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Ehemalige Waldgaststätte steht leer: Die Zukunft des „Hubertus“ in Bad Soden ist unklar

Von Es ist ein Stückchen Heimatgeschichte, das ehemals beliebte Ausflugslokal „Hubertus“ an der Ortsgrenze von Neuenhain. Doch seit März gammelt das denkmalgeschützte Gebäude vor sich hin. Und keiner weiß so recht, wie es weitergehen soll.
Die ehemalige, denkmalgeschützte Waldgaststätte „Hubertus “ an der Ortsgrenze von Neuenhain ist geschlossen und verfällt. Foto: Hans Nietner Die ehemalige, denkmalgeschützte Waldgaststätte „Hubertus “ an der Ortsgrenze von Neuenhain ist geschlossen und verfällt.
Bad Soden. 

Einladend sieht anders aus. Seit März dieses Jahres ist die ehemalige Waldgaststätte „Hubertus“ an der Ortsgrenze von Neuenhain geschlossen. Seitdem gammelt das Gebäude, das vor mehr als 100 Jahren an der Königsteiner Straße 222 errichtet wurde, vor sich hin. Im Februar 2017 wurden das beliebte Ausflugslokal sowie der dazugehörige Vorgarten von der Denkmalschutzbehörde in Wiesbaden zum Kulturdenkmal erklärt (das Kreisblatt berichtete ausführlich).

Unterschriften gesammelt

Vorausgegangen war eine Bürgerinitiative, die mehrere 100 Unterschriften gesammelt hatte, um „Hubertus“ zu erhalten. Denn die damaligen Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, hatten einen Kaufvertrag mit einem Investor abgeschlossen, der das Ensemble abreißen und Reihenhäuser auf dem Areal errichten wollte. Das scheiterte bekanntlich, als der Denkmalschutz einschritt. Im vergangenen März nun lief der Vertrag mit dem Pächter der Gaststätte aus, und seitdem liegt der Betrieb brach.

Doch wie geht es jetzt weiter? „Das sieht nicht mehr so gut aus“, räumt Bürgermeister Frank Blasch auf Anfrage ein. Auf der einen Seite handele es sich um Privateigentum, „das wir als Stadt respektieren“. Auf der anderen Seite sei die Stadt aber daran interessiert, „dass es wieder belebt wird“. Der „Noch-Eigentümer“ wolle das Grundstück samt Gebäude veräußern und sei mit der Bauberatung in Kontakt, um herauszufinden, was machbar sei.

Michael Henninger, Chef der Abteilung Stadtplanung und Bauberatung im Rathaus, verweist auf den Bebauungsplan „Sophienruhe“ von 1972, der rechtskräftig sei, aber keine konkreten Hinweise auf die Nebengebäude im rückwärtigen Bereich des Grundstücks gebe.

Marode Gemäuer

Denn nur diese Gemäuer, die in einem maroden Zustand sind, könnten abgerissen werden. Nur dort sei eine Fläche als Wohnbaufläche markiert. Da es sich um ein allgemeines Wohngebiet handele, so Henninger, könne im „Hubertus“ auch wieder Gastronomie einziehen. Doch all diese Überlegungen müssten zwischen der Unteren Denkmalbehörde des Main-Taunus-Kreises in Hofheim, der Stadt Bad Soden und dem Eigentümer ausgelotet werden, sagt Michael Henninger und drückt sich vorsichtig aus.

Magere Infos

Die Informationen aus dem Kreishaus erweisen sich ebenfalls als mager. Auf die Frage nach dem Eigentümer verweist Johannes Latsch, Sprecher des Main-Taunus-Kreises, auf den Datenschutz. Dazu könne der Kreis keine näheren Angaben machen.

Zurzeit sei die Untere Denkmalbehörde weder mit dem Eigentümer in Kontakt, noch liege ein Bauantrag vor. Wie das historische Gaststätten-Gebäude im Rahmen des Denkmalschutzes genutzt werden könne, „hängt „von den erforderlichen Veränderungen am Kulturdenkmal ab“, urteilt Kreissprecher Latsch nach Rücksprache mit seiner Fachabteilung. Der Eingriff in die Substanz müsse begrenzt sein. Auch der als Parkplatz genutzte Wald gehöre zum Privatgrundstück. Eine Nutzung dieses Areals sei im Bebauungsplan aber nicht vorgesehen.

Interessant ist die Aufforderung der Denkmalbehörde des Main-Taunus-Kreises an die Adresse der Bad Sodener Stadtplaner, den Bebauungsplan in diesem Bereich zu überarbeiten. „Das Bewahren architektonischen Erbes und Nutzerinteressen sollten hier in Einklang gebracht werden“, führt Latsch aus.

Das Kreisblatt nahm telefonischen Kontakt zum Rechtsanwalt Stephan Felix auf, der seit längerem die Interessen der Erbengemeinschaft vertritt. Der Anwalt verwies auf seine Schweigepflicht und sagte, er mache daher keine Angaben zur aktuellen Situation.

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