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"Es muss jetzt entschieden werden"

Findet sich ein Investor für die Stadthalle? Oder wird sie demnächst ganz geschlossen?
Hattersheim. 

Karin Schnick (Grüne) und Dietrich Muth (FDP) waren sich einig, und das kommt nicht unbedingt am laufenden Band vor. "Die Sünden der Vergangenheit holen uns jetzt ein", sagte der FDP-Fraktionschef. An der Stadthalle sei nichts gemacht worden, auch als die Stadt es sich noch hätte leisten können. In dem Punkt stimmte die Erste Stadträtin, als Baudezernentin immerhin zuständig für das Gebäude, unumwunden zu. Und ihre Ergänzung zeigte, wie groß der Leidensdruck inzwischen geworden ist: "Es ist mir fast egal, wie entschieden wird, aber es muss jetzt entschieden werden."

Tatsache ist, dass die Stadt jederzeit in die Situation kommen kann, in der sie die Wahl zwischen zwei unangenehmen Alternativen hat. Denn wie die Verwaltung berichtete, könne die Beleuchtungsanlage noch eine Weile funktionieren, aber auch jederzeit ausfallen. Dann wäre eine Investition zwischen 100 000 und 150 000 Euro fällig, oder die Halle könnte nicht mehr genutzt werden. "Die Entscheidung steht an, wir müssen sie treffen", erklärte daher auch der Grünen-Stadtverordnete Winfried Pohl.

Ausgelöst wurde die Diskussion im Bauausschuss durch eine Vorlage des Magistrats, in der dieser die Kosten einer Sanierung und eines Neubaus der Halle nebeneinander stellt. Die Zahlen sind bedrückend: 7,3 Millionen Euro kostet die Sanierung, 6,9 Millionen Euro ein Neubau. Die Stadt hat weder die eine noch die andere Summe zur Verfügung – ganz unabhängig davon, ob sie sich mit dem Sparen besonders anstrengen muss, um den finanziellen Rettungsschirm des Landes nutzen zu können (wir berichteten).

Beschlossen hatte die Stadtverordnetenversammlung daher auch, dass sich der Magistrat um einen Investor bemühen soll – der die Halle übernimmt oder einen Neubau hochzieht und der Stadt einen Veranstaltungsraum zur Verfügung stellt. Zu verdienen sei anscheinend mit dem Gebäude momentan nicht viel – die Stadt hat zuletzt in einem Jahr 3500 Euro Pachteinnahmen mit der Halle erzielt. "Da stimmt doch etwas nicht", findet FDP-Mann Dietrich Muth. Immerhin, einen Lichtblick scheint es eventuell zu geben. Bürgermeister Antje Köster (SPD) führe Gespräche mit möglichen Investoren, erläuterte ihre Magistratskollegin, Stadträtin Schnick. Offenbar gibt es Interessenten, die sich eine Lösung in Kombination mit einem Hotel sowie einem Konferenzzentrum vorstellen können. Für Schnick steht aber auch fest: "Auch mit einem Investor wird es kein Geschäft für die Stadt – die Frage ist, was uns das noch kosten wird." bt

(Manfred Becht)
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