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Eltern werden zur Kasse gebeten

Die Erhöhung der Elternbeiträge nach den Sommerferien ist beschlossene Sache. Die Kinderbetreuung wird um 10 Prozent teurer.
Hattersheim. 

Die in den vergangenen Tagen publik gewordene Kritik des Stadtelternbeirates wollte Bürgermeisterin Antje Köster so einfach nicht stehen lassen. Bereits im Januar habe man die Eltern darüber informiert, dass eine solche Erhöhung beabsichtigt sei, erklärte die Rathauschefin vor der Stadtverordnetenversammlung. Im März habe man nochmals schriftlich darauf hingewiesen.

Köster reagierte damit auf den Vorwurf, der Stadtelternbeirat sei in den Entscheidungsprozess zu spät und nicht ausreichend einbezogen worden. "Wir haben ordnungsgemäß informiert", erklärte Köster dagegen. Auch habe die Stadt Wünsche und Einrichtungen des Stadtelternbeirates wie auch des Kirchenvorstandes eingearbeitet. Die Kirchen werden einbezogen, weil Gebühren in städtischen und kirchlichen Einrichtungen bei den Elternbeiträgen nicht übermäßig weit auseinander liegen sollen.

Einschneidende Erhöhung

Köster räumte ein, dass es schon eine einschneidende Erhöhung sei. Für Kinder, die schon um 12.30 Uhr wieder abgeholt werden, müssen künftig 130 statt bislang 118 Euro bezahlt werden. Der Ganztagsplatz mit Betreuung bis 17 Uhr kostet 209 statt bisher 190 Euro. Dazu kommen 70 Euro für das Mittagessen – bislang war dies für 60 Euro zu haben.

Diese Kosten für das Essen fallen auch für die Grundschulkinder in der Betreuung an. Die kostet, je nach Dauer, zwischen 75 und 206 Euro; bisher mussten monatlich zwischen 68 und 188 Euro überwiesen werden. Es gibt aber Ermäßigungsmöglichkeiten: Besuchen zwei Kinder aus einer Familie in Hattersheim eine Betreuungseinrichtung – Kindergarten, Krippe, Grundschulbetreuung – werden die Gebühren für das Kind mit der niedrigeren Gebühr um die Hälfte reduziert. Beantragen können dies Familien mit einem Jahresbruttoeinkommen von unter 65 000 Euro.

Der CDU reicht diese soziale Komponente nicht aus. "Wir fürchten, dass es Familien mit vielen Kindern oder Migrationshintergrund besonders trifft", so Fraktionschef Michael Minnert. Das Thema müsse im Rahmen der Gespräche zur Haushaltskonsolidierung besprochen werden, lautet seine Forderung. Die CDU drang damit aber nicht durch und lehnte als einzige Fraktion die Erhöhung der Elternbeiträge ab.

"Wenn wir nicht auf die Finanzen aufpassen, geht bald gar nichts mehr", begründete die FDP-Stadtverordnete Karin Fredebold, warum die anderen Fraktionen zustimmten. Ausschlaggebend sind die erheblichen finanziellen Probleme der Stadt. Aylin Cetinkaya wies noch darauf hin, dass bedürftige Familien auch noch Unterstützung vom Kreis bekommen könnten. Sie forderte bei der Gelegenheit das Land Hessen auf, nicht nur die Anforderungen an die Kinderbetreuung heraufzusetzen, sondern die Kommunen auch bei der Finanzierung zu unterstützen.

Bürgerwerkstätten

Stefanie Turba forderte auch die Hilfe der Bürger bei der Sanierung der städtischen Finanzen. Diese haben Gelegenheit, sich in sogenannten Bürgerwerkstätten zu beteiligen. Die Eltern seien allerdings nicht die einzigen Leitragenden der Sparbemühungen, erinnerte sie an die Beschlüsse zur Erhöhung der Grund- und der Hundesteuer.

Bürgermeisterin Köster wies darauf hin, dass es in manchen Kommunen des Kreises praktisch automatische Gebührenerhöhungen gebe, entweder jährlich oder immer nach Tariferhöhungen für die Erzieherinnen. Einig sind sich die Stadtverordneten und der Magistrat, künftig die Gebühren in kürzeren Abständen, aber kleineren Schritten zu erhöhen.

Der FWG-Stadtverordnete Karl-Heinz Spengler forderte, darüber zu sprechen, ob die immer weitere Erhöhung der Kosten durch immer höhere Standards bei der Betreuung der richtige Weg seien. Die jetzige Erhöhung sei allerdings "angesichts der desolaten finanziellen Lage der Stadt eine überfällige Entscheidung."

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