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Staatsanwaltschaft fordert zehneinhalb Jahre Haft: Ehefrau durch sieben Schläge mit Beil getötet

Von Zehneinhalb Jahre Haft wegen Totschlags, begangen in einem „hochgradigen Affekt“: Mit einer solchen Verurteilung soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft am heutigen Mittwoch vor dem Landgericht Frankfurt der Prozess um das blutige Ehedrama in Sossenheim enden.
Der Mord in dem Reihenhaus in der Carl-Sonnenschein-Straße schockierte letzten Oktober den ganzen Stadtteil. Foto: Maik Reuß Der Mord in dem Reihenhaus in der Carl-Sonnenschein-Straße schockierte letzten Oktober den ganzen Stadtteil.
Frankfurt. 

Der Verteidiger plädierte zwar auch auf Totschlag, befürwortete allerdings ein „deutlich niedrigeres Strafmaß“. Einzig der Anwalt der Familie des Opfers hielt am Mordvorwurf fest und forderte lebenslange Haft.

Den Ausschlag für die veränderte rechtliche Einschätzung der Bluttat vom Oktober vergangenen Jahres hatte der Psychiater Dieter Jöckel bereits in der vergangenen Woche mit seinem Gutachten gegeben. Wohl seien Hass und Rache mitbestimmend für die Gewalttat gewesen, bei der die 39 Jahre alte Ehefrau durch sieben Schläge mit einem Hammerbeil den Tod fand. Anschließend war der Ehemann vom Kaufhof-Dach in die Tiefe gesprungen, hatte den Sturz jedoch überlebt.

Staatsanwältin Monique Mugrauer sprach in ihrem Schlussvortrag von einem „Motivbündel“, zu dem auch noch die Enttäuschung des Familienvaters über seine gescheiterte Familiengründung und sein Ärger über die von der Frau offenbar forcierte Entfremdung von den eigenen drei Kindern gekommen seien. Alles in allem könne man unter solchen Vorzeichen nicht mehr von „niedrigen Beweggründen“ sprechen; und damit auch nicht mehr von einem Mord.

Die Anklagevertreterin war in ihrem Plädoyer damit bei der Strafvorschrift des Totschlags angelangt, Strafandrohung im Normalfalle: Zwischen fünf und 15 Jahren Haft. Doch auch hier müsse zugunsten des Angeklagten gemildert werden. So liege eine nur eingeschränkte Schuld- und Steuerungsfähigkeit und eine psychische Ausnahmesituation bei ihm vor.

Unterm Strich forderte die Staatsanwältin schließlich zehneinhalb Jahre für den während ihrer Ausführungen leise vor sich hin schluchzenden und mit einem Papiertaschentuch hantierenden Angeklagten.

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis des psychiatrischen Sachverständigen zeigte sich der Rechtsanwalt der Familie der Getöteten. Jöckel sei schlichtweg nicht kompetent, meinte der Anwalt, der am Ende seiner Ausführungen ein weiteres Gutachten einer Sachverständigen beantragte. Rechtlich sei die Tötung der 39-Jährigen als Mord einzuordnen – einzig mögliche Strafe: Lebenslange Haft.

Verteidiger Stefan Bonn musste sich aber nach dem Plädoyer der Staatsanwältin nicht mehr lange zur Decke strecken: Sein Mandant habe von Anfang an umfangreiche Aussagen gemacht, habe alle Fragen beantwortet und die von ihm ohne Umschweife eingeräumte Bluttat zu erklären versucht. Natürlich habe es sich bei der Tat nicht um eine von langer Hand geplante Tat gehandelt. Denn noch nicht einmal, als der Täter wenige Momente vor der Tat das Hammerbeil aus dem Keller geholt habe, sei die Tat von ihm geplant gewesen.

Die Tat sei schließlich auf eine der vielen spitzen Bemerkungen der Frau zurückzuführen, die auf seine Depressionen zurückzuführen gewesen sei. Heute Vormittag soll das Urteil verkündet werden.

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