Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Erdkunde-Ass: Dieser 15-Jährige hat mehr Geografie-Wissen als Du

Von Wer gehört nicht zur Organisation erdölexportierender Länder: Libyen, Algerien, Nigeria oder Tschad? Leonard Fischer (15) weiß das - und noch viel mehr!
Der 15 Jahre alte Leonard Fischer lebt in Niederhöchstadt und besucht die Albert-Einstein-Schule in Schwalbach. Die fünf unten aufgeführten Fragen gehörten zu den Aufgaben, die der Jugendliche beim hessischen Landesentscheid lösen musste. Foto: Hans Nietner Der 15 Jahre alte Leonard Fischer lebt in Niederhöchstadt und besucht die Albert-Einstein-Schule in Schwalbach. Die fünf unten aufgeführten Fragen gehörten zu den Aufgaben, die der Jugendliche beim hessischen Landesentscheid lösen musste.
Schwalbach/Niederhöchstadt. 

Eine große Landkarte bedeckt die Wand im Jugendzimmer. Ganz genau weiß der Gymnasiast Leonard Fischer, von wo aus sich die Koordinaten der Erdkugel berechnen lassen – vom Nullmeridian im Londoner Greenwich aus. Aber auch sonst kennt der Jugendliche sich bestens aus im Fach Geografie. So gut, dass er den Landesentscheid des Wettbewerbs „Diercke iGeo 2017“ gewonnen und das Land Hessen beim Bundesfinale in Braunschweig vertreten hat.

Chinas Ein-Kind-Politik

Den Wettbewerb habe er im Internet ausfindig gemacht, verrät der begabte 15-Jährige, der die Albert-Einstein-Schule (AES) in Schwalbach besucht und in Niederhöchstadt lebt. „Unsere Schule nahm bisher immer an der Mathe-Olympiade teil“, sagt Leonard. Warum sollte die AES sich nicht auch an einem Fach beteiligen, das ihm selbst mehr liege, habe er sich gesagt und sei auf den Test gestoßen. Dass der Wettbewerb auf Englisch stattfindet, habe ihn nicht weiter gestört. „Natürlich hat man nicht alles so gut drauf wie im Deutschen“, erzählt Leonard. Aber offensichtlich haben seine Sprachkenntnisse ausgereicht, um die zweistündige Klausur mit Bravour zu bestehen.

Als Einziger hatte er in einem Klassenraum der Schwalbacher Albert-Einstein-Schule gesessen, ausgerüstet mit einem Wörterbuch und einem Atlas. In einer ersten Kurzklausur war es um die Entstehung der Inselkette Hawaiis gegangen. Unter der Hauptinsel liege ein sogenannter Hotspot, über den sich seit Jahrmillionen die Pazifische Platte in Richtung Nordwesten bewegt und die kleinen Inseln hat entstehen lassen. Um Human-Geografie, speziell in der Volksrepublik China, drehte sich der zweite Klausurblock. Mit dem Thema sei er ohnehin vertraut, verrät der junge Erdkunde-Freund. Spannend sei, wie sich die inzwischen abgeschaffte Ein-Kind-Politik auf die Gesellschaft im Reich der Mitte auswirke und wie sich Ellenbogen-Denken durch meist verhätschelte Einzelkinder breit gemacht habe.

Die großen Zusammenhänge im Leben beschäftigen den Gymnasiasten, auch die eigene Umwelt beobachtet er analytisch. „Im Grunde hat auch die physische Geografie immer Auswirkungen auf die Menschen“, fachsimpelt Leonard.

Keiner, der nur grübelt

Ein dritter Klausurteil hatte in Form eines Multiple-Choice-Tests (Ankreuzprüfung), diesmal ohne Atlas, noch allgemeines Erdkundewissen abgefragt. In den meisten Punkten sei er sich sicher gewesen, hier und da habe er geraten, gibt der AES-Schüler zu. Alles in allem war es aber ein großer Erfolg für ihn – zumal er sich mit älteren Schülern der gesamten Oberstufe messen konnte. Leonard besucht noch die Eingangsstufe, hat die beiden entscheidenden Jahre, die ins Abitur münden also noch vor sich.

Auch dem Bundeswettbewerb blickte er selbstbewusst entgegen. „Man traut mir das wohl zu . . .“ Auch wenn es diesmal noch nicht für einen vorderen Platz gereicht hat, will er dabeibleiben, wartet doch auf den Gesamtsieger eine Reise zum weltweiten Finale; diesmal in Quebec. Vier von 15 Teilnehmern des Bundesentscheids qualifizierten sich für die Endrunde in der kanadischen Stadt.

Aufgrund seines jugendlichen Alters habe er ja noch zweimal die Chance, am Wettbewerb teilzunehmen. „Die Ausrichter haben mich ermutigt, in zwei Jahren wieder teilzunehmen, wenn es 2020 nach Istanbul geht“, so Leonard. Reisen hat er bereits einige unternommen. In den Osterferien sei er mit seinem Vater in New York gewesen, im Sommer vergangenen Jahres mit der Familie in Uganda. Afrika interessiert ihn sehr. Ursache könnte sein, dass seine Mutter beruflich viel mit dem Kontinent zu tun habe, vermittelt sie doch FSJ-ler nach Tansania. Häufig habe seine Familie Besucher von dort zu Hause in Niederhöchstadt zu Gast.

Der Geografie-Fan Leonard kann sich vorstellen, einen Beruf zu erlernen, der ihn in fremde Länder führt, etwa den diplomatischen Dienst. Aber auch Jura oder Architektur kommen in Frage. Vielleicht Häuser entwerfen, in denen die Wohnparteien Räume gemeinsam nutzen? Leonard ist ein junger Mensch, der nicht nur grübelnd in seinem Zimmer sitzt, sondern viele Dinge reflektiert, gerne schwimmen geht und sich in der Katholischen Gemeinde einbringt.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse