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Neue Feuerwache auf ehemaligem Süwag-Gelände?: „Ein Glücksfall für die Stadt“

Von Die Lage des ehemaligen Süwag-Geländes bietet die besten Voraussetzungen für ein neues Domizil der Bad Sodener Feuerwehr. Der Kauf des Grundstücks würde die Stadt 6,2 Millionen Euro kosten.
Dennis Graf, Gerätewart der Sodener Wehr, schaut über den Zaun des Grundstücks Königsteiner Straße 28-32. Foto: Hans Nietner Dennis Graf, Gerätewart der Sodener Wehr, schaut über den Zaun des Grundstücks Königsteiner Straße 28-32.
Bad Soden. 

Eine neue Feuerwache für die Kernstadt könnte auf dem ehemaligen Süwag-Areal an der Königsteiner Straße entstehen. Der Kauf des 16 200 Quadratmeter großen Grundstücks würde die Stadt 6,2 Millionen Euro kosten. Die verkehrsgünstige Lage ist für die Anforderungen der Feuerwehr von Vorteil, außerdem erlaubt das ausgedehnte Gelände Raum für zukünftige Erweiterungen. Mit dieser Neuigkeit überraschte Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) gestern die Pressevertreter. Gestern Abend noch fand eine Sondersitzung des Bau- und Planungsausschusses gemeinsam mit dem Haupt- und Finanzausschuss statt. In der Stadtverordnetenversammlung Mitte Juli soll von den Parlamentariern eine Grundsatzentscheidung gefällt werden. Wenn sie sich für den Kauf entscheiden, wäre die Aufstellung eines Nachtragshaushaltes 2016 notwendig.

Anfang des Jahres wurde die Stadt von der Süwag darüber informiert, dass die Vermarktung des Grundstücks für Gewerbe, wie im Bebauungsplan festgeschrieben, nicht erfolgreich sei. Es bestehe lediglich ein Interesse am Bau von Eigentumswohnungen. Im April schob die Süwag nach und erklärte, dass sie einen potenten Käufer hätte, der das Grundstück auch „spekulativ“ kaufen wolle, das heißt in der Hoffnung, dass die Stadt unter Druck ihren B-Plan in Richtung Wohnungsbau ändere. So habe sich eine neue Ausgangssituation ergeben, erklärte Altenkamp. Und nach den Überlegungen im Magistrat, dort die neue Feuerwache anzusiedeln, erfordere das jetzt eine schnelle Entscheidung. Auf dem Süwag-Gelände könne die Feuerwehr, die rund 10 000 Quadratmeter benötigt, aus einem Guss gebaut werden und habe eine hervorragende Verkehrsanbindung.

Seit Jahren ringt die Stadt um eine Neustrukturierung des gesamten Feuerwehr-, Bauhof- und Betriebshofgeländes sowie der DRK-Räume in der Hunsrückstraße. In einer Bestandsanalyse 2010 bereits wurden bauliche und sicherheitstechnische sowie gravierende funktionale Mängel in der Hinterhof-Lage der Wehr festgestellt. Die Fahrzeughallen für 22 Einsatzfahrzeuge sind unzureichend. Es gibt keine Umkleideräume für die 60 Einsatzkräfte, die sich in den Hallen umziehen müssen. Alarmparkplätze liegen im Überschwemmungsgebiet des Sulzbachs, und ausfahrende und einfahrende Fahrzeuge der Feuerwehrleute kommen sich bei Einsätzen ins Gehege. Es gibt keinen Übungshof. Noch enger ist es geworden, seitdem sich eine Minifeuerwehr gebildet hat und eine Hunde-Rettungsstaffel hinzugekommen ist. Für Frauen gibt es keine separaten Räume. Anhand einer Power-Point-Präsentation zeigte Fachbereichsleiter Michael Serba eine Reihe von Defiziten auf. Hinzu kommt der ungünstige Zuschnitt der Grundstücksflächen im unteren Bereich der Hunsrückstraße, die eine aufwendige Bauvorbereitung erforderten. Denn der Bauhof müsste bei einem Neubau der Feuerwache versetzt werden und benötigt dringend zusätzliche Lagerflächen. Außerdem müssten die Kleingarten-Anlagen für geschätzte 360 000 Euro hinzugekauft werden. In 2013 hatte die Stadt an der Sulzbacher/Ecke Hunsrückstraße für 750 000 Euro bereits ein privates Grundstück erworben, das für notwendige Feuerwehr-Parkplätze genutzt wird. Für Planungskosten, Lärmgutachten und Bodenanalysen habe die Stadt zwischen 2011 und 2015 rund 100 000 Euro ausgegeben, informierte Altenkamp. Diese hätten viele Defizite aufgezeigt.

Die Gegenüberstellung der Bestandssituation „Hunsrückstraße“ und der möglichen Variante „Süwag-Gelände“ ergibt von den Kosten her folgendes Bild: Die Maßnahmen, die notwendig sind, um das Gelände Hunsrückstraße baureif zu machen, summieren sich auf 7,53 Millionen Euro. Beim Süwag-Gelände kalkuliert die Stadt mit 6,05 Millionen Euro. Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Vorbereitung des Bauprojektes. Die Kosten für den Neubau der Feuerwache seien noch nicht kalkuliert, betonte Baudezernent Karl Thumser (SPD). Die einzigen Vergleichszahlen liefere Eppstein, das seine Feuerwache mit sechs Einstellplätzen für 2,5 Millionen Euro gebaut habe. Bei den Rahmenbedingungen, wie der notwendigen Änderung des B-Planes, schätzte Serba, könne frühestens Ende 2018/Anfang 2019 der erste Spatenstich erfolgen. Der Gewinn, dass der Bauhof dort bleiben könne, wo er ist, und eine gut funktionierende und gut erschlossene Feuerwehr gebaut werde, betonte Thumser, „ist für die Infrastruktur der Stadt ein Glücksfall“.

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