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„Whiteboard“ eingeführt: Die grüne Kreidetafel hat an der Hartmutschule ausgedient

Von Kreide, Schwamm und Tafel waren gestern: Die Klasse 2c der Hartmutschule ist auf der Höhe des digitalen Zeitalters angekommen und lernt jetzt an einem „Whiteboard“. Und wird damit fit für die Zukunft.
Schluss mit Schwamm und Kreide: Sarah (von links), Isabel, Kerem und Luis arbeiten jetzt mit dem Whiteboard. Foto: Hans Nietner Schluss mit Schwamm und Kreide: Sarah (von links), Isabel, Kerem und Luis arbeiten jetzt mit dem Whiteboard.
Eschborn. 

Die Begriffe „Hund“, „Rose“, „Malerin“, „Esel“, „Koch“ und „Baum“ sollen den Rubriken „Menschen“, „Tiere“ und „Pflanzen“ zugeordnet werden. Für die 2c der Hartmutschule von Klassenlehrerin Anne Karp-Lubich ist das ein Klacks. Sarah, Luis, Isabel und Kerem lösen die Aufgabe im Handumdrehen.

Aber es gibt eine Besonderheit dabei: Die Grundschüler der 2c arbeiten seit diesem Schuljahr mit einer digitalen, interaktiven Tafel – die im englischen Fachjargon „Whiteboard“ heißt. Vereinfacht gesagt ist das ein überdimensionaler Bildschirm, der mit einem Computer mit Internetzugang vernetzt ist. Die Schüler tippen die Begriffe mit dem Finger auf dem Bildschirm an und ziehen sie in das Rubrikenkästchen. „Du bist ein Profi. Alles richtig“, lobt sie eine digitale Stimme. Die gute alte, grüne Tafel sowie Kreide und Schwamm haben jetzt auch in der 2c ausgedient und sind im wahrsten Wortsinn „old school“.

Teures Vergnügen

Zwar hat die Hartmutschule in ihrem Computerraum bereits seit acht Jahren ein Whiteboard, das sich jedoch 330 Schüler aus 16 Klassen teilen müssen. „Für zwei Kassenzimmer konnte die Schule solche modernen Tafeln inzwischen auch anschaffen. Für mehr reichte jedoch das Geld nicht“, sagt Anne Karp-Lubich. „Es war daher ein Glücksfall, dass ich mit dem Vater eines Schülers, Uwe Menger, ins Gespräch kam. Er stelle den Kontakt zur Ursula-und-Dr. Thilo Köpfler-Stiftung her, die für den Klassenraum der 2c das Whiteboard gesponsert hat. Es wäre toll, wenn es weitere Sponsoren gäbe“, sagt sie. Die Pädagogin ist von den digitalen Tafeln überzeugt. „Es kann darauf mit Stiften geschrieben und gemalt werden wie bisher. Aber über das Board sind alle visuellen, akustischen Medien wie Film oder Musik sofort verfügbar, für die wir früher unter Absprachen im Kollegium zeitaufwendig Einzelgeräte beschaffen mussten. Weiterer Pluspunkt ist der aktuelle Internetzugang.

Außerdem können Lerninhalte an der Tafel erarbeitet werden, die nicht weggewischt werden, sondern gespeichert bleiben und abrufbar sind“, sagt sie. Viele Schulbuchverlage bieten inzwischen parallel Lern-Software an, die über die Boards eingespielt werden können, wie das Beispiel vom Anfang zeigt. Schulhefte und Schulbücher liegen ganz altmodisch trotzdem noch auf den Tischen der 2 c. Zur Lebenswirklichkeit der Schüler gehört aber neben der konkreten Umgebung auch die digitale Alltags-Welt. „Wir müssen die Kinder in der Schule damit vertraut machen, damit sie fit für ihre Zukunft werden“, sagt Anne Karp-Lubich an die Adresse möglicher Kritiker von digitalen Unterrichtsformen. „Gerade das Erlernen der alten Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen lässt sich über die digitalen Tafeln ganz wunderbar mit dem Heranführen an die moderne Realität von Computer und Internet verbinden“, sagt sie. Übrigens: Die Tafel funktioniert auch wenn der Computer mal ausfällt – dann reicht Strom für die alten Grundfunktionen. Für die Schüler ist das alles ohnehin nichts Neues: Sie sind zu Hause mit Laptops und Smartphones aufgewachsen.

Alles geht schneller

Ohne Scheu und ganz natürlich gehen sie mit der digitalen Tafel um. Leonard und Margarete und der ganze Rest der Klasse finden die neue Tafel toll. „Man kann alles sofort aufrufen, wenn es gebraucht wird, und es geht alles schneller“, sagen sie. Nur Luna vermisst die alte Tafel mit der Kreide und den Magneten, die man daran heften kann. Magneten kann man aber auch an die digitale Tafel heften. Nur Kreide und Schwamm sind verloren. Aber damit kann man ja schließlich noch im Kunstunterricht arbeiten.

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