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Erste Hilfe lernt man nie zu früh

Zum dritten Mal hat der Ortsverein Schwanheim-Goldstein des Deutschen Roten Kreuzes einen Erste-Hilfe-Kurse für Kinder und Jugendliche angeboten.
Betreuerin Andrea Hartenfeller und der Kurs schauen zu, 

wie Hendrik (12) Björn (13) in die Rettungsfolie einschlägt.

	Foto: Reuß Betreuerin Andrea Hartenfeller und der Kurs schauen zu, wie Hendrik (12) Björn (13) in die Rettungsfolie einschlägt. Foto: Reuß
Schwanheim. 

Ein Junge bricht sich die Nase, als er gegen eine Glaswand läuft; später fällt jemand vom Baum, bevor als drittes ein Fußgänger von einem Auto erfasst wird. In allen drei Fällen setzt einer der 14 Teilnehmer des Kurses „Erste Hilfe für Kinder“ einen Notruf ab. Am anderen Ende der Leitung spricht bei den fiktiven Fällen weder die Polizei noch ein Notarzt, sondern der Betreuer Tim Wagner und „fragt uns immer ganz genau aus zu den Unfällen“, berichtet die zwölfjährige Theresa. „Die Kinder sollen den Notruf in Situationen üben, die ihnen auch in echt begegnen können“, sagt Wagners Kollege Franz Philippe Bachmann.

Zwei Tage am Wochenende braucht es, um sich von drei Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Ortsverein Schwanheim in Erster Hilfe schulen zu lassen. Die Wiederbelebung eines Menschen, für die meisten der jungen Teilnehmer der klare Höhepunkt, steht ebenso auf dem Programm wie das Notruf-Training, das Aufbauen eines Warndreiecks und der Umgang mit Wärmedecke und Verbandskasten.

Praktische Ausbildung

„Nachher schminken wir uns große Wunden auf“, kündigt der zwölfjährige Lukas voller Vorfreude an. „Vom einfachen Pflaster bis zum Druckverband bei Arterienverletzungen üben wir hier alles“, erklärt seine Betreuerin Andrea Hartenfeller, während sie eine Wärmedecke hervorholt. Sie muss nicht lange nach einem freiwilligen Unfallopfer suchen. „Die silberne Seite reflektiert die Körperwärme am besten“, erklärt sie, „und man muss komplett eingewickelt sein, denn die Kälte kommt von unten.“

Vor eineinhalb Jahren haben die Ehrenamtlichen aus Schwanheim den Kurs ins Leben gerufen und seitdem wiederholten sie das gut nachgefragte Angebot in halbjährlichem Rhythmus. „Wir haben festgestellt, dass schon Kinder sehr viel Erste Hilfe lernen können“, begründet Franz Philippe Bachmann den Einsatz des Ortsvereins. In den üblichen Kursen, wo sich angehende Autofahrer, Sportler oder einfach Interessierte ausbilden lassen, „passt das wegen des Altersunterschieds aber nicht so gut“, meint Bachmann. Der zehn Euro teure Kurs richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 13 Jahren.

Der jüngste Schüler, der neunjährige Luis, wurde zusammen mit seiner Schwester Theresa an diesem Morgen von seiner Oma „total überrascht und spontan hier abgesetzt“, wie seine Schwester lachend erzählt. Die ältesten Teilnehmerinnen sind vierzehn Jahre alt; die verschiedenen Altersgruppen kommen gut miteinander zurecht.

Fürs Ehrenamt

Während es manchem ums reine Lernen aus Interesse geht, ist der Kurs bei einigen Älteren Teil ihrer Ausbildung für ein Ehrenamt. Zwei angehende Leiterinnen von Turngruppen der TG Sachsenhausen sind zum Beispiel nach Schwanheim gekommen;
weiterhin finden sich fünf Schulsanitäterinnen unter den Teilnehmern. „Wir tragen dann, während wir in der Schule sind, einen Funk-Piepser mit uns herum“, erklärt die Achtklässlerin Magdalena Zdunic ihre zukünftige Aufgabe. „Wenn sich jemand verletzt, kommt ein Schulsanitäter und verbindet die Wunde“.

Soweit Franz Philippe Bachmann das DRK kennt, ist ein Kurs wie dieser bislang einzigartig. Sein Team ist optimistisch, dass sich ihre Idee verbreitet – zunächst einmal in die acht weiteren Ortsvereine des DRK Frankfurt.

(lur)
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