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Ärger kam postwendend: Die Bebauung leerer Grundstücke schmeckt nicht jedem

Von Die Stadt sucht in allen Stadtteilen nach möglichen Baugrundstücken. Und stößt nicht auf ungeteilten Beifall. Vor allem nicht bei den betroffenen Nachbarn. Stadtrat Wolfgang Winckler rechnet mit Protesten.
Pferde statt Wohnbebauung: In der Marxheimer Goldgrabenstraße ist noch ein freies Grundstück Foto: Hans Nietner Pferde statt Wohnbebauung: In der Marxheimer Goldgrabenstraße ist noch ein freies Grundstück
Hofheim. 

Stadtrat Wolfgang Winckler weiß schon ganz genau, was auf die Stadt zukommt. „Bei keinem Grundstück stößt man auf die ungeteilte Begeisterung der Anlieger“, so der Baudezernent im Planungsausschuss. „Wir rechnen auch hier mit Protesten.“ Damit, dass es so schnell Ärger geben würde, hatte er aber nicht gerechnet, denn in einem Punkt verweigerte gleich der Planungsausschuss dem Magistrat die Gefolgschaft.

Es geht um insgesamt zwölf Grundstücke im gesamten Stadtgebiet. Alle gehören der Stadt, alle könnten mit Wohnhäusern bebaut werden. Es geht darum, Wohnraum zu schaffen – und wenn große Baugebiete so schnell nicht drin sind, dann will die Stadt in kleineren Schritten voran kommen. Fünf der Grundstücke sind aus Sicht der Verwaltung unproblematisch. Der Planungsausschuss sieht das in einem Fall anders.

Ortsbeirat will nicht

Das wiederum geht auf einen einstimmigen Beschluss des Ortsbeirates zurück, der schon im vergangenen Oktober das Grundstück als städtebaulich ungeeignet bezeichnete. Ob die Stadtverordnetenversammlung der Empfehlung des Ausschusses folgt, ist unklar, denn auch innerhalb des Viererbündnisses sind die Meinungen geteilt. Die Frage ist, wie sich die Marxheimer in den vier Regierungsfraktionen behaupten können.

Es bleiben vorerst vier unproblematische Grundstücke – eines an der Einmündung der Jägergärten in die Königsteiner Straße im Hofheimer Norden, zwei an den Langenhainer Straßen Zu den Eichen und Zur Mark und ein viertes in Lorsbach, am Ende der Straße Am kleinen Feld. Der Planungsausschuss hat grundsätzlich beschlossen, dass die Stadt Wohnbaugrundstücke daraus machen soll. Beschlossen wurde auf Antrag der FWG aber auch, dass die jeweiligen Ortsbeiräte Stellung nehmen sollen. Das Verfahren aber so lange zu unterbrechen, wie es die Linken beantragten, das wollte die Mehrheit nicht – Winckler wies darauf hin, dass dies zu erheblichen Verzögerungen führen werde.

Der hält auch nichts davon, Grundstücke gleich wieder zu verwerfen, weil sie Klimaschutzfunktionen haben oder regionaler Grünzug sind. Winckler: „Irgendeine Funktion hat jedes Gebiet, unter dem Aspekt braucht man überhaupt nicht mehr zu bauen.“

Keine Flächen verbauen

Themen wie die Schutzzonen müssten genauer untersucht und Lösungen gefunden werden. Den Grünen gehen diese Überlegungen zu weit, auch sie sind sich allerdings in der eigenen Fraktion nicht ganz einig.

Marion Michel beispielsweise warnt grundsätzlich davor, immer mehr Flächen zu verbauen. „Dann müssen die Leute eben gucken, ob sie anderswo unterkommen“, setzt sie klare Prioritäten in der Abwägung zwischen Wohnungsmangel und Landschaftsschutz. Sie gibt dem geplanten großen Baugebiet Marxheim II Priorität, was aus Wincklers Sicht aber nicht ausreicht und ebenfalls nicht ohne Widerstände umzusetzen sein wird.

Und dann gibt es noch sechs Flächen, die ebenfalls auf der aktuellen Liste der Baulücken stehen, die aber noch weitere Prüfungen verlangen. Das ist eine Grünfläche in der Straße Am Steinberg, ein Parkplatz gleich neben der Thomaskirche in der Mainzer Straße, ein Grundstück östlich der Rheingaustraße am Ortsausgang Richtung Weilbach, ein Acker am Treffpunkt von Bräunling und Schwarzwaldstraße in Diedenbergen, ein Gelände unweit davon angrenzend an das katholische Gemeindezentrum und schließlich ein möglicher Bauplatz am Diedenbergener Heideweg gegenüber der Einmündung des Fliederweges. Der Vorteil hier: Alle Parzellen gehören der Stadt Hofheim.

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