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Dieses Haus bleibt geschlossen

Als offizieller Grund wird vom Magistrat Personalmangel angegeben. Ein Mitarbeiter ist in Altersteilzeit gegangen, zwei weitere haben gekündigt.
Das Jugendzentrum an der Mainzer Landstraße bleibt vorerst geschlossen. Foto: Nietner Das Jugendzentrum an der Mainzer Landstraße bleibt vorerst geschlossen. Foto: Nietner
Hattersheim. 

Die Türen des bunt gemalten Hauses sind abgeschlossen. Früher konnten junge Leute von dienstags bis freitags im Café des Jugendzentrums an der Mainzer Landstraße Billard und Play-Station spielen, auf die Dartscheibe zielen und sich im Tischfußball messen. Diese Zeiten sind jedoch erst einmal vorbei.

Der Magistrat teilte nach einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses schriftlich mit: "Das Jugendzentrum und der Jugendtreff Eddersheim bleiben bis auf weiteres geschlossen." Schon seit einiger Zeit wurde in Hattersheim darüber diskutiert, wie man das Angebot für Jugendliche effektiver gestalten kann. Nun gab es zumindest eine personelle Änderung: Die Mitglieder des bisherigen Teams des Referats für Kinder, Jugend, Senioren und Soziales, Andreas Dotter, Frauke vom Schemm und Dieter Zajonz, sind nicht mehr dabei.

Zwei gekündigt

Einer der Mitarbeiter geht in Altersteilzeit, die zwei weiteren hauptamtlichen Fachkräfte haben gekündigt. Details dazu will die Stadt nicht bekanntgeben. Gab es Ärger, ist man im Bösen auseinander gegangen? Die Reaktion auf diese Fragen ist abweisend. "Ich wüsste nicht, dass das von irgendeiner Relevanz für die Berichterstattung zu diesem Thema wäre", sagt Sprecherin Ulrike Milas-Quirin gestern auf Anfrage des Höchster Kreisblatts. Eine Trennung in Freundschaft klingt irgendwie anders.

Fest steht: Die Mitarbeiter des Jugendzentrums hatten im Juli noch die Ferienspiele organisiert und auch durchgeführt. Im Anschluss daran waren Schließungszeiten von Jugendzentrum und Jugendtreff bis einschließlich 6. August vorgesehen. Seitdem ist keine Wiedereröffnung erfolgt, und bis auf weiteres gibt es auch keinen Termin dafür. "Ein konkretes Datum kann ich da nicht nennen", sagt die städtische Sprecherin.

Notwendige Aufgabe

In der Mitteilung der Stadt ist weiter zu lesen: "Bis Mitte September werden noch Einzelberatungen und Einzelfallhilfen nach Terminabsprache angeboten. Die beiden studentischen Aushilfskräfte sind bereits im Schulkinderhaus Rathausstraße beziehungsweise in der Schulsozialarbeit an der Heinrich-Böll-Schule eingesetzt." Ulrike Milas-Quirin betont: "Offene Jugendarbeit wird grundsätzlich als notwendige Aufgabe einer Kommune angesehen, natürlich auch in Hattersheim." Dementsprechend gebe es Beschlüsse der städtischen Gremien, ein Konzept zur Jugendarbeit zu erstellen und konkrete Schritte zu einer Verbesserung der Jugendarbeit zu erarbeiten. Zuvor sei es jedoch erforderlich, die Rahmenbedingungen und finanziellen Ressourcen für die Jugendarbeit neu abzustimmen. Letztlich handele es sich um freiwillige Leistungen, die angesichts der Diskussion über die Inanspruchnahme des Rettungsschirms des Landes Hessen auf den Prüfstand gestellt werden müssten.

Bereits im Dezember 2011 wurde über eine Optimierung der Jugendarbeit in Hattersheim diskutiert. Seit über eineinhalb Jahren liegen die Ergebnisse einer Studie vor, die von der BASA-Stiftung zur Förderung von Jugendarbeit und Jugendforschung von der Stadt in Auftrag gegeben worden war. Im Rahmen der Studie waren die weiblichen Nutzer des Jugendzentrums in der Mainzer Landstraße befragt worden und hatten sich Angebote für Mädchen mit festen Zeiten gewünscht.

Die Studie machte konkrete Vorschläge: Zum Beispiel mobile Angebote für Jugendliche in den Stadtteilen, den Wechsel auf einen freien Träger für die Ferienspiele, so dass städtische Mitarbeiter für das Jugendzentrum mehr Kapazitäten haben, die Vermietung des Jugendzentrums an Vereine und eine neue Homepage. Effektiver werden solle die Jugendarbeit. Das kann bedeuten, mit den vorhandenen Ressourcen mehr zu erreichen oder das vorhandene Angebot einfach preiswerter aufrecht zu erhalten.

Denn letztlich geht es darum, zu sparen. Bevor Pläne zur Wiedereröffnung gefasst werden könnten, sei es erforderlich, "finanzielle Ressourcen für die Jugendarbeit neu abzustimmen", heißt es in der Mitteilung der Stadt.aze

(Anne Zegelman)
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