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Anna Pekala und Florian Albrecht-Schoeck: Die Sossenheimer Seele ausloten

Von Eine Ausstellung im SOS-Kinderdorf gibt Einblicke in die Lebenswelten der Sossenheimer und öffnet den Blick für das Wohnumfeld des Stadtteils. Die Schau ist Teil des Projekts „In Frankfurter Gesellschaft“ und soll zum Gespräch anregen.
Die Fotografen Anna Pekala und Florian Albrecht-Schoeck stellen ihre Bilder aus Sossenheim im Chlodwig-Poth-Saal des SOS-Kinderdorfs in Alt-Sossenheim aus: Ihre Porträts find farbig, seine Ansichten von Plätzen und Orten schwarz-weiß. Die Fotografen Anna Pekala und Florian Albrecht-Schoeck stellen ihre Bilder aus Sossenheim im Chlodwig-Poth-Saal des SOS-Kinderdorfs in Alt-Sossenheim aus: Ihre Porträts find farbig, seine Ansichten von Plätzen und Orten schwarz-weiß.
Sossenheim. 

Was ist Heimat? Der Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist? Oder der Ort, an dem man sich einfach nur wohl fühlt? Was macht Frankfurt zur Heimat? Und wie leben die Menschen in den Stadtteilen? Die Fotografen Anna Pekala und Florian Albrecht-Schoeck begeben sich auf die künstlerische Suche nach Antworten hierauf. „In Frankfurter Gesellschaft“ heißt das Projekt, das derzeit in den Quartieren des Frankfurter Programms Aktive Nachbarschaft mit Unterstützung der Stadt von den beiden Künstlern realisiert wird.

Anna Pekala sucht hierfür den Kontakt zu den Bewohnern, kommt mit ihnen ins Gespräch und porträtiert sie in ihren Wohnungen. Florian Albrecht-Schoeck richtet demgegenüber seinen Kamera-Blick auf das Umfeld mit seinen Besonderheiten. „Innen“ und „außen“ werden gegenübergestellt. Auch in Sossenheim haben die beiden Fotografen nun Halt gemacht.

Das Miteinander stärken

Die Ergebnisse ihrer Arbeit, großformatige Porträts und besondere Stadtteilansichten, sind jetzt in einer Ausstellung im Chlodwig-Poth-Saal des SOS-Kinderdorfs in Alt-Sossenheim zu sehen, die am Mittwochabend von Sozialdezernentin Professor Daniela Birkenfeld (CDU) eröffnet wurde. Das Projekt solle dazu anregen, sich mit dem Stadtteil, seinen Orten und den Menschen, die dort wohnen, zu beschäftigen, Gespräche anstoßen sowie das Miteinander und das gegenseitige Verständnis füreinander stärken, beschreibt die Stadträtin die Idee.

Sossenheim ist bereits die achte Station, an der das Projekt realisiert wurde. „Es entstand aus meiner Diplomarbeit heraus“, erzählt Anna Pekala. Sie hat genauso wie Florian Albrecht-Schoeck visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach studiert. „Ich habe zunächst Bewohner des Ben-Gurion-Rings fotografiert. Die Kontakte sind über den dortigen Quartiersmanager entstanden“, erzählt sie weiter. Auf Basis dieser Erfahrungen habe sie zusammen mit Albrecht-Schoeck ein Konzept ausgearbeitet, das sie derzeit umsetze – in verschiedenen Stadtteilen. Auch in Zeilsheim waren die beiden bereits unterwegs und haben dort ausgestellt (wir berichteten).

„Türöffner“ nutzen

Jedes Mal sind die Quartiersmanager für Pekala und Albrecht-Schoeck erste Ansprechpartner, quasi „Türöffner“. „Über die Quartiersmanager entstehen meist die Kontakte zu den Bewohnern“, sagt Pekala. In Sossenheim sei sie von Herbert Blass unterstützt worden. Er ist zuständig für das Quartiersmanagement der Otto-Brenner-Siedlung, das in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt ausgeführt wird.

„Auch ich kenne die Stadtteile oftmals nicht oder nicht so gut. Deswegen ist das Gespräch mit den Quartiersmanagern für mich sehr wichtig“, erklärt Florian Albrecht-Schoeck. „Über sie erfahre ich etwa, welche Orte und Plätze im Stadtteil bei den Bewohnern beliebt sind.“ Während der Fotograf diese Orte und Plätze in nüchternem Schwarz-Weiß und noch analog, also mit Film, fotografiert, sind die Porträts von Anna Pekala digital und in Farbe aufgenommen.

Albrecht-Schoeck erkundet die Straßen und Plätze der Stadtteile und erfasst sie, wie er selbst sagt, „intuitiv“. Der „Fremden“ Anna Pekala wird von den am Projekt teilnehmenden Bewohnern sehr viel Vertrauen entgegengebracht. Schließlich öffnen diese nicht nur für sie die Türen ihrer Wohnungen, sondern erlauben auch dem Betrachter der ausgestellten Porträts Einblicke in ihre Privatsphäre.

„Die Leute stehen dem Projekt manchmal erst auch skeptisch gegenüber“, weiß Pekala. „Ich überlasse es ihnen, wo in ihrer Wohnung sie fotografiert werden oder was sie anziehen möchten.“ Die 20 bis 25 Porträts, die in den jeweiligen Ausstellungen von ihr zu sehen sind, hat sie aus einer Vielzahl an Aufnahmen ausgewählt.

Auf manchen haben sich die Porträtierten in traditioneller Tracht aus ihren Heimatländern gekleidet oder sich einfach nur an ihren Lieblingsplatz in ihrer Wohnung gesetzt. „Manche stellen Dinge weg, die nicht mit aufs Foto sollen, andere nehmen ein Foto einer geliebten Person mit dazu, da sie auch Teil der Familie ist, aber nicht mit dabei sein kann“, beschreibt Pekala ihre Erfahrungen. Gut acht Wochen Zeit nehmen sich die Fotografen für jedem Stadtteil. Schließlich ermöglicht die Arbeit ihnen ebenfalls, einen ganz neuen Blick auf die Bewohner und ihr Umfeld zu werfen – für eine Antwort auf die Frage nach der Heimat.

 

Die aktuelle Ausstellung im SOS-Kinderdorf, Alt-Sossenheim 9, kann bis zum 28. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.in-frankfurter-gesellschaft.de.

 

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