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„Er ist und bleibt der Chef“

Von Nach wie vor hat Hans Zengeler ein Auge auf die Vorgänge in der Feuerwache an der Hunsrückstraße. Heute wird er 85.
Hans Zengeler Foto: Maik Reuß Hans Zengeler
Bad Soden. 

Wenn Hans Zengeler in seinem Arbeitszimmer sitzt, hat er seine Lieben immer um sich. An zwei Wänden hängen Bilder der acht Kinder mit ihren Familien. Auch seine zweite große Leidenschaft ist ihm ganz nah: die Feuerwehr. Zahlreiche Urkunden und Auszeichnungen bis hin zum Bundesverdienstkreuz bezeugen, was der Ehrenvorstand in vielen Jahrzehnten für die Bad Sodener und auch die Kreisfeuerwehr geleistet hat.

Schon 1951 war Zengeler in die Feuerwehr eingetreten – und folgte damit seinem Vater, vier Onkel, Opa und dem Urgroßvater, der die Sodener Feuerwehr 1868 mitgegründet hatte. 1954 absolviert Hans Zengeler einen Grundlehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Kassel – der erste von 35 Kursen.

Die Feuerwehr ist ein guter Ersatz für die beruflichen Träume. Die Arbeit bei der Hoechst AG im Labor nämlich habe er annehmen müssen, um seine drei Geschwister mitzuversorgen. Der Vater sei mit einer schweren Lungenkrankheit aus dem Krieg heimgekehrt. „Eigentlich wollte ich Chemotechniker werden.“

1968 bietet er mit zwei Kollegen Grundlehrgänge erstmals im Ort an, wird zum Ausbildungsleiter der Feuerwehr Bad Soden ernannt und übernimmt im selben Jahr aus den Händen seines Onkels Karl die verantwortliche Position als Ortsbrandmeister. Bei der Einweihung der neuen Feuerwache 1972 wird er zum hauptamtlichen Stützpunktleiter ernannt, später sogar zum Kreisbrandinspektor. „Immer wenn ich nach Hause fahre, fährt Zengeler zu seiner zweiten Schicht nach Hofheim“, habe der ehemalige Landrat Bernward Löwenberg mal gescherzt, als ihm der rote Feuerwehrwagen wie so oft nach Feierabend entgegengekommen war.

1993 erkrankt Zengelers Frau Wilhelmine an einem schweren Herzleiden. Um sie zu unterstützen, geht er mit 63 Jahren in den Ruhestand. Ehrenamtlich ist er weiter bei der Feuerwehr dabei, übernimmt nach dem Tod seiner Frau sogar die Ehren- und Altersabteilung der Kreisfeuerwehren. „Zwölf Apostel“ nennt er liebevoll die ehemaligen Ortsbrandmeister aus den zwölf Städten und Gemeinden des Main-Taunus-Kreises.

Bei der Feuerwehr lernt er auch seine jetzige Lebenspartnerin, Margritta Henning, kennen, auch sie ist verwitwet. Mit ihren fünf noch lebenden Kindern vervielfacht sich die Zahl der Familienmitglieder. „Zusammen sind wir inzwischen 36!“ Darunter drei Urenkel. Seine Ämter gibt Zengeler mit 80 Jahren auf, nicht aber sein Auge auf alles, was in der Feuerwache an der Hunsrückstraße vor sich geht. „Wenn wir nachts zum Einsatz ausrücken, gehen seine Rollläden hoch“, lacht Sohn Peter, der bald ein Dienstjubiläum bei der Feuerwehr feiert. Seit 40 Jahren ist er dabei. Der Vater habe immer noch einen Pieper in der Wohnung, der ihn über jede Aktivität unterrichte. „Er ist und bleibt der Chef.“ Sein Hauptarbeitsfeld sei inzwischen allerdings der liebevoll gepflegte Garten, entgegnet dieser.

Morgen, Sonntag, 26. Juli, feiert Hans Zengeler seinen 85. Geburtstag. Fast 100 Gäste sind in „Eberhards Scheuer“ geladen, darunter viele Feuerwehrkameraden aus Stadt und Kreis. Zur musikalischen Unterhaltung spiele ein Musiker mit bayerischen Klängen auf. „Der Spielmannszug der TG bringt mir ja ohnehin jedes Jahr ein Geburtstagsständchen“, verrät der Jubilar. Für die Zukunft wünsche er sich weiterhin Gesundheit und Zufriedenheit.

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