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Ein wenig Häme und Schuldzuweisungen

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Dies zeigt sich nach dem ersten Durchgang der Bürgermeisterdirektwahl am vergangenen Sonntag.

Flörsheim. 

Bisher war der Wahlkampf der drei Kandidaten Michael Antenbrink (SPD), Markus Ochs (CDU) und Sven Heß (Galf) fair verlaufen. Alle Bewerber für den Chefsessel im Rathaus hielten sich vor dem ersten Wahldurchgang mit abfälligen Bemerkungen über die Konkurrenten zurück. Diese Haltung war wohl auch dem Wissen geschuldet, dass die Wähler keine Polarisierung wünschen und meist denjenigen mit dem Entzug ihrer Stimme bestrafen, der am lautesten gegen die Mitkonkurrenten lospoltert. Doch mit dem Ausscheiden von Sven Heß ergibt sich nun eine völlig andere Situation. Zum einen würden die beiden verbliebenen Kandidaten für die Stichwahl, Michael Antenbrink und Markus Ochs, natürlich gerne von den Stimmen der Heß- sowie Galf-Anhänger profitieren. Zum anderen sollen diejenigen Wahlberechtigten umworben werden, die bisher nicht zur Wahl gegangen sind. Da sind findige Sprüche dann schon gefragt. Und so versuchen die Parteien und Wählergemeinschaften, sich vor dem entscheidenden Durchgang neu zu positionieren. Große Rücksichten auf Wahrheit und Klarheit werden da nicht mehr genommen.

dfb für Antenbrink

So teilte gestern der Vorstand der Freien Bürger (dfb) mit, dass die Wählergemeinschaft bei der Stichwahl auf Michael Antenbrink setze. "Wegen des Vertrauens bei den Bürgern und seiner Sachkompetenz", heißt es in der Erklärung des dfb-Führungsgremiums. Die Freien Bürger führen dann auch noch den Grund an, warum sie Markus Ochs nicht wählen können. Nach der Eröffnung der Landebahn Nordwest am 21. Oktober vergangenen Jahres sei Flörsheim "dem Niedergang geweiht". Deshalb könne der CDU-Mann Ochs von den Anhängern der Freien Bürger nicht gewählt werden. Außerdem habe er große Teile der dfb-Vorschläge in seinem Wahlprogramm aufgenommen, behauptet der Vorstand der Gruppierung. Mit diesen Schuldzuweisungen hielt sich die dfb öffentlich bis zum gestrigen Tag zurück.

SPD-Fraktionschef Wolfgang Pokowietz führt indessen eine statistische Historie an. Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2006 habe die damals in der Mainstadt völlig unbekannte CDU-Kandidaten Angelika Doetsch deutlich mehr Stimmen im ersten Wahlgang bekommen als nun Markus Ochs. Pokowietz ficht bei dieser Angabe nicht an, dass es zu dieser Zeit noch keine Nordwest-Landebahn mit den fürchterlichen Auswirkungen für Flörsheim gegeben hat. Ochs habe anscheinend keinen Amtsbonus bei den Wählern, sondern leide eher unter einem Amtsmalus, argumentiert der Sozialdemokrat mit Häme.

Die SPD bedauert aber das Ausscheiden von Sven Heß nach dem ersten Durchlauf der Bürgermeisterwahl. Die Genossen hoffen nun trotzdem auf "eine Fortsetzung der konstruktiven und offenen Arbeit der Galf in den städtischen Gremien". Nach der Bürgermeisterwahl gelte es, Mehrheiten für die Lösung von anstehenden Sachfragen zu finden. "Selbstverständlich wäre es hilfreich, dann auf verlässliche Mehrheiten setzen zu können." In diesem Zusammenhang müsse dann auch über die Wahl des Ersten Stadtrates geredet werden. Ein Tauschhandel mit Stimmen für die Stichwahl komme für die SPD dabei nicht in Frage.

Die Galf wird keine Empfehlung pro Antenbrink oder Ochs aussprechen, teilten gestern Renate Mohr und Sven Heß mit. Am Ende hätten alle Wahlberechtigten noch die Möglichkeit, ihren Stimmzettel ungültig zu machen, falls niemand der beiden Kandidaten das Anforderungsprofil der Galf-Anhänger erfülle. meh

(meh)
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