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Hotel Am Rosenberg: Der schräge Deal ist geplatzt

Von Der Besitzer des Hotels Am Rosenberg, Hans-Josef Vogler, hat das Hotelgrundstück von der Stadt für 700 000 Euro aus der Erbpacht gekauft. 8,1 Millionen soll er von Wilma-Bau dafür bekommen, wenn diese dort – wie geplant – stattliche Wohnhäuser bauen kann. Die Stadt schaut in die Röhre.
Kamen bei den Nachbarn nicht gut an: So sahen die ersten Entwürfe aus, die Wilma für das Rosenberg-Areal vorgelegt hatte. Die Gebäude haben vier Geschosse und mehr. Kamen bei den Nachbarn nicht gut an: So sahen die ersten Entwürfe aus, die Wilma für das Rosenberg-Areal vorgelegt hatte. Die Gebäude haben vier Geschosse und mehr.
Hofheim. 

Was auf dem Gelände des Hotels Am Rosenberg passiert, ist offen. Einen finanziellen Deal zwischen Hotelbesitzer und Stadt wird es sicher nicht geben. Das jedenfalls ist die Ansicht der CDU und der SPD. Zwar sollten gestern Abend noch einmal Gespräche zwischen den Fraktionen stattfinden, da ging es aber vor allem darum, ob es noch eine Sondersitzung zum Thema Rosenberg gibt oder ob die Entscheidung schon heute Abend in der Stadtverordnetenversammlung (öffentliche Sitzung um 18.30 Uhr im Obergeschoss der Stadthalle) fällt. Das liegt aber weniger daran, dass es in der Koalition noch Beratungsbedarf geben würde, sondern eher an der Tagesordnung des Parlaments, denn dort steht an erster Stelle die Etatdebatte. Und die dauert erfahrungsgemäß lange – wenn es noch eine Aussprache gibt, unter Umständen auch sehr lange. Gestern war deutlich herauszuhören, dass zumindest die CDU/SPD-Koalition das Thema Rosenberg zu einem schnellen Ende bringen will.

 

1150 Prozent Wertsteigerung

 

Sicher ist damit, die Stadt wird keinen Cent als Ausgleich für die ungeheuerliche Wertsteigerung des Grundstücks in Höhe von rund 1150 Prozent sehen. Hotelbesitzer Hans-Josef Vogler hatte der Stadt eine Million Euro geboten, wenn sie bis zum 28. Februar eine Vereinbarung unterzeichnen würde, in der sie sowohl die Baureife zu einem bestimmten Datum als auch eine bestimmte Ausnutzung des Geländes zusichert. Das alarmierte gleich den Linken Bernd Hausmann, der allgemein kundtat, dass solche Geschäfte schlicht verboten seien, und Vogler, wenn der B-Plan erst einmal beschlossen sei, die Million von der Stadt zurückfordern könne, weil illegale Geschäfte ja nichtig seien. Zu ähnlichen Ansichten waren wohl auch die Juristen in Reihen der CDU und SPD gekommen.

Dabei hatte die Stadt es Vogler leicht gemacht, ihr dieses Angebot zu unterbreiten. Das Stadtparlament hatte einstimmig beschlossen, die Stadt solle noch einmal Nachverhandlungen mit Vogler aufnehmen, um doch noch etwas von der ursprünglich im Kaufvertrag festgeschriebenen einen Million zu sehen, die Vogler an die Stadt zahlen sollte, wenn das Hotel nicht erweitert wird und aus dem Grundstück wertvollerer Grund für Wohnungsbau wird. Vogler wird laut Kaufvertrag von Wilma 8,1 Millionen kassieren. Im Zusammenhang mit den Ausgleichsverhandlungen war im Rathaus ein Vertragsentwurf entstanden, der im Ansatz Voglers Forderung nach einer reinen Wohnbebauung entsprach, aber keine Angaben über die Ausnutzung des Grundstücks enthielt. Auch die Ausgleichssumme fehlte.

Vogler hatte das 7000 Quadratmeter große Gelände für 700 000 Euro aus der Erbpacht gekauft, um das Hotel zu erweitern. Zahlbar war das Geld in zwei Raten; als die zweite in Höhe von 400 000 Euro fällig war, habe Vogler der Stadt erklärt, er sei etwas knapp bei Kasse. Zeitzeugen unter den Parlamentariern erinnern sich heute, dass es damals geheißen habe, „Hauptsache er zahlt die 400 000.“ Auf wessen Initiative hin das passiert ist und warum das einfach so durchging, ist Sache eines Untersuchungsausschusses. Dessen Erkenntniswert, so sagen Ausschussmitglieder, sei aber gleich null, obwohl es viele Papiere aus etlichen Jahrzehnten mit vielen Unterschriften gebe.

Das soll Vergangenheit sein. „Wir wollen eine städtebauliche Lösung, die zu Hofheim und zur Umgebung passt“, will der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kurz nun in die Zukunft blicken und deutet damit an, dass Wilmas zunächst geplanten Klötze nicht gewünscht sind. Und sein SPD-Kollege Alexander Tulatz sagt: „Was da jetzt gebaut wird, steht uns 30, 40 Jahre lang vor der Nase.“ Derzeit könne nicht viel Unheil passieren, sagt Kurz: „Wir können ja erst einmal eine Veränderungssperre über das Gebiet legen.“ Das heißt, dass zwei Jahre lange nichts gebaut und nichts abgerissen werden kann, es sei denn, das Parlament hebt die Sperre wieder auf.
 

Info: Einigkeit im Parlament?

Die Grünen haben im Haupt- und Finanzausschuss zwar den Antrag gestellt, den Vertragsentwurf Voglers juristisch auf seine Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen, aber das dürfte einer Abstimmung über

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