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Ein Anpfiff für die Bahn

Von Der Bahnübergang an der Oeserstraße stinkt Anwohnern wie Autofahrern. Seit Jahrzehnten wird um seine Beseitigung gerungen.
Hubert Schmitt, Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortsbeirat 6, gibt mit seiner roten SPD-Trillerpfeife das Signal, endlich mit der Beseitigung des Bahnübergangs an der Oeserstraße zu beginnen. Bis in die Vorstandsetagen der Bahn ist sein Pfiff wohl kaum durchgedrungen. Foto: Maik Reuß Hubert Schmitt, Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortsbeirat 6, gibt mit seiner roten SPD-Trillerpfeife das Signal, endlich mit der Beseitigung des Bahnübergangs an der Oeserstraße zu beginnen. Bis in die Vorstandsetagen der Bahn ist sein Pfiff wohl kaum durchgedrungen.
Nied. 

Für Hubert Schmitt war es wie in alten Zeiten: Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) hat von 1977 bis 1980 bei der Deutschen Bahn eine Ausbildung zum Fahrdienstleiter absolviert. Gestern hat Schmitt, inzwischen Berufsschullehrer, beim „Schrankenfest“ der SPD am Bahnübergang die Mütze des Aufsichtsbeamten wieder aufgesetzt und der Bahn das „Abfahrtssignal“ gegeben, endlich die Weichen zur Beseitigung des Bahnübergangs zu stellen.

Druck aus Nied machen

„Seit zehn Jahren wird ernsthaft geplant, auch aufgrund des Drucks, der aus Nied kommt“, erklärte Schmitt den Niedern, die der Einladung der SPD zu dieser kleinen Protestveranstaltung gefolgt waren. Zuerst war von einem Baubeginn 2016 die Rede, dann 2018, nun heißt es: nicht vor 2020 (wir berichteten). Aber die Geschichte ist viel älter: Bereits 1915, vor 100 Jahren, hatte die damalige Reichsbahn der noch selbstständigen Gemeinde Nied angekündigt, den Bahnübergang beseitigen zu wollen. In den vergangenen 35 Jahren haben sich nicht nur die SPD, sondern eigentlich alle Parteien daran abgearbeitet – bisher ohne Erfolg. Probleme gibt es unter anderem wegen der verschwenkten Straßenführung, die Hauptbestandteil der neuen Unterführungs-Pläne ist – Anwohner müssen dafür Teile ihrer Grundstücke abgeben und haben angekündigt, dagegen klagen zu wollen.

Der Nieder Heimat- und Geschichtsverein hatte zwei Stellwände mit Zeitungsausschnitten dieser „unendlichen Geschichte“ bestückt, und der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Lampe, konnte gar den Original-Brief von 1915 herumzeigen. „1988, als die Unterführung an der S-Bahn-Station gebaut wurde, hieß es, hier solle es nur noch zwei Jahre dauern“, sagt Lampe, der die Chronologie aufgearbeitet hat. „Es ist ein trauriges Jubiläum“, findet Schmitt, der aber trotzdem seinen Humor bewahrt: Zum Rock-Klassiker „Locomotive Breath“ von „Jethro Tull“ hatte er einen neuen Text geschrieben, der die Situation in Nied persiflierte. Für ihn steht fest: „Wirt wollen nicht länger warten. 100 Jahre sind genug: Die Schranke muss weg.“

Schmitts Wunschidee ist es, dass mit der Beseitigung des Bahnübergangs auch eine Bahnstation Nied-Ost gebaut wird, an der die Züge der Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn halten könnten, die ohnehin auf der Strecke unterwegs sind. Ein Kosten-Nutzen-Gutachten ist positiv ausgefallen, aber: Auch das Gallus will eine solche Station, und zwei Halts würden die Takte der Kleinbahn durcheinanderbringen. „Die Stadt ist gerade in Abstimmung mit dem RMV“, erklärte Schmitt. Sowohl das Gallus als auch Nied wachsen rasant. Für Nied-Ost würde der neue Halt eine direkte Anbindung an den Frankfurter Hauptbahnhof und nach Höchst bedeuten.

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