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Erneut vergessen

Von Für den Stadtteil bringt die erneute Erweiterung der Vorsorgezonen gegen Wirbelschleppen nichts. Die Bürgerinitiative für Umweltschutz verlangt deshalb eine Erklärung vom zuständigen Ministerium.
Viele Eddersheimer protestierten schon vor vielen Monaten gegen die Belastungen durch die niedrigen Überflüge in ihrem Stadtteil. 	Foto: Knapp Viele Eddersheimer protestierten schon vor vielen Monaten gegen die Belastungen durch die niedrigen Überflüge in ihrem Stadtteil. Foto: Knapp
Eddersheim. 

Frank Wolf, Pressesprecher der Eddersheimer Bürgerinitiative für Umweltschutz (BfU) hatte sich vom Eintritt der Grünen in die hessischen Landesregierung mehr erhofft, was den Schutz der Flughafennachbarn vor den Auswirkungen des Luftverkehrs betrifft. Denn jetzt lässt er seine Enttäuschung durchblicken. Die „skandalöse Negierung der 5000 Menschen unseres hochbetroffenen Ortsteils“ soll „wohl nun auch unter grüner Regierungsbeteiligung fortgeführt werden“. Und er ist in dieser Einschätzung nicht alleine: Die Grünen-Vertreter in Regierung und Landtagsfraktion hätten ihre früheren Positionen wohl völlig vergessen, schimpfte unlängst die Bürgerinitiative Raunheim. Anlass für die Aufregung ist die Ausweitung der Vorsorgezonen gegen Wirbelschleppen durch die schwarz-grüne hessische Landesregierung. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) hatte den Planergänzungsbeschluss in der vergangenen Woche unterzeichnet, nachdem es am Wochenende zuvor Schäden an zwei Reihenhäusern außerhalb der Vorsorgezone gegeben hatte. Innerhalb dieser Vorsorgezone können die Anwohner vom Flughafenbetreiber Fraport verlangen, die Dachziegel an ihren Häusern zu klammern, also zusätzlich abzusichern. Die Fraport hat dafür einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt.

 

Zwei Meinungen

 

Daher ist verständlich, dass das Unternehmen über die Aktion des Wirtschaftsministeriums nicht begeistert ist. Man werde die Sache prüfen, lässt die Fraport wissen. Aber die Vorsorgezone sei eine der Größten im internationalen Luftverkehr und grundsätzlich ausreichend, deutet Fraport die Richtung in seiner Stellungnahme schon an.

Während also der Flughafenbetreiber die Ausweitung der Vorsorgezone wohl eher ablehnt, geht der BfU die Aktion nicht weit genug. „Eddersheim hat ihr Haus erneut vergessen, obwohl wir dies ausdrücklich angeregt hatten“, so BI-Sprecher Wolf. Eddersheim werde in einem Bereich in 120 Metern Höhe überflogen, sei aber in der Vorsorgezone mit nur einem Gebäude berücksichtigt.

Frank Wolf meint deshalb: „Es liegt auf der Hand, dass dies nicht ausreicht.“ Der Hattersheimer Stadtteil Eddersheim sei übrigens auf den einschlägigen Karten der Fraport als Wirbelschleppenerwartungsgebiet eingetragen, behauptet Wolf. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es auch auf Eddersheimer Gemarkung zu Wirbelschleppenvorfällen kommt.“ Gelegenheit zur Stellungnahme im Verfahren selbst hat es übrigens nicht gegeben, weder für die Fraport, noch zum Beispiel für die Stadt Hattersheim. Da das eigentliche Bauvorhaben unberührt bleibe, könne auf ein so ausführliches Verfahren verzichtet werden, argumentiert das Wirtschaftsministerium. In den Unterlagen gibt es auch Ausführungen zum Geltungsbereich: „Das Gebiet deckt den Bereich, der eines vorsorgenden Schutzes bedarf, ab“, heißt es da. Der BfU reicht das aber nicht aus, die Bürgerinitiative hat deshalb vom Wirtschaftsministerium weitergehende Auskünfte zur Abgrenzung des Gebietes verlangt. Wenn es bis zum kommenden Freitag keine Antwort gebe, werde man die Wirbelschleppenzonen auch bei der nächsten Montagsdemo im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens zum Thema machen.

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