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Mittelalter-Gruppe: Eppensteiner suchen starke Ritter und treue Knappen

Seit gut zwölf Jahren hat die Stadt ihre „eigenen“ Ritter. Sie suchen nun zum Fest Verstärkung für ihre Truppe.
Die Ritter von Eppenstein schwingen gerne die Schwerter bei Kämpfen auf der Burg. Hier messen sich Benjamin Peschke (links) und Joachim Buchenau miteinander. Die Ritter von Eppenstein schwingen gerne die Schwerter bei Kämpfen auf der Burg. Hier messen sich Benjamin Peschke (links) und Joachim Buchenau miteinander.
Eppstein. 

Ritter konnte im Mittelalter nicht jeder Hinz und Kunz werden. Meist war eine adlige Abstammung Voraussetzung, zum Teil spielte auch das Geld eine Rolle. Ein Aushang in den Städten mit den Worten „Ritter gesucht“ wäre damals undenkbar gewesen. Doch wir leben im 21. Jahrhundert – da ist das gut möglich. So trägt eine Mitteilung der Stadt den amüsanten, aber ernst gemeinten Titel „Ritter, Knappen und allerlei Volk gesucht!“.

Pläne fürs große Fest

Denn Eppstein hat vor 700 Jahren seine Stadtrechte erhalten und möchte das 2018 zünftig und mit einer Rückblende zeitgemäß feiern. Das Ritterwochenende „Mit Fug und Recht“ am 25. und 26. August ist einer der zentralen Termine. Um sich dort authentisch zu präsentieren, sucht die heimische Rittergruppe „Die Eppensteiner“ Verstärkung. Joachim Buchenau wünscht sich Mitstreiter vor allem für die kämpfende Truppe, aber auch Damen und Kinder als Komparsen.

Von Ascenburne

Er erhofft sich dadurch eine Belebung der Ritter-Gruppe. Derzeit sind ein halbes Dutzend Darsteller dabei, vor allem bei Heimspielen in Eppstein. Besuche und Aktivitäten bei anderen Märkten gebe es nicht mehr, bedauert der 47-Jährige. Er tritt als Wigandus von Ascenburne“, einem Ritter aus dem Hochmittelalter, auf. Ascenburne ist der frühere Name von Eschborn, wo Buchenau wohnte. Mit seinem Freund Harald Maul, der seinen Bruder Hartmut von Ascenburne spielt, hat der heutige Eppsteiner die Gruppe aufgebaut. Auch die Familien werden eingebunden. Die Brüder lebten tatsächlich um das 12. Jahrhundert herum. Wigandus wurde zur Ausbildung zum Herren von Eppenstein auf die Burg geschickt und verdiente sich dort später als Burgvogt außerdem seinen Lohn.

Schon Ende der Neunziger Jahre haben die Freunde ihre Leidenschaft fürs Mittelalter entdeckt. Maul hatte Germanistik und Anglistik studiert, konnte daher einiges über König Artus erzählen. Das Duo besuchte Märkte, das Interesse wuchs immer mehr. Natürlich sei auch die Affinität zum Kampf und den Waffen groß gewesen, räumt Buchenau ein, der aber auch Kindergeburtstage durch die Burg führt. Sogar ein Katapult haben die Eppensteiner gebaut. Die Ausrüstung wurde zum Teil selbst hergestellt. Dieses Wissen wollen sie nun weitergeben. Buchenau kann sich ein Training für interessierte „Ritter“ und „Knappen“ gut vorstellen. Auch sei es möglich, ein eigenes Schild zu bauen. Zwar sind die Schwerter stumpf, doch sei ein Risiko nicht auszuschließen, betont er. Daher würden Neuzugänge langsam herangeführt.

Verstärkung bekommen die Eppensteiner beim Ritterfest auch von den Eppsteiner Burgschauspielern, von Handwerkern, fahrendem Volk und dem Veldenzer Aufgebot. Diese Gruppe decke eher das Spätmittelalter ab, „das ergänzt uns ganz gut, auch personell“, betont Buchenau, der beruflich als Gebäudeverwalter im Industriepark unterwegs und dessen Sohn Nick (3) schon ganz begeistert von Papas Hobby ist. Da würde ein wenig Zuwachs bei den Rittern gut tun. „Denn wir wollen wieder mehr Gas geben“, erhofft sich Buchenau vom Jubiläumsjahr einen Schub. Schließlich gibt es in der Stadt und der Burg immer wieder Gelegenheiten, als Ritter oder Burgfräulein in Erscheinung zu treten.

Daten für die Rekrutierung

Wer Interesse hat , sollte sich an Monika Rohde-Reith vom Stadt- und Burgmuseum wenden: (0 61 98) 3 05-1 31, monika.rohde-reith@eppstein.de .

(wein)

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