E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 19°C

Die Rückkehr des Werner Hollender

Hofheim. Er ist wieder da: Werner Hollender, der bis zu einer schweren Erkrankung in 2009 das Hotel am Rosenberg 16 Jahre lang mit viel Enthusiasmus geführt hatte,
Mischt in den nächsten zehn Monaten wieder kräftig im Hotel am Rosenberg mit: Werner Hollender.	Foto: Matthias Knapp Mischt in den nächsten zehn Monaten wieder kräftig im Hotel am Rosenberg mit: Werner Hollender. Foto: Matthias Knapp

Hofheim. Er ist wieder da: Werner Hollender, der bis zu einer schweren Erkrankung in 2009 das Hotel am Rosenberg 16 Jahre lang mit viel Enthusiasmus geführt hatte, ist überraschend ins Tagesgeschäft zurückgekehrt. „Bis zum 30. Juni 2014 wird der Betrieb ordentlich geführt“, verspricht der Alt-Gesellschafter. Das würden er und sein Geschäftsführer Uwe Stelter garantieren. Aber dann gehen im Hotel die Lichter aus. Definitiv? „Definitiv“, bestätigt Werner Hollender (66), der sich bereits in seine Heimatstadt Bochum zurückgezogen hatte und die Rente genießen wollte. Dass daraus vorerst nichts wird, liegt auch an der schwierigen wirtschaftlichen Situation des Hotels, die sich durch die ständigen politischen Diskussionen alles andere als vereinfacht hat. „Erste Gäste“, erzählt Hollender, „haben uns bereits verwundert gefragt: ’Wie, Ihr habt noch geöffnet?’“ Kein Wunder also, dass Hollender die ewigen Debatten um den unsäglichen städtischen Grundstücksdeal mit Hotelbesitzer Hans-Jochen Vogler leid ist und als geschäftsschädigend empfindet.

 

Hoffnungsloser Fall

 

Dabei steht Hollender treu auf Voglers Seite, der in den vergangenen Jahrzehnten eine Menge Geld in das Hotel und in diverse Erweiterungspläne investiert habe. Dass die Vorhaben nie realisiert wurden, habe nicht Vogler zu verantworten. Das letzte Projekt sei am Widerstand von Forstamt und Naturschutzbehörde gescheitert. Vogler, das versichert Werner Hollender, habe den defizitären Hotelbetrieb lange Jahre über Wasser gehalten, in dem er beim Pachtzins großzügig Abstriche gemacht habe. Hollender hält das 50 Jahre alte Hotel am Rosenberg für einen hoffnungslosen Fall: „Das Haus hat 69 Zimmer - das ist zu wenig. Unter 135 läuft heute gar nichts mehr.“ An der Schließung führe kein Weg vorbei, denn wer wolle schon einen Betrieb übernehmen, der dauerhaft rote Zahlen schreibe.

Warum aber macht Hollender das Hotel nicht gleich dicht? Etwas geordnet zu Ende zu führen, gebiete die Kaufmanns-Ehre und die Fürsorge fürs Personal, denn immerhin seien in dem Hotel 25 Menschen beschäftigt, sagt Hollender, der in der Schlussphase wieder auf das finanzielle Entgegenkommen von Vogler baut. Im Gegenzug gibt sich auch Hollender überzeugt, dass der Abriss des Hotels und die von Wilma geplante Wohnbebauung das beste für die Stadt und die Anlieger seien.

Was er nicht sagt: Wohnhäuser sind wahrscheinlich auch das beste für Hans-Jochen Vogler und ihn selbst, denn der Verkauf des Grundstücks, das Vogler für 700 000 Euro von der Stadt erworben hat, dürfte dem Hotelbesitzer geschätzte 7 Millionen Euro in die Kasse spülen.

 

Schicksalsgemeinschaft

 

Hollender und Vogler sind offensichtlich eine Art Schicksalsgemeinschaft eingegangen. Vogler jedenfalls merkt in einem „Fakten-Papier“ an: „Hollender ist immer noch Bürge und hat sich entschieden, bis zur Schließung des Hauses am 30. 06.2014 zu helfen, dass dieses Datum überhaupt erreicht werden kann (Negativpresse) und natürlich auch, um aus seinen Bürgschaftsverpflichtungen herauszukommen.“ Zur Hotelgesellschaft HLL, die heute noch die Geschäfte am Rosenberg führt, gehören die Herren Hollender, Lorenz und Laubach. Lorenz war von 1994 bis 1995 Pächter des Hotels; Franz Laubach, der inzwischen verstorbene Schwiegervater von Vogler, war dort in den 1980er Jahren Chef.

(Karl-Josef Schmidt)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen