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Ein Dorf, wie es früher war

Von Die Häuser mit den roten Dächern stehen noch, die mit den grauen nicht mehr. Dank der Spenden dreier Mitglieder gelang das historische Projekt.
Das Modell mit 16 Stationen, die per Knopfdruck leuchten. Das Modell mit 16 Stationen, die per Knopfdruck leuchten.
Hornau. 

Die Bleichwiesen sind saftig grün und die Bäumchen dicht belaubt. Es muss ein heller schöner Sommertag sein, der Hornau hier im Jahr 1873 zeigt. Das Gagern-Hofgut und die Alte Kapelle sind markante Punkte, die auf den ersten Blick zu sehen sind. An der Langstraße, der heutigen Hornauer Straße, stehen die alten Schulhäuser. Das erste wurde 1711 erbaut und bot gerade einmal genügend Platz für eine Schulklasse. Ebenso befinden sich drei Brunnen und drei Wegkapellen an der Straße. Die Dächer der kleinen und großen weißen Häuschen sind rot oder grau gedeckt. Besonderes Augenmerk verdienen die grauen, denn sie sind nicht mehr erhalten, die roten Häuschen gibt es noch.

Das Modell des alten Ortes ist das aktuelle Projekt "Bürger für Hornau". Der Verein, der sich der lebendigen Heimatkunde verschrieben hat, möchte den Nachbau am 25. November offiziell vorstellen

"Es ist optimal gelungen", freut sich Dieter Trippe. Gemeinsam mit Hans Grimm, Helga und Tobias Schwendel, Friedel Bender, Gerhard Niegemann sowie Dietrich Kleipa trug der Vorsitzende die nötigen Informationen für das Projekt zusammen. Basis des Ganzen ist eine Karte von 1873, die die Preußen anfertigen ließen, da Hornau seit 1866 zu ihrem Besitz gehörte. "Die Preußen haben sofort veranlasst, eine Zeichnung anzufertigen, damit sie die Grundsteuer einziehen können. Das haben die Griechen bis heute noch nicht gemacht", scherzt Trippe. Rund 600 Einwohner, schätzt der Verein, lebten zu jener Zeit im Ort. Der Liederbach im Westen bildete die natürliche Grenze, während der Haingraben das Bauerndorf an den übrigen Seiten umschloss.

Das Besondere an dem Modell ist, dass es nicht nur maßstabgetreu im Verhältnis 1:333, sondern obendrein topografisch korrekt angelegt ist. Die östliche Steigung vom Liederbach aus ist also gut sichtbar. Zwischen 6000 und 7000 Euro sei das Modell wert, erklärt Trippe. Doch der Verein habe die Kosten durch Eigenbeteiligung und Kulanz der beauftragten Modellbaufirma IFA weit unter dieser Summe halten können. Die drei Vereinsmitglieder Hans Grimm, Dieter Kremer und Hans Kämply finanzierten das Projekt.

Das Modell soll nach Vorstellung seiner Besitzer nicht nur an einem Ort verweilen. "Es soll ein bisschen in Bewegung bleiben", meint Trippe. Im Geschichtsunterricht oder zu besonderen Anlässen will der Verein es gerne verleihen. Ursprünglich dachten die Geschichtsfreunde daran, das Modell im Rathaus auszustellen. Doch Bürgermeister Thomas Horn erklärte dazu, dass es langsam zu voll im Rathaus werde und er das Foyer gerne frei lassen wolle. Doch Horn ist überzeugt, dass das Modell im Museum gut aufgehoben wäre. Mit Blick auf den möglichen Standort für das Museum erklärte er, dass er weiter die Räume im ehemaligen Polizeigebäude an der Hauptstraße favorisiere. "An dieser Idee halte ich nach wie vor fest", betonte Horn, der die "Bürger für Hornau" für ihr besonderes Engagement lobte.

Rund 160 Mitglieder umfasst der Verein derzeit. Neben der Sanierung der Chaisewegbrücke in diesem Jahr (wir berichteten) verwirklichte die 2006 gegründete Gruppe bereits einige andere Projekte, wie die Restaurierung des Steyer-Kreuzes. Das nächste größere Vorhaben betrifft einen Ort, der heute unscheinbar wirkt, früher aber ein wichtiger Treffpunkt war: die sogenannte Gäulsschwenk. Die "Bürger für Hornau" möchten den Platz herrichten und daran erinnern, dass hier früher samstags die Pferde gewaschen wurden, sondern hier obendrein die Waage stand, auf der die Bauern das Gewicht ihrer Waren aufs Gramm genau bestimmen konnten. Derzeit liegen die erarbeiteten Pläne für einen Platz beim Denkmalamt. Denn an dem Platz, wo Mühlbach und Liederbach einst zusammenflossen, ist noch eine alte Sandsteinmauer des Gagern-Hofguts erhalten, die in den neuen Platz integriert werden soll.

Das "Hornauer Straßenmodell 1873" wird am Sonntag, 25. November, im Vereinshaus, Rotlintallee, gezeigt. Ab 13 Uhr können sich Interessierte die Fotoausstellung und den Nachbau ansehen. Überdies hat der Verein ein Programm vorbereitet, das die Besucher mit verschiedenen Aspekten aus der Geschichte vertraut machen soll: Nach Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Horn um 14.30 Uhr erwartet die Besucher ein Kurzvortrag von Stadtarchivar Dietrich Kleipa allgemein zu Hornau. Anschließend sprechen Hans Grimm und Friedel Bender über das Wohnen im 19. Jahrhundert beziehungsweise sowie über die Mühle in der Braubach. Abschließend hält Christa Wittekind einen kleinen Vortrag über die Mode zu jener Zeit. Der Eintritt ist frei.

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