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Kämmerei-Leiter: Dürfen wir vorstellen: Das ist Kelkheims Schatzmeister

Von Bürgermeister Albrecht Kündiger nennt ihn „einen meiner wichtigsten Mitarbeiter“: Thomas Alisch sorgt als Kämmerer dafür, dass die Finanzen der Möbelstadt im Lot bleiben.
Thomas Alisch wurde vor wenigen Wochen zum Magistratsdirektor ernannt. In seinem Büro im dritten Stock des Rathauses fühlt er sich wohl, dennoch will er in fünf Jahren auch aufhören Foto: Knapp Thomas Alisch wurde vor wenigen Wochen zum Magistratsdirektor ernannt. In seinem Büro im dritten Stock des Rathauses fühlt er sich wohl, dennoch will er in fünf Jahren auch aufhören
Kelkheim. 

Es gibt manchmal ganz einfache Erklärungen für eine berufliche Karriere. Bei Thomas Alisch war das so. Der Leiter der Kelkheimer Kämmerei entschied sich zunächst gegen ein Studium und für eine Verwaltungslehre, weil er nach einigen Lehrjahren endlich das erste Geld verdienen wollte. Doch wohin gehen in einem großen Verwaltungsapparat der Stadt Wiesbaden? Auch hier gab es für Alisch eine simple Erklärung: Seine Noten seien überall gut gewesen, außer im Finanzwesen – und deshalb wählte er die Kämmerei. Zumal es dort andere junge Leute weniger hinzog.

Garant für Sicherheit

Alisch ist diesem Amt treu und ein Mann der Zahlen geblieben. Seit genau 40 Jahren ist er im öffentlichen Dienst, seit 37 in einer Kämmerei und seit 30 Jahren bei der Stadt Kelkheim. Zahlen, die auch Bürgermeister Albrecht Kündiger schwer beeindrucken, der ihm die Jubiläumsurkunde überreicht. „Er ist ein Garant dafür, dass das wichtigste Gerüst, die finanzielle Situation, auf sicheren Füßen steht“, lobt er „einen meiner wichtigsten Mitarbeiter“. Der Spruch: „Ein Kämmereileiter ist wie eine Versicherung des Bürgermeisters“ treffe für Alisch in einem großen Maße zu. Mit seiner Zeit im Rathaus Kelkheim sei er ein „leuchtendes Beispiel dafür, dass wir hier ein gutes Betriebsklima haben“. Kündiger und Alisch sind sich in der Marschroute einig: „Wir haben das große Ziel, nie wieder einen nicht ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.“ Realistisch müsse das Zahlenwerk sein – und dafür stehe sein Amtsleiter.

Nicht immer rosige Zeiten

Der wiederum hat in Kelkheim nicht immer rosige Zeiten erlebt. Schwer sei es noch vor wenigen Jahren gewesen, als die Konjunkturlage und die Einnahmen schlecht waren, es ein Minus im Etat gab. „Nicht schön“ war es, als Bürgermeister Thomas Horn 2014 den eingebrachten Etat wieder zurückziehen musste. Problematisch sei es, Steuererhöhungen durchzusetzen. Da sei das Verständnis bei der Politik nicht immer da, weiß der 60-Jährige aus Erfahrung. Aktuell sieht er die Kommune bei den Hebesätzen aber gut aufgestellt.

Geboren in Höchst und aufgewachsen in Bremthal, führte Alischs Weg zunächst nach Wiesbaden. Nach vier Jahren schon der Wechsel per Rochade mit einem Kollegen nach Oestrich-Winkel. Als Leiter des Finanzwesens habe er dort in vielen Ämtern viel gelernt. Und ging in die Offensive: Ende der 80er-Jahre bewarb er sich für den Posten des Ersten Stadtrats in Eppstein. Er hatte hochkarätige Konkurrenz: Peter Reus aus Kelkheim, der lange Rathaus-Vize in Eppstein, dann Bürgermeister war. Dessen Vorgänger Hans-Dieter Schirrmacher wechselte als zweiter Mann nach Kelkheim – und erinnerte sich an Alischs Bewerbung. Er holte ihn 1988 als Leiter der Kämmerei in die Möbelstadt. Eine Entscheidung, die Alisch nicht bereut hat. Erster Stadtrat wollte er danach nicht mehr werden: „Ich habe gesehen, was da an politischen Dingen dran hängt.“ In Kelkheim machte er dennoch Karriere – Amtsrat, Oberamtsrat, Magistratsrat, Magistratsoberrat und vor wenigen Wochen die Ernennung zum Magistratsdirektor.

Hier in seinem Büro im dritten Stock will er in fünf Jahren auch aufhören. Viele Kollegen werden es bedauern, denn Alisch ist laut seiner Kämmerei-Mitarbeiterin Martina Kockerbeck, zudem Personalrätin, „ein guter Chef“ und ein Mann, „der immer ein offenes Ohr hat“. Eine „hohe Akzeptanz“ und Beliebtheit nimmt auch Kündiger wahr, weshalb er laut überlegt: „Das hessische Beamtenrecht sieht vor, dass man auch verlängern kann.“

Opa von Drillingen

Denn Alisch wird an allen Ecken und Enden gebraucht, da Kelkheim aktuell keinen Ersten Stadtrat hat. Der Vater von zwei Söhnen und Opa von Drillingen im Alter von drei Jahren hält eine solche Verstärkung nicht für unnötig: Bürgermeister Kündiger habe viele Aufgaben, da könnte sich eine Verstärkung zum Beispiel in das umfangreiche Gebiet der Kinderbetreuung sehr gut einarbeiten, findet er. Gut eingearbeitet hat sich Alischs Team vor zehn Jahren auch in die doppelte Buchführung. Als eine der ersten Kommunen ohne Erfahrungen sei das gut gemeistert worden, lobt er sein Team. „Es ist sinnvoll, weil es den Werteverzehr darstellt“, sagt er zur Doppik. Allerdings sehr personalintensiv. Alischs Mannschaft von rund 20 Kollegen ist damals gewachsen.

Alle Hände voll zu tun hatte er auch in diesem Sommer – als Geschäftsführer der Rettershof GmbH nach dem Großbrand. Natürlich hält er das Kleinod nach so vielen Jahren für sehr wichtig, betrachtet es aber gerade unter finanziellen Aspekten. Es seien mal Zuschüsse von 800 000 Mark nötig gewesen, zuletzt waren es unter 200 000 Euro. Laut Kündiger sei das dank gut wirtschaftender Betriebe dort nun so möglich. Seinen Ausgleich zu den Zahlen findet Alisch vor allem beim Sport. Er spielt in Bremthal Tischtennis in der Kreisliga-Mannschaft, hat über 50 Marathons absolviert (Bestzeit 3:08 Stunden) und einige Gipfel auf mehreren Kontinenten bezwungen – der höchste ist der Mera Peak in Nepal mit 6461 Metern Höhe. Mit seiner Frau Christine stehen Wandern und Radfahren hoch im Kurs.

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