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Die Drei von der Wehr

Für den Wehrführer waren 17 Jahre bei der Bad Sodener Feuerwehr genug. Kai Beuthien und Sven Griese teilen sich nun das Amt – und läuten einen Generationenwechsel ein.
Sven Griese und Kai Beuthien (von links) führen künftig die Sodener Feuerwehrmänner an. Ihr Vorgänger Harald Zengeler (rechts) hatte diese Aufgabe 17 Jahre lang übernommen.	Foto: Knapp Sven Griese und Kai Beuthien (von links) führen künftig die Sodener Feuerwehrmänner an. Ihr Vorgänger Harald Zengeler (rechts) hatte diese Aufgabe 17 Jahre lang übernommen. Foto: Knapp
Bad Soden. 

Lange Zeit hatte Harald Zengeler einen Wunsch: Wenn er vom Amt des Wehrführers zurücktritt, soll es ein reibungsloser Abgang sein. "Ich möchte stolz sein auf das, was ich geleistet habe, und dann die Verantwortung an Jüngere abgeben", sagt er. Das ist ihm gelungen. Nach 17 Jahren kandidiert der 52-Jährige nicht mehr für das Amt des Wehrführers bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden. Kai Beuthien (31) und Sven Griese (30) sind seine Nachfolger – mit ihnen ist auch der erhoffte Generationenwechsel geglückt.

Harald Zengeler wirkt zufrieden mit seiner Entscheidung. Er sitzt am blank geputzten Eichentisch in der Feuerwehrstube, die Worte sprudeln aus ihm heraus; es gibt viel zu berichten. "Die Mannschaft hat sich verjüngt, die Kameraden belegen immer mehr Lehrgänge", fasst er zusammen. "Insgesamt steht die Wehr auf soliden Füßen."

Nachwuchs im Fokus

Elf Jahre war Zengeler alt, als er der Feuerwehr beitrat. Das prägt. Ganz zurückziehen will er sich deshalb nicht. In Zukunft wird Zengeler den Feuerwehrverein führen – nur eben nicht mehr vier bis fünf Tage in der Woche. "Ich werde auch nicht jünger." Er grinst.

Ein wenig Idealismus müsse man in sich tragen, um dem Amt über Jahre die Treue zu halten – und um den Kameraden die Aufgabe schmackhaft zu machen. "Die Leute sind viel stärker eingespannt als früher, außerdem konkurriert die Feuerwehr mit anderen Angeboten um die knappe Freizeit", hat Zengeler beobachtet. "Deswegen müssen wir ihnen etwas bieten: Ich bin zum Beispiel stolz auf unseren Fuhrpark. Die Autos werden vom Kreis gestellt – in einfacher Ausführung. Wir haben Geld in bessere Ausstattung gesteckt." Dazu gehören Lösch- und Rettungstechnik – und Polster auf den harten Holzbänken.

"Harald hat uns viel Bewährtes überlassen: Eine solide Ausbildung für unseren Nachwuchs, gute Einsatzstandards", loben Zengelers Nachfolger Kai Beuthien und Sven Griese. Genug zu tun gibt es dennoch. Für besseres Infomanagement innerhalb der 60 Kameraden hat das neue Führungsteam bereits ein Intranet mit aktuellen Meldungen eingerichtet, zum Beispiel zu Straßensperrungen.

Außerdem wird der Schwerpunkt auf Nachwuchsförderung, Aus- und Weiterbildung liegen – und auf der Werbung neuer Mitglieder: "Wir haben eine Hunderettungsstaffel aufgebaut und dadurch auch einige Frauen fürs Team gewonnen", berichtet Beuthien.

Wie bei vielen anderen Feuerwehren ist der Migrantenanteil jedoch eher gering. Das liegt unter anderem daran, dass das Konzept der Freiwilligen Feuerwehren im Ausland oft unbekannt ist. "Hier ist Aufklärung gefragt", weiß Griese.

Zwei Kenner

Für ihre Aufgabe kommt beiden Männern nicht nur zugute, dass sie seit ihrer Jugend die blauen Uniformen tragen. Sven Griese ist hauptberuflich Feuerwehrmann, Kai Beuthien arbeitet im Vorbeugenden Brandschutz des Main-Taunus-Kreises. "So kenne ich Details, die bei der Brandbekämpfung helfen, und kann sie an meine Kameraden weitergeben – zum Beispiel, wie bestimmte Gebäude aufgebaut sind."

Was Harald Zengeler seinen Nachfolgern mit auf den Weg gibt? "Die sollen ihr Ding machen", sagt er. Und da wäre noch etwas: Der Wunsch nach einem Neubau beschäftigt die Kameraden schon lange. Die Fahrzeuge werden immer größer, sie passen kaum noch in die alte Garage. Zengeler zwinkert. "Es wäre toll, wenn in dieser Hinsicht etwas passieren würde." jro

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