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SPD-Bürgermeisterkandidat Philipp Moritz: Es ist „Zeit für einen Wechsel“ im Rathaus

Philipp Moritz wird im Wahlkampf zunehmend häufig auf die Situation der SPD auf Bundesebene angesprochen. Der Flörsheimer gibt dabei auch offen zu, dass er gegen die große Koalition ist.
Philipp Moritz ist am liebsten in der Natur unterwegs, der Krifteler Freizeitpark  gefällt dem jungen Familienvater besonders gut. Foto: Knapp Philipp Moritz ist am liebsten in der Natur unterwegs, der Krifteler Freizeitpark gefällt dem jungen Familienvater besonders gut.
Kriftel. 

Das vergangene Wochenende hielt für Philipp Moritz sowohl einen freudigen Anlass als auch eine willkommene Abwechslung parat. Da Söhnchen Quentin seinen ersten Geburtstag feierte, stattete der SPD-Kandidat mit Ehefrau Carolin und dem Nachwuchs den Schwiegereltern im Münsterland einen Besuch ab. Für das Geburtstagskind gab es ein Laufrad, für Moritz zwei Tage Auszeit vom stressigen Alltag samt Wahlkampf. „Wenn man noch keinen Wahlkampf geführt hat, dann kann man den Aufwand im Vorfeld nicht wirklich realistisch einschätzen“, gesteht er.

„Um 6 Uhr fahre ich nach Wiesbaden auf die Arbeit, um 18 Uhr komme ich nach Hause und danach finden die Hausbesuche in Kriftel statt“, beschreibt er seinen momentanen Tagesablauf. Addiert man die familiären Verpflichtungen, sein Engagement als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Flörsheim sowie seine Aufgaben als Stadtverordneter, dann scheint ein Tag für den 25-Jährigen aktuell nicht genügend Stunden parat zu haben. „Herr Antenbrink hat diesbezüglich auch kein Blatt vor den Mund genommen und mich gewarnt“, sagt Moritz.

Er möchte die junge und dynamische Alternative zu Kontrahent Christian Seitz (CDU) sein, weil er – gemäß seinem Wahlslogan – überzeugt davon ist: „In Kriftel geht mehr.“

Mehr Bürgerbeteiligung

Vor allem mehr Bürgerbeteiligung wünscht er sich und möchte diesbezüglich Brücken zum Rathaus schlagen. Das florierende Vereinsleben Kriftels will er weiter fördern und gleichzeitig auch allen nicht aktiven Vereinsmenschen Gehör schenken. Letztlich ist auch das Erschaffen von bezahlbarem Wohnraum eines seiner großen Anliegen. Er selbst schaute sich in den vergangenen Wochen nach einer Wohnung für seine Familie um und wurde in seinem vorherigen Urteil bekräftigt: „Der Wohnungsmarkt in Kriftel ist klein, die Preise sind hoch. Es ist die Aufgabe eines Bürgermeisters, Abhilfe zu schaffen.“

Trotz seines straffen Programms genießt Philipp Moritz den Austausch mit den Wählern. „Der direkte Kontakt zu den Menschen ist Klasse“, berichtet er, „und die Gespräche verliefen fast alle sehr positiv.“ Wenn es zuletzt negative Rückmeldungen gab, dann aufgrund der aktuellen Lage der Bundespartei. „Was macht denn der Schulz da?“, sei er während der Hausbesuche gefragt worden. Eine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage hat der sonst schlagfertige Jungsozialist nicht.

Bezüglich einer großen Koalition bezieht er aber deutlich Stellung: Philipp Moritz ist dagegen. Dass auch seine Kollegen der Jungsozialisten (Jusos) sich bundesweit geschlossen gegen die „GroKo“ ausgesprochen haben und so in der Öffentlichkeit an Profil gewinnen konnten, hat er wohlwollend vernommen. Über die Lage der Partei macht er sich dennoch Gedanken. „Niemand möchte eines Tages einen Scherbenhaufen übernehmen“, sagt er nachdenklich.

SPD: Neuer Trainer nötig

Hoffnung auf einen Umschwung zieht Moritz aus einer Sport-Analogie. Während des Bürgerforums des Höchster Kreisblatts vor zwei Wochen wurde er vor die Wahl gestellt: Bayern München oder Eintracht Frankfurt. Ohne zu zögern, wählte er die hessischen Adler, obwohl er eigentlich kein großer Fußball-Fan sei. Wie auch die SPD sei die SGE lange Zeit der Außenseiter gewesen, der jüngste Aufschwung der Fußballer unter Niko Kovac sei daher beeindruckend. „Vielleicht“, sagt Moritz mit einem verschmitzten Lächeln, „ist es auch bei der SPD Zeit für einen Trainerwechsel.“ Dass es Zeit für einen Wechsel im Krifteler Bürgermeisterbüro ist, steht für den Sozialdemokraten dagegen außer Frage.

Mein Lieblingsort

Einladende Orte zur Naherholung gibt es auch in Moritz’ aktuellem Wohnort Flörsheim. „Ich muss allerdings gestehen, dass ich auf die ’Lunge Kriftels’ ein wenig neidisch bin“, gesteht er

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Zur Person

Philipp Moritz ist am 6. Dezember 1992 in Frankfurt am Main geboren. Bis 2000 verbrachte er seine Kindheit in Schwalbach. Aktuell lebt er mit seiner Frau Carolin und dem 12 Monate alten Sohn

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