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355 000 Euro werden investiert: Die SG bekommt ihren langersehnten Kunstrasen

Vor elf Jahren startete die Stadt Hofheim ihre „Kunstrasen Offensive“. Nun bekommt auch die SG Wildsachsen ein solches Geläuf. Am Samstag wurden die ersten Spatenstiche gesetzt.
Staubige Angelegenheit auf dem Fußballplatz in Wildsachsen: SG-Chef Jürgen Noll, Christian Vogt, Wolfgang Exner, Gisela Stang, Axel Wintermeyer und der SG-Ehrenvorsitzende Heiko Oehl (von links) beim symbolischen ersten Spatenstich. Foto: Knapp Staubige Angelegenheit auf dem Fußballplatz in Wildsachsen: SG-Chef Jürgen Noll, Christian Vogt, Wolfgang Exner, Gisela Stang, Axel Wintermeyer und der SG-Ehrenvorsitzende Heiko Oehl (von links) beim symbolischen ersten Spatenstich.
Wildsachsen. 

Im Grunde bietet die kleine aber feine Sportanlage der SG Wildsachsen ein wirklich idyllisches Bild. Vom Gelände an den Junghainzehecken aus blickte man am Samstag auf zwei stattliche Pferde, die genüsslich in der Mittagssonne auf einer nahe gelegenen, grünen Weide grasten. Der Fußballplatz der SG störte bis dato allerdings das Gesamtbild, handelt es sich doch um ein längst aus der Zeit gefallenes Geläuf aus roter Erde. Dabei wurde der Hartplatz erst 2001 errichtet. Für einen modernen und zukunftssicheren Kunstrasenplatz fehlte damals die finanzielle Unterstützung durch die Stadt.

Gegner stöhnten

Noch vor zwei Jahren traten die Kicker der SG Wildsachsen in der Gruppenliga Wiesbaden an und avancierten dort zum Angstgegner für die anderen Vereine. Allerdings hatte man diesen Status hauptsächlich aufgrund des staubigen Spielfeldes inne. „Jede Mannschaft, die zu uns kam, hat gestöhnt“, berichtet Jürgen Noll schmunzelnd. Lange Zeit kämpfte der Vereinschef mit seinen Kollegen um einen zeitgemäßen Kunstrasenplatz. Sogar seine Pilgerreise von Frankreich nach Spanien über den berühmten „Camino Frances“ nutzte Noll Anfang des Jahres, um Spenden für den Umbau des Sportplatzes zu generieren. Bei Gesamtkostenrahmen von 355 000 Euro war der kleine Verein jedoch auf die Unterstützung der Stadt angewiesen.

„In einigen Krisengesprächen haben wir der SG immer wieder versichert, dass auch sie dran kommen werden“, berichtet Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang. Bereits 2007 wurde im Rathaus zur „Kunstrasen Offensive“ geblasen. Nicht alle Stadtteilvereine habe man dabei aber sofort bedenken können, wie Stang betont. Ursprünglich sollte der synthetische Rasen erst im Jahre 2019 an den Junghainzehecken „ausgerollt“ werden. Da aber unverhofft Finanzmittel des Landes Hessen frei wurden, konnten Vereinschef Jürgen Noll, Bürgermeisterin Gisela Stang, Staatsminister Axel Wintermeyer und SG-Ehrenpräsident Heiko Oehl nun schon am Wochenende die symbolischen, ersten Spatenstiche setzen. Die Hälfte der 355 000 Euro Baukosten übernimmt die Stadt. Zwanzig Prozent trägt das Land Hessen und weitere zehn Prozent übernimmt der Main-Taunus-Kreis. Vom Landessportbund werden immerhin 10 000 Euro zugeschossen. Den Rest finanziert die SG Wildsachsen aus Eigenmitteln und mit einem städtischen Darlehen.

Um die Förderung vom Land zu erhalten, muss der Verein als Bauherr des Projektes fungieren. Daher wurde der Sportplatz von der Stadt per Erbbaurechtsvertrag für 33 Jahre an die SG übertragen. Die Anschaffung des Kunstrasens ist also nicht nur aus finanzieller Sicht ein Kraftakt für den Club, sondern verlangt auch organisatorisches Geschick.

Besser aufgestellt

Die Mühen sollen sich aber lohnen. „In der Vergangenheit haben wir wegen des Aschenplatzes immer wieder Spieler verloren“, berichtet Jürgen Noll, „denn die Fußballer zieht es eben ins Grüne.“ Künftig sieht man sich im Bestreben, die rund 130 eigenen Kicker zu halten, besser aufgestellt. Im November soll das erste Spiel auf dem Kunstrasen stattfinden.

Ein letztes Mal hatte Platzwart Sascha Bührer in der vergangenen Woche übrigens den Hartplatz mit Kreide markiert. In großen, weißen Buchstaben stand auf Höhe der Mittellinie „Goodbye rote Erde!“ geschrieben. Ab November fügt sich die Sportstätte der SG Wildsachsen dann in das idyllische, grüne Umgebungsbild ein – auch wenn der Rasen künstlich ist.

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