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Ärztin Claudia Ankerst: Ein Leben lang am Klinikum Höchst

Von Claudia Ankerst ist als Ärztin im Klinikum Höchst tätig und leitet dort gemeinsam mit einer Kollegin die Klinik für Altersmedizin. Seit frühester Kindheit ist sie mit dem Stadtteil verbunden, lebte mit ihren Eltern, die im Krankenhaus arbeiteten, auf dem Klinikgelände. Daher lernte sie schon als kleines Mädchen den Alltag auf den Stationen kennen. Der Wunsch, Medizinerin zu werden, reifte dennoch erst später.
Das Klinikum Höchst ist für die 46 Jahre alte Ärztin Claudia Ankerst schon lange ein Lebensmittelpunkt. Schließlich lebte sie schon als Kind auf dem Gelände. Foto: Maik Reuß Das Klinikum Höchst ist für die 46 Jahre alte Ärztin Claudia Ankerst schon lange ein Lebensmittelpunkt. Schließlich lebte sie schon als Kind auf dem Gelände.
Höchst. 

Bereits als Kind waren Claudia Ankerst die Räume im Klinikum Höchst vertraut. Ihre Eltern arbeiteten dort. Ankerst wohnte mit ihnen in einer Personalwohnung auf dem Gelände – „im Schatten des Klinikums“, wie sie selbst erzählt. Die Personalwohnungen von einst gibt es heute nicht mehr. Sie mussten dem Neubau weichen, der derzeit auf dem Gelände errichtet wird.

„Damals haben dort viele Familien gelebt, also auch viele Kinder“, sagt sie. Deren Eltern arbeiteten wie ihre im Klinikum. Ankerst erinnert sich an einen großen Garten, den die Kinder gerne zum Spielen genutzt hätten. Man habe sich gut verstanden, die Gemeinschaft sei stark gewesen. „Ich war auch oft mit auf Station, bin also in und mit der Klinik aufgewachsen“, berichtet die 46-Jährige. Geboren sei sie aber in der Klinik in Bad Homburg. Es sei damals für die Angehörigen ihrer Eltern einfacher gewesen, sich nach der Geburt dort um Mutter und Kind zu kümmern.

Ans Herz gewachsen

Höchst ist Claudia Ankerst ans Herz gewachsen. Und sie hat viele positive Erinnerungen an die Zeit ihrer Kindheit. Dass sie selbst Ärztin werden und einmal am Klinikum arbeiten würde, habe sich in ihren Kinderjahren jedoch noch nicht abgezeichnet, wie sie erzählt. „Als Teenager habe ich den Wunsch gehabt, Krankenschwester zu werden, wie meine Mutter.“ Danach habe allerdings zunächst das Berufsbild des Physiotherapeuten ihr Interesse geweckt. Die Medizin sei erst viel später dazu gekommen.

Claudia Ankerst leitet heute gemeinsam mit ihrer Kollegin Kerstin Amadori die Klinik für Altersmedizin am Klinikum Höchst. Sie steht in ihrem weißen Kittel im Flur der geriatrischen Tagesklinik. Draußen wird es langsam dunkel. Der Trubel des Tages hat sich gelegt. Die Tagesklinik bietet Senioren, die zwar keinen stationären Aufenthalt mehr benötigten, aber dennoch einen erhöhten Therapiebedarf haben, die Möglichkeit, sich teilstationär behandeln zu lassen. Diese Patienten sind mittlerweile wieder in ihren eigenen vier Wänden, der Arbeitstag neigt sich langsam dem Ende zu.

Durch ihre Eltern hat Claudia Ankerst bereits früh Einblicke den Alltag eines Krankenhauses bekommen. „Meine Eltern kennen sich auch durch die Arbeit“, schildert sie. Ihre Mutter sei in den 60er Jahren als ausgebildete Krankenschwester aus Südkorea ans Klinikum Höchst gekommen. Damit gehörte sie damals zu den jungen Südkoreanerinnen, die mit ihrer Tätigkeit der Sorge eines Pflegenotstandes in Deutschland entgegensteuerten.

„Mein Vater stammt gebürtig aus dem Saarland und hat sich beim Bund zum Krankenpfleger ausbilden lassen“, berichtet die Ärztin weiter. Auch er kam ans Klinikum Höchst. 1970 heirateten die beiden und sind mittlerweile im wohlverdienten Ruhestand. Sie ist heute 46 Jahre alt und selbst Mutter von zwei Söhnen im Alter von 14 und 16 Jahren. Für ihre Kinder blieb sie fünf Jahre zu Hause, stieg nach der Elternzeit wieder ein. Sie machte ihren Facharzt für Innere Medizin, wollte sich danach zunächst weiter spezialisieren im Bereich der Kardiologie. Sie habe sich schließlich für die Geriatrie entschieden und einen zusätzliche Weiterbildung zum Geriater gemacht.

Eltern mussten ausziehen

Claudia Ankerst hat ihren Arbeitsmittelpunkt in Höchst, lebt mit der Familie, das heißt mit ihrem Ehemann, ihren Kindern und ihren Eltern in Bad Soden. „Meine Eltern wären mit Sicherheit in ihrer Wohnung geblieben, wenn die Personalwohnungen nicht abgerissen worden wären“, schildert die Ärztin. „In Höchst habe ich den größten Teil meines Lebens verbracht und bis heute eine enge Verbindung zum Stadtteil“, betont sie weiter. „Ich fand es schon immer toll, dass Höchst so multikulturell ist, und ich gehe gerne am Main spazieren, mache halt an der alten Schiffsmeldestelle oder besuche im Sommer das Höchster Schlossfest.“

Außerdem könne man in Höchst sehr gut türkisch essen gehen. Davon und von ausgiebigen Spaziergängen entlang des Mains mache sie und ihre Familie häufig Gebrauch, so dass die Verbindung zu Höchst auch außerhalb des Berufsalltags besteht. Mit dieser Liebe zum Stadtteil hat Claudia Ankerst ganz sicher das „Höchst-Gen“ im Blut.

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