E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 20°C

Eine Million für die Quote

Sulzbach ist Spitzenreiter im Kreis: Mit einer Quote von 70 Prozent liegt die Kommune an erster Stelle bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren. Mit einer Million Euro soll die Quote kreisweit angehoben werden.
Wolfgang Kollmeier, Renate Wolf und Oliver Wirfs freuen sich über einen kräftigen Zuschuss für die Glückkinder. 	Foto: Nietner Wolfgang Kollmeier, Renate Wolf und Oliver Wirfs freuen sich über einen kräftigen Zuschuss für die Glückkinder. Foto: Nietner
Sulzbach. 

Hinter den Eingangstüren der Glückskinder beginnt der geschützte Bereich. Nur in großen Filzpantoffeln dürfen sich Besucher leise durch die Flure der Kindertagesstätte bewegen. Der Zutritt zu den Gruppenräumen ist unerwünscht.

Wer dennoch wissen will, was sich hinter den Türen abspielt, dem gewährt Geschäftsführer Oliver Wirfs maximal einen kurzen Blick durch die Fenster in den Türen. In den hellen Räumen der neuen Krippe werden die Allerkleinsten wohlbehütet. Es herrscht friedliche Ruhe in der Kita Glückskinder.

40 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren werden in der privaten Einrichtung seit Oktober betreut. Eine halbe Million Euro hat Diplomkaufmann Oliver Wirfs in den Umbau der ehemaligen Büroräume an der Oberliederbacher Straße investiert und bietet „ganztägige, ganzjährige und zweisprachige“ Betreuung für U 3-Kinder.

Für den „schmalen Geldbeutel ist das Angebot sicher nicht“, räumt Wirfs ein. 690 Euro im Monat müssen Eltern für einen Ganztagesplatz auf den Tisch legen. Für Wirfs ist es nach Hofheim bereits die zweite Kita, die er seit 2010 im Main-Taunus-Kreis eröffnet hat. „Die Nachfrage ist enorm“, weiß er. Im Handumdrehen waren nach der Eröffnung alle Plätze belegt. Eine Warteliste gibt es auch schon - wie lang sie ist, will der Geschäftsführer allerdings für sich behalten. Eins ist aber wohl sicher: Sein Konzept der privaten Kinderbetreuung geht auf, noch bevor der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz im August greift.

Grund zur Freude hat auch Bürgermeisterin Renate Wolf (SPD). Kreisweit ist die Gemeinde führend in Sachen U 3-Betreuung und kann eine Quote von rund 70 Prozent vorweisen. „Sulzbach ist Spitzenreiter im Kreis“, lobt auch Kreisbeigeordneter Wolfgang Kollmeier (CDU). Er hatte bei seinem Besuch nicht nur Lob für Wolf, sondern auch einen Zuschussbescheid über 180 000 Euro Investitionsförderung für die Glückskinder im Gepäck. „Bund und Land haben noch einmal Geld in die Hand genommen.“ Das Geld ist für den Ausbau der U 3-Betreuung zur Verfügung gestellt worden, erklärt Kollmeier. Im Main-Taunus-Kreis sind es rund 1,05 Millionen Euro, die auf 150 Kitaplätze in städtischen, konfessionellen und privaten Einrichtungen verteilt werden.

Der Kreis - zuständig für die Verteilung der Bundes- und Landesgelder - habe dazu einen „Kriterienkatalog“ erstellt. Danach würden Neubauten, aber auch Umbauten wie in Sulzbach gefördert, bei denen „mit wenig Geld neue Plätze geschaffen werden können“, so Kollmeier. Grundsätzlich richte sich das Förderprogramm an Kommunen mit niedriger Betreuungsquote.

Mit Hilfe der Fördermittel will der Kreis ein ehrgeiziges Ziel erreichen: Kreisweit soll die Betreuungsquote von derzeit 32 Prozent zum Jahresbeginn 2014 auf 39 Prozent angehoben werden. Der Kreis läge damit über der, von der Bundesregierung vorgegebenen Betreuungsquote von 35 Prozent. „Wir sind optimistisch, dass wir das schaffen“, sagt Kollmeier.

Neben der Sulzbacher Einrichtung erhält die Katholische Kita „Maria Hilf“ aus Bad Soden 45 000 Euro für zehn neue Plätze. 155 000 Euro bekommt die Bad Sodener Kinderkrippe „Strandkörbchen“ für 20 neue Plätze. Weitere 162 000 Euro fließen an die Betriebskita der MTK-Kliniken. Die Eschborner Kita „Zauberland“ der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit erhält 300 000 Euro für 25 neue Plätze. Mit 150 000 Euro wird die katholische Kita „St. Josef Vogelnest“ in Hattersheim für 10 Plätze bedacht. Weitere 10 000 Euro gehen nach Hochheim an die Awo-Kita „Tausendfüßler für 20 Plätze. 10  Plätze werden bei der Kita „Pampolinchen“ in Schwalbach mit 45 000 Euro gefördert.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen