag zum Gewerbepreis erworben, stellte Blasch fest, Wohnungen seien dort nicht vorgesehen.

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