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Flüchtlinge: Erinnerung an Lampedusa

Mit ihrer „Herbergssuche“ erinnert die Gemeinde St. Johannes-Apostel an die Weihnachtsgeschichte und schlägt den Bogen zur aktuellen Situation der Flüchtlinge.
Unterliederbach. 

Zum Abschluss der Adventszeit lädt die Pfarrei St. Johannes-Apostel am Sonntag, 20. Dezember, für 18 Uhr zur dritten „Herbergssuche“ in die Kirche an der Königsteiner Straße 96 ein. Die meditative Reihe „Herbergssuche“ bezieht sich auf die Suche Maria und Josefs nach einer Herberge vor 2000 Jahren in Bethlehem und was dies heute mit uns zu tun hat. Das Lampedusa-Kreuz wird im Mittelpunkt der Feier stehen. Dieses Kreuz ist aus den Planken von Flüchtlingsbooten gebaut worden, die vor der Mittelmeerinsel Lampedusa gesunken sind. Der Referent für Diakonische Pastoral der Stadtkirche Frankfurt, Andreas Böss-Ostendorf, wird dazu einen Impuls geben. Das Kreuz wird bis zum Patronatsfest am 27. Dezember in der Kirche stehen.

Im Anschluss an den Impuls wird die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ eröffnet. Auf 25 Postern von Pro Asyl wird anschaulich die Lage in Kriegs- und Krisengebieten gezeigt. Sie informiert über Fluchtursachen und Fluchtwege und berichtet über die Situation an den EU-Außengrenzen sowie im Inneren Europas und Deutschlands. Mit der Ausstellung will die Gemeinde zum Nachdenken anregen. Die Ausstellung wird bis zum 17. Januar, dem Tag des Flüchtlings, in der Kirche zu sehen sein. Zwischen den Jahren wird es noch eine Briefaktion an befreundete Bistümer im Irak, Ukraine und Kamerun geben.

Die Hoffnung teilen

Seit dem Jahr 2000 sind mehr als 25 000 Menschen im Mittelmeer ertrunken, als sie versuchten, Europa zu erreichen. Die Insel Lampedusa, im Mittelmeer gelegen zwischen Italien und Tunesien, steht symbolisch für die Not und das Leid von Menschen, die in ihrer Verzweiflung keinen anderen Weg als den über das Meer wissen. Viele sind Flüchtlinge, Opfer von Krieg und Gewalt, Verfolgung und Terror. Andere suchen einen Ausweg aus Elend und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat. Sie alle teilen die Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Sicherheit, mit einer guten Zukunft für sich und ihre Familien.

Aus Wrackteilen

Aus den Überresten von Flüchtlingsbooten hat der Schreiner Francesco Tuccio den Altar der Messe gestaltet, die Papst Franziskus am 8. Juli 2013 im Gedenken für die Toten dieser menschengemachten Tragödie auf der Insel feierte. Seither fertigt er Kreuze und andere liturgische Gegenstände aus diesen Überresten, die nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa Verbreitung finden. Mit dieser Initiative will Francesco Tuccio auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam machen.

Das Bistum Limburg hat zum Kreuzfest im September 2015 dieses Kreuz aus Lampedusa erstmals als Planke der Hoffnung vorgestellt. Mehr als eine Millionen Flüchtlinge werden in diesem Jahr in Deutschland erwartet. Es sind überwiegend Menschen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und Somalia. Ihre Schicksale bewegen viele, die Hilfsbereitschaft ist groß, die Unsicherheiten aber auch.

Die Gemeinde St. Johannes-Apostel hat sich angesichts der tatkräftigen Unterstützung durch die Caritas in Frankfurt entschlossen, auch in Unterliederbach ein Zeichen zu setzen und eine Flüchtlingsfamilie mit bis zu fünf Personen im Gemeindehaus aufzunehmen – getreu des Aufrufes von Papst Franziskus, jede Pfarrei, jede Ordensgemeinschaft, jedes Kloster, jedes Heiligtum Europas solle eine Familie aufnehmen. „Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen: Mit der Ausstellung ,Asyl ist Menschenrecht‘ des Vereins Pro Asyl wollen wir informieren und zum Nachdenken anregen. Warum fliehen Menschen? Welche Gefahren sind sie ausgesetzt? Wo finden sie Schutz?“, sagt Stefan Hecktor vom Pfarrgemeinderat St. Johannes-Apostel.

(hk)
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