Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 29°C

Durchblick in der dunklen Halle

Von Der Sodener Wehr geht der Nachwuchs aus. Ein Aktionstag für 130 Grundschüler sollte diesen zeigen, wie abwechslungsreich das Feuerwehrleben sein kann.
Thomas Schichtel und Patrick Funk (rechts) demonstrieren den staunenden Kindern, wie bei einem Einsatz Menschen aus Autos befreit werden. mar Thomas Schichtel und Patrick Funk (rechts) demonstrieren den staunenden Kindern, wie bei einem Einsatz Menschen aus Autos befreit werden. mar
Bad Soden. 

Feuerwehrmann werden, davon träumt so mancher Knirps in seinen Kindheitstagen. Doch bis er mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten kann, ist sein Nachmittag oft mit anderen Aktivitäten gefüllt. Ob Gitarrespielen, Fußball oder Chor: Vor allem in Bad Sodens Kernstadt ist die Zahl mit zwölf Floriansjüngern bedenklich klein.

Um Abhilfe zu schaffen, hatten die Feuerwehrleute jetzt die Viertklässler der Theodor-Heuss-Schule zu einem großen Aktionstag eingeladen. An fünf Stationen erlebten die Schüler, wie spannend und abwechslungsreich die Arbeit der Feuerwehr wirklich ist.

Besser als Erwachsene

Für Robin (9) und seine Klassenkameraden ist als erstes die Waschhalle dran. Dort üben sie, wie man sich beim Retten von Brandopfern in einer verrauchten Wohnung bewegt. Rauch gibt es keinen. "Es ist bei uns einfach dunkel", erklärt Stadtjugendfeuerwehrwart Denis Gärtig (24), der hauptverantwortlich durch den Tag führt. Die Kinder müssen verschiedene Gegenstände finden und sie nach draußen bringen. "Das machen sie besser als manch Erwachsener."

Zweite Station ist der sogenannte "Experimentalvortrag", der zeigt, wie man richtig reagiert, wenn ein Brand ausbricht. "Eine gute Sache", findet Lehrerin Anke Schulteis. Über Brandschutz habe man zwar schon in der dritten Klasse gesprochen. "Aber wir können es natürlich nicht so vorführen wie hier." Es habe schon ordentlich gebrannt und geknallt, lacht Denis Gärtig.

Auf der nächsten Seite: Einsatz auf dem Bauhof

Danach dürfen die Viertklässler selbst Hand anlegen und ein loderndes Feuer mit dem Feuerlöscher ersticken. Für die beiden letzten Stationen hat die Stadt das benachbarte Bauhofgelände zur Verfügung gestellt. Eindrucksvoll zeigen die Feuerwehrleute, wie sie mit Schneid- und Spreizgerät einen Verletzten aus einem Unfallauto befreien und einen Container anheben, um einen Eingeklemmten herausziehen zu können.

Geduldig lassen sich die Schüler das Innenleben eines Einsatzautos erklären, bevor sie selbst den Schlauch in die Hand nehmen und ordentlich Löschwasser versprühen. Handy-Alarm erinnert Denis Gärtig daran, wenn es Zeit ist, dass die Klassen ihre Stationen tauschen. "Das hat er wirklich toll organisiert", lobt der städtische Brandinspektor Nick-Oliver Kromer seinen jungen Kollegen.

Brennender Handschuh

"Es läuft aber nur mit der Unterstützung meiner Leute", gibt er das Kompliment weiter. Immerhin 30 Mitarbeiter aus Jugend- und Einsatzabteilung seien an der Durchführung beteiligt. Sogar die Altersabteilung der Feuerwehr habe sich beteiligt. Unter Anleitung von Heinz Mechsner bereiten die Männer ein leckeres Mittagessen für die Gäste vor: Nudeln mit Tomatensoße.

Die 130 Viertklässler sind jedenfalls begeistert, von dem Tag und auch von der Arbeit der Feuerwehr. "Also ich hätte richtig Lust, mitzumachen", sagt Robin. Vor allem den Mann mit dem brennenden Handschuh habe er cool gefunden. Auch Berdirhan (10) steht schon in den Startblöcken und will mit seinen Eltern darüber reden. "Man kann nur hoffen, dass die Begeisterung anhält", sagt Kromer.

Auf der nächsten Seite: Feuerwehr-AG

Gute Erfahrung habe man in Altenhain mit einer Mini-Löschtruppe gemacht, erzählt Denis Gärtig. Die Sechsjährigen seien noch nicht so sehr durch andere Hobbys verbucht. Leider scheitere das in der Kernstadt noch am Personal. In Neuenhain wiederum habe man Kinder durch eine AG an der Ganztagsschule gewinnen können.

"Dort ist die Jugendfeuerwehr 19 Mann stark, in Relation dazu müssten es in der Kernstadt 35 sein." So hoffe man, dass sich möglichst viele der Viertklässler der Jugendfeuerwehr anschließen, denn das sei wichtig für die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr. "Unsere heutige Einsatzabteilung ist zu 90 Prozent der Jugendarbeit erwachsen."

Jeden Montag von 18 bis 20 Uhr treffen sich die 10- bis 17-Jährigen, um feuertechnisches Grundwissen zu erlernen.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse