Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

Der Ball ist wieder im Spiel

Von Die Stadt hat mit der KEG einen Vertrag über die Sanierung des großen Saals der Sport- und Kulturhalle Unterliederbach abgeschlossen. Bis zum Sommer könnte der Saal wieder in Betrieb gehen.
Die Sport- und Kulturhalle Unterliederbach steht derzeit leer. Bilder > Die Sport- und Kulturhalle Unterliederbach steht derzeit leer.
Unterliederbach. 

Seit Jahren kämpfen die Unterliederbacher für die Wiedereröffnung der Sport- und Kulturhalle an der Hans-Böckler-Straße. Jetzt ist die Stadt den entscheidenden Schritt weiter: „Die Voraussetzungen zur Sanierung der Halle sind gegeben“, sagte gestern Sportdezernent Markus Frank bei einem Rundgang mit Vertretern des Arbeitskreises Sport- und Kulturhalle, des Sportamts und der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG). Die Stadt und die KEG haben ihren Vertrag am Mittwoch notariell beglaubigen lassen, wonach die KEG 280 000 Euro in die Sanierung des Dachs, der Lüftungsanlage und der Beleuchtung der Halle investiert. Im Gegenzug erhält die KEG das Nutzungsrecht für ein Grundstück nördlich der Fraport-Arena (früher Ballsporthalle).

Zähe Verhandlungen

Die Verhandlungen haben sich über Monate hingezogen. Die KEG braucht das Grundstück zwischen Fraport-Arena und Parkstadt Unterliederbach, um ihr Projekt „Parkstadt II“ zu erschließen. „Wir wollen die Bedarfsparkplätze der Fraport-Arena als Zufahrt nutzen, damit die Bau-Lkw nicht durch das neue Wohngebiet fahren müssen“, erklärte Rainer Wrenger, Geschäftsführer der KEG.

Unterliederbach wächst ständig, dringend benötigt werden Hallenkapazitäten für Vereine und für den Schulsport. Da die KEG mit ihrem Neubaugebiet an der Parkstadt keinen unwesentlichen Anteil daran hat, dass Unterliederbach so rasant wächst, kam die Idee auf, den Deal mit der KEG einzufädeln. 350 Wohneinheiten für rund 1000 Menschen sind allein in der Parkstadt entstanden. Als die Sport- und Kulturhalle wegen Baumängeln am Dach und an der Lüftungsanlage geschlossen werden musste, hatte das Sportamt erst die Idee, die Halle als Möbellager zu benutzen. Das traf jedoch auf den entschiedenen Widerstand der Unterliederbacher, die aus dem Vereinsring heraus den Arbeitskreis Sport- und Kulturhalle gründeten und sich für die Sanierung stark machten.

Für Schulen wichtig

Die Schulen waren sofort dabei, und das hat einen plausiblen Grund: Mehr noch als von den Vereinen ist die Halle vor ihrer Schließung für den Schulsport genutzt worden. Seit der Schließung werden Unterliederbacher Schüler mit Bussen zum Sportunterricht gefahren, unter anderem zur Turngemeinde Unterliederbach (TGU) oder gar in andere Stadtteile. „Wir brauchen die Halle vor allem als Schulsportanlage“, sagte gestern auch Karl Leo Schneeweis, Sprecher des Arbeitskreises und bis vor wenigen Wochen noch Vorsitzender des Vereinsrings Unterliederbach. Am Freitag, 27. Februar, trifft sich der Arbeitskreis im Keller der Halle, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Noch ist nämlich nicht klar, ob der Arbeitskreis künftig Betreiber der Halle sein wird. Das Sportamt sieht sich außerstande, einen Mitarbeiter abzustellen, der nach Vereinsveranstaltungen spätabends zuschließt. Klaus Etzrodt, Abteilungsleiter für Hallen im Sportamt, liebäugelt mit der Idee, die Schlüsselgewalt dem neuen Wirt zu übertragen, der nun gesucht wird, seit der alte Pächter das Lokal in der Halle Hals über Kopf verlassen hat (wir berichteten). Auch die Brauerei wird bei dem Gespräch am Freitag nächster Woche dabei sein. „Interessenten gibt es schon“, sagte Etzrodt. Zur Gaststätte gehört eine Wohnung in der Halle.

Das Sportamt hat in der Zwischenzeit fast 20 000 Euro in Arbeiten im Sanitärbereich und kleinere energetische Maßnahmen investiert. In den früheren Musikkeller sollen wieder die Schützen mit ihrer Luftdruck-Schießanlage einziehen, die dort schon einmal beheimatet waren, bei der letzten Verpachtung den Keller aber räumen mussten. Der Plan, die Schießanlage im Bunker an der Peter-Bied-Straße einzubauen, zerschlug sich mit dem Verkauf des Bunkers.

KEG-Chef Rainer Wrenger will die Arbeiten noch im Februar ausschreiben und hofft, dass sie bis zum Sommer abgeschlossen sein könnten – rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahrs im September, so dass die Schulen die Halle wieder nutzen und die Vereine den Trainingsbetrieb wieder dorthin verlegen können. Sportdezernent Markus Frank sieht das Abkommen mit der KEG positiv: „Wenn wir es schaffen, die Halle wieder ans Netz zu bringen, haben wir eine Win-Win-Situation.“

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse