E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Hofgut Liederbach: Die Wellness-Oase für Pferde

Inhaber Andreas Peiker hat die Anlage seit Ende 2014 einmal komplett umgekrempelt. Mit Erfolg: Es gibt eine Warteliste.
Daniela Büdenbender mit „Feuerblume“ am Laufband. Bilder > Foto: Knapp Daniela Büdenbender mit „Feuerblume“ am Laufband.
Liederbach. 

Anja Fink wohnt in Altenhain und arbeitet im Industriepark Höchst. Die Mittagspause nutzt sie gerne mal für einen Ausritt. Kein Problem, denn ihr Fuchswallach Darius steht im Hofgut Liederbach – nur einen Katzensprung entfernt. So ist sie an diesem Mittag wieder unterwegs, als Betriebsleiterin Daniela Büdenbender die Reporter über das samt Koppelflächen 15 Hektar große Anwesen führt. Sie habe hier „die besten Bedingungen“– von guter Betreuung bis zu gutem Heu, schwärmt Fink.

Die Begegnung mit der Kundin der Hofgut Liederbach Service GmbH war keinesfalls abgesprochen. Hier sieht der Besucher schnell, dass seit Ende 2014 fast 10 Millionen Euro in die Anlage investiert wurden. Damals hat Andreas Peiker vom Friedrichsdorfer Unternehmen für Kommunikationslösungen im Auto, das Hofgut übernommen. Es wurde Anfang der 80er Jahre errichtet, wechselte Ende der 90er den Besitzer. Unter Peiker wird das Hofgut einmal umgekrempelt, 2018 sollen die Arbeiten aber fertig sein.

Punktlandungen haben die Planer und Arbeiter bei den Sportanlagen hingelegt. Der große Springplatz mit Tribüne aus Naturstein war vor gut zehn Tagen fertig – pünktlich zur Premiere des „Skyline Cups“, dem neuen Reitturnier des Hofguts. Nachdem die Springer ihre Sieger gekürt haben, sind nun die Dressurreiter an der Reihe (siehe Info). Sogar Olympiasiegerin Isabell Werth hat sich angekündigt. Das viereckige Geläuf dafür ist aktuell noch in Arbeit. Die Betriebsleiterin ist sicher, dass auch diese Baustelle rechtzeitig fertig ist.

„Wir legen hier sehr viel Wert auf gehobenen Standard“, betont Daniela Büdenbender, fügt aber gleich salopp an: „Aber wir sind nicht versnobt.“ Das Hofgut hat im Vorjahr von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung fünf Sterne verliehen bekommen. Mehr geht nicht. Und das Einstellen eines Pferdes hat hier seinen Preis – zwischen 500 und 800 Euro. Doch die Atmosphäre ist locker, entspannt, hier steht das Wohl des Pferdes, die artgerechte Haltung im Zentrum. „Wenn’s Pferd entspannt ist, dann ist der Reiter entspannt“, weiß die Leiterin, die den Master in Nutztierwissenschaften hat und sich die Chefrolle mit Pferdewirtschaftsmeisterin Rita Reisenauer teilt.

Und die Vierbeiner machen in der Tat einen zufriedenen Eindruck in ihrer Wohlfühloase. Ein Fuchs ist gerade auf dem Laufband unterwegs, andere knabbern auf den Außenpaddocks an ihrem Heu. Die Berge sind mit Netzen überzogen, damit die Pferde langsam essen und besser verdauen können. Frostsichere Tränken gegen den Durst gibt’s obendrauf. In einer überdachten Führanlage für sechs Plätze können die Tiere langsam auf ihren Ausritt vorbereitet werden. Wenn sie kalt aus der Box los sprinten, „passieren die meisten Verletzungen“, weiß die Chefin. Gleich nebenan wurde eine Rundhalle neu gebaut, hier werden die Pferde angeritten, können frei springen, laufen an der Longe. Ein Außenlongierzirkel ist nebenan geplant.

Das Rundum-Sorglos-Konzept fängt schon bei den runderneuerten vier Stallgebäuden an. 94 Plätze gibt es – nicht mehr als früher. Nur haben die Tiere jetzt deutlich mehr Platz und Luft, sei es durch große Fenster oder eigene Paddocks, also Terrassen. Ein wenig an einen Wellness-Tempel erinnert ein erneuerter Stall, in dem es mehrere Solarien und Waschanlagen für Pferde gibt. Und von der Decke grüßen Videokameras. Aus gutem Grund: Einbrüche gebe es immer mal wieder in Pferdeställen, weiß Daniela Büdenbender. Doch die Diebe haben es nicht auf die Pferde, sondern auf wertvolle Sättel abgesehen.

Das „Urlaubskonzept“ am Hofgut komplettieren wird das Pferde-Spa, das als Teil einer neuen Reithalle aber noch im Bau ist. Hier soll es ein Wassertretbecken gerade für verletzte Pferde, ein weiteres Laufband und ein Dampfbad geben. Kein Wunder, dass der Hof läuft. Es gebe ein Warteliste und werde geschaut, wer in die Liederbacher „Familie“ passt, betont Büdenbender. Eltern mit Kindern sind ebenso willkommen wie beruflich eingespannte Soloreiter. Für den Nachwuchs zwischen fünf und zehn Jahren gibt es die „Pony-Kids“, später Einzelunterricht. Wichtige Dinge wie der Umgang mit dem Pferd, die Pflege, Krankheiten oder der Gang zum Hufschmied werden vermittelt. Das Hofgut verfügt über fünf Schulpferde und zwei Shetland-Ponys.

Und für die Zukunft? Eine Erweiterung sei hier im Außenbereich kaum möglich, der Status quo solle gehalten werden, sagt Daniela Büdenbender. Das gilt mindestens auch fürs Personal mit den beiden Chefinnen, zwei Bereiterinnen, vier Auszubildenden zum Pferdewirt sowie fünf Mitarbeitern für Pflege, Fütterung, Misten, Auslauf. „Wir wollen junge Leute perfekt aufs Berufsleben vorbereiten“, sagt die Liederbacherin zur hohen Zahl an Lehrlingen. „Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten.“ Und die Möglichkeiten einer Übernahme seien dann durchaus gegeben.

(wein)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen