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Ein ZING-Logo wird positioniert

Die Klasse 4 a der Schwalbacher Georg-Kerschensteiner-Schule hat beim ZING-Projekt (Zeitung in der Grundschule) nicht nur gelernt, dass der Flughafen wie eine eigene Stadt ist. Die Nachwuchs-Reporter haben auch erfahren, dass es am Flughafen eine ganze Vermessungsabteilung mit 60 Kollegen gibt. Und die hatten für die Reportage eine super Idee...
Als die Koordinaten festgelegt waren, halfen alle, das Logo auszumalen. Bilder > Als die Koordinaten festgelegt waren, halfen alle, das Logo auszumalen.
Frankfurt/Schwalbach. 

Thomas Konetzki (61) ist Chef der Abteilung IFM-PG (Immobilien Facility Management, Geoinformation und Ingenieurvermessung) bei der Fraport AG. Er ist selbst Vermessungstechniker, hat während seiner Lehrzeit bei der Vermessung für die damals geplante Schwalbacher Limesstadt mitgewirkt und arbeitet seit 35 Jahren am Flughafen.

Man fragt sich natürlich, warum man am Flughafen Vermessungstechniker braucht: „Hier wird immer und dauernd etwas Neues gebaut“, erklärt Konetzki. Und zum Bauen braucht man Vermessungstechniker. Die sorgen dafür, dass Gebäude an genau den Stellen entstehen, an denen sie geplant wurden. Man schaut also auf einer Karte nach, wo man ein Gebäude auf den Zentimeter genau hinstellen möchte und dann messen die Vermessungstechniker das aus und zeichnen ein, wo das Gebäude hin muss. So was kann man auch mit dem ZING-Logo machen.

Statt eine Gebäudeposition zu planen, hatten Konetzki und seine Mitarbeiter sich überlegt, dass das ZING-Logo vor ihrem Büro auf der Treppe toll aussehen würde. Via Satellitenbilder haben sie festgelegt, wo das Logo genau hinkommen soll. Dann ging es raus an die Treppe und mit modernstem Gerät wurde exakt vermessen und festgelegt, wo das Logo hin muss. Dazu gab es die ZING-Buchstaben in Papier, und als alles korrekt eingezeichnet war, konnten die Kinder das Logo mit bunter Kreide auf den Asphalt malen.

Nicole Winter, Stefan Jäger und Johannes Heep sind Konetzkis Mitarbeiter und haben dabei geholfen. Alle haben an der Universität Vermessungstechnik studiert. Für diesen Beruf kann man aber auch Geoinformatik studieren.

Johannes Heep arbeitet seit zwölf Jahren bei der Fraport AG im Bereich Vermessung. Der Beruf mache ihm Spaß, sei aber auch anstrengend. Konetzki gefällt die Arbeit vor allen Dingen, weil er mit vielen Menschen zusammenarbeitet, sagt er.

Eine der Aufgaben der Mitarbeiter ist es, immer aktuelle Karten vom Gelände des Frankfurter Flughafens zu erstellen. Da sehr viel gebaut wird, sind die Karten schnell überholt. Dabei gibt es unterschiedliche Karten. Es gibt Karten für Sachen, die man sieht, wie Gebäude und Straßen, und für Sachen, die man nicht sieht, weil sie unter der Erde sind, wie Wasser- und Stromleitungen.

Wenn man von Karten über Wasser- und Stromleitungen spricht, nennt man das auch Topographie und Leitungsdokumentation, haben die Kinder gelernt.

 

Teurer Tachymeter

 

Wenn neue Gebäude gebaut werden sollen, werden Thomas Konetzki und seine Mitarbeiter gerufen. Sie bekommen die technischen Daten, sie prüfen, ob Leitungen in der Erde verlaufen, und sie erstellen Bestandspläne. Ein neues Terminal zu bauen dauert ungefähr vier bis fünf Jahre.

Vermessen wird mit einem modernen Vermessungsgerät, das sich Tachymeter nennt. Es hat einen stolzen Preis von 50 000 Euro. Das Gerät wiegt mit allem Zubehör fünf Kilogramm. Das Stativ, auf dem das Tachymeter befestigt ist, ist so stabil, dass man sich drauf setzen könnte.

Das Tachymeter wird dafür gebraucht, dass man die Gegend vermessen kann ohne ständig herumlaufen zu müssen. Mit dem Tachymeter kann man nämlich bis zu vier Kilometer weit schauen und messen. Man kann also an der Stelle stehenbleiben, um sich einen Eindruck von der Umgebung zu verschaffen. Dass man so weit schauen kann, liegt alleine an den speziellen Spiegeln (Reflektoren).

 

Mit Satelliten-Hilfe

 

Johannes Heep benutzt zum Vermessen auch das GPS-Gerät, das mit Satelliten im Weltall verbunden ist. Dieses Gerät hat kein Stativ, man bedient es mit der Hand. Das Gerät braucht nur zehn Sekunden, um Empfang von den Satelliten zu bekommen. Hat man die Koordinaten eines geplanten Gebäudes in das Gerät eingegeben, verraten die Satelliten dann über das GPS-Gerät, wo sich exakt die Eckpunkte auf dem Boden befinden. Man kann also messen, wo das Gebäude ganz genau hingebaut werden kann. Ein solches Gerät kostet etwa 20 000 Euro.

Jetzt wissen die Kinder, warum sie manchmal Menschen am Straßenrand, in der Stadt oder in der Landschaft herumlaufen sehen, die merkwürdige Geräte dabei haben. Und sie haben gelernt, dass Gebäude, Leitungen, Straßenlaternen und vieles mehr nicht einfach irgendwo hingepflanzt werden, sondern dass alles ganz genau geplant wird - und eben auch am Frankfurter Flughafen.

Und so kommt es, dass - zumindest für ein paar Tage - auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens das ZING-Logo in Kreidefarbe zu sehen war. Und die Passagiere, die über die Stelle flogen, die konten, wenn sie ganz, ganz genau hinsahen, das Logo vielleicht sogar aus der Luft sehen.

Daniel Neitzel, Alessia Lenti, Caroline Fuchs, Patrick Ermisch, Elias Tajjiou, Helin Kavakli und Carolin Schöpp

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