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"Die schönste Brücke in der Stadt"

Jetzt wurde sie wieder hergerichtet. Und die Einweihung wurde gestern mit den Hornauern gefeiert.
Trotz des schlechten Wetters wurde auf der sanierten Brücke gestern gefeiert.	Foto: Nietner Trotz des schlechten Wetters wurde auf der sanierten Brücke gestern gefeiert. Foto: Nietner

Einst war sie die Brücke für die vornehme Herrschaft, jetzt ist sie eine vornehme Brücke für Hornaus Bürger: Die Liederbachbrücke hat seit ihrer Entstehung, die auf Mitte des 18. Jahrhunderts geschätzt wird, schon unzähligen Leuten eine gute und sichere Überquerungsmöglichkeit geboten. Erst den Herrschaften und Bediensteten vom Hofgut und dann auch den einfachen Hornauer Bürgern, die zwischen dem alten und dem neuen Ortsteil pendeln.

Doch der Zahn der Zeit nagte an dem Bauwerk. Zuletzt war die Brücke links und rechts von allerlei Grün eingewachsen. Außerdem war die Bausubstanz erheblich angegriffen – unter anderem klaffte ein großes Loch im Brückenbogen-Fundament.

Jetzt, nach den Sanierungsarbeiten, die Ende vergangenen Jahres abgeschlossen wurden, ist von all dem nichts mehr zu sehen: "Es ist die schönste Brücke Kelkheims", verkündete Bürgermeister Thomas Horn bei der Eröffnung des Brückefestes, das die "Bürger von Hornau" organisiert hatten. Und tatsächlich – das rote Verbundpflaster, die Sandsteinsäulen und die Statue des Brückenschutzheiligen Nepomuk hinterließen selbst im Regen, der gestern anscheinend gar nicht mehr aufhören wollte – einen schönen Eindruck.

Rund 60 000 Euro haben die Arbeiten an der sogenannten "Chaisebrücke" laut Horn gekostet. Zudem haben die "Bürger von Hornau" die Brücke gesäubert und das Grün zurückgeschnitten. Das Entstehungsdatum der Brücke wird auf 1755 geschätzt. Damals diente sie der Herrschaft des Hofgutes, die hier etwa zu ihren Gärten auf der anderen Seite des Liederbachs ging. Heute sei die Brücke von hoher Bedeutung für viele Hornauer, da sie den alten und den neuen Ortsteil verbinde, erklärt Dieter Trippe. Die Kindergartenkinder, Bürger auf dem Weg zum Vereinshaus, Kirchenbesucher, viele würden ständig "rüber und nüber" gehen.

Das regnerische Wetter hatte den Initiatoren des Festes, die die neue Brücke feiern wollten, allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt auf dem Platz Rotlintallee musste deshalb unter Zelten und in den Räumen der St. Martinsgemeinde gefeiert werden.

Im Rahmen des Festes stellte der Verein überdies zwei weitere Projekte vor: Passend zum 60. Jubiläum, das die neue St. Martinskirche in diesem Jahr begeht, präsentierte Karl-Heinz Franz ein Modell des Gotteshauses. Als junger Mann hatte der gelernte Zimmermann und spätere Bautechniker an der neuen und heute denkmalgeschützten Kirche mitgebaut (wir berichteten). Drei Winter hat er sich mit der Planung und dem Bau des maßstabsgetreuen Modells beschäftigt, für das er beim Brückenfest Lob und Anerkennung erhielt und das er den "Bürgern für Hornau" geschenkt hat. "Alles soll erhalten bleiben", meint Dieter Trippe. Deshalb sei ein solches Modell auch für die Zukunft wichtig.

Als nächstes möchte der Verein, der sich die Verschönerung und Verbesserung Hornaus auf die Fahnen geschrieben hat, ein Modell der Altstadt in Auftrag geben. Das Hornau des frühen 19. Jahrhunderts solle hier sichtbar gemacht werden, erzählt Trippe. Bis zu 6000 Euro wird das Modell, das von Hans Krämpny entworfen wurde, den Verein kosten. Aus den Einnahmen des Brückenfestes sowie Spenden solle das Ganze finanziert werden, sagte der Vorsitzende.

Ob allerdings beim Fest genügend Geld zusammengekommen ist, ist fraglich. Denn auch wenn die Vereinsmitglieder interessante und schöne Habseligkeiten auf dem Trödelmarkt präsentierten, der mit zum Fest gehörte – vielen Besuchern war es schlicht zu ungemütlich für einen Bummel über den Markt. tay

(Melanie Taylor)
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