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Immobilien-Kaufprogramm der Fraport AG: Die Immobilien der Fraport

Von Noch läuft das Immobilien-Kaufprogramm der Fraport AG für Wohnräume, die durch die Nordwest-Landebahn stark fluglärmbelastet sind. 113 Anträge auf Ankauf und 156 Anträge auf Ausgleichszahlung sind derzeit noch in Bearbeitung.
In der fluglärmgeplagten Rheinallee hat bei den meisten Häusern sowie Eigentumswohnungen ein Eigentümerwechsel stattgefunden. 	Foto: Nietner In der fluglärmgeplagten Rheinallee hat bei den meisten Häusern sowie Eigentumswohnungen ein Eigentümerwechsel stattgefunden. Foto: Nietner
Flörsheim. 

Letzte Chance zum Hausverkauf: In weniger als zwei Wochen, am Freitag, 31. Oktober, endet die Antragsfrist für das Casa-Programm der Fraport AG. Nach dem Ende dieses Monats kauft der Flughafenbetreiber keine Wohnungen und Häuser mehr von Menschen, die in einer eigen für das Programm festgelegen Zone in unmittelbarer Nähe der Einflugschneise leben. Das im Jahr 2005 gestartete Casa-Program ermöglichte es Eigentümern innerhalb des festgelegten Fördergebietes ihre hoch lärmbelasteten Immobilien an die Fraport zu verkaufen oder Ausgleichszahlungen zu beantragen. Stichtag für die Nutzung des Angebotes ist der 31. Oktober. Anträge, die nach diesem Termin gestellt werden, finden keine Berücksichtigung mehr.

 

Familien ziehen weg

 

In Flörsheim umfasst die Casa-Zone nahezu das gesamte Wohngebiet im Flörsheimer Norden entlang der Rheinallee. Viele Familien aus diesem Bereich haben die Mainstadt seit Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn im Jahr 2011 verlassen. Ein Jahr nach der Eröffnung der Nordbahn meldete Fraport, dass rund 130 Anwohner ihr Haus verkauften. Das Unternehmen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 26 Millionen Euro für den Ankauf von Immobilien im Fördergebiet investiert. Der Kaufpreis, der laut der Fraport von unabhängigen Sachverständigen festgelegt wird, betrug durchschnittlich 200 000 Euro pro Immobilie. Der Flughafenbetreiber hat das Budget seines Programms mit etwa 100 Millionen Euro beziffert.

 

Veränderungen

 

Die Fraport handelt nicht mit den erworbenen Immobilien und lässt auch keine Häuser abreißen. Das Unternehmen suchte neue Mieter, die die Wohnungen trotz des Fluglärms übernehmen wollen. Dies hat zu einer Veränderung der Bevölkerungsstruktur beigetragen. Nach Informationen der Verwaltung ist der Anteil ausländischer Bewohner seit Eröffnung der Landebahn gestiegen. Die Fraport berichtete vor einiger Zeit, dass 25 Prozent der Eigentümer nach dem Verkauf an die Fraport übergangsweise als Mieter in ihre früheren Immobilie bleibe.

Im Februar 2012 wurde das Casa-Programm im Rahmen der Landesinitiative „Allianz für mehr Lärmschutz“ erweitert: Neben der 180 Meter breiten Kernzone unter der Anfluglinie waren nun auch Anwohner der seitlich angrenzenden Übergangszonen als Antragsteller berechtigt. Das Fördergebiet wuchs auf eine Breite von 420 Metern an. Über 1000 Wohneinheiten sind betroffen. Das Casa-Programm richtet sich allerdings nur an Haus- und Wohnungsbesitzer, die ihre Immobilie vor dem 10. Juni 2002 gekauft haben. Nach diesem Zeitpunkt entfällt der Anspruch auf Entschädigungen, weil die Planung der neuen Landebahn bekannt war. Zu Beginn dieses Jahres hatte Fraport über 230 Häuser und Eigentumswohnungen aufgekauft. Etwa sieben Prozent dieser Immobilien standen leer.

Nach den jüngsten Zahlen, die das Unternehmen gestern Nachmittag bekanntgab, befinden sich aktuell nun 245 Immobilien im Besitz des Flughafenbetreibers. Darüber hinaus hat die Fraport im Rahmen von Casa über 112 Ausgleichszahlungen an Menschen geleistet, die in ihren Häusern bleiben wollten.

Viele Flörsheimer scheuen sich allerdings, diese Zahlungen anzunehmen, weil sie dem Antragsteller einen Eintrag ins Grundbuch vorschreiben. Die Bewohner solcher Immobilien verpflichten sich damit, künftige Einwirkungen des Flugbetriebs auf ihre Immobilie zu dulden – natürlich, ohne weitere Entschädigungen dafür verlangen zu können.

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