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Fakten zum Fall Ländcheshalle

Von Vor der Demonstration der Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau am Samstag hat die Stadt ihre Position zum Thema Sporthalle klar gestellt.
Handball ist nicht die einzige Sportart, die in Wallau mit Leidenschaft betrieben wird. Um den Neubau der Ländcheshalle wird heftig gestritten.	Foto: nie Handball ist nicht die einzige Sportart, die in Wallau mit Leidenschaft betrieben wird. Um den Neubau der Ländcheshalle wird heftig gestritten. Foto: nie
Wallau. 

Weder der TV Wallau noch die Stadt Hofheim haben sich bislang irgendwelche Zahlen zum Projekt des Neubaus der Ländcheshalle entlocken lassen, auch um die anstehenden Verhandlungen nicht zu belasten. So zurückhaltend ist die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau nicht: Sie schätzt, dass der TV Wallau zwei Millionen Euro auftreiben muss, soll auch nur der jetzige Bestand an Hallenkapazitäten gehalten werden. Und auch wenn der Verein Zuschüsse bekommt, so glaubt die Interessengemeinschaft nicht, dass der Verein dies schafft. Die Schlussfolgerung ist zwingend: Die Stadt muss mehr investieren als bisher geplant, fordert die Interessengemeinschaft.

Der Verwaltungsspitze im Hofheimer Rathaus geht es momentan auf der anderen Seite darum, ihre Sicht der Dinge und die Vorgeschichte darzustellen. Betont sachlich kommt eine Presseerklärung daher, die jetzt verbreitet wurde. Es habe sich herausgestellt, dass viele Tatsachen in Wallau nicht bekannt seien, kommentiert Rathaus-Pressesprecherin Iris Bernardelli den Hintergrund der Veröffentlichung.

Standortwahl

Der TV Wallau selbst habe 2009 das Gelände der Taunusblickschule als Standort für einen Neubau vorgeschlagen, heißt es. Dieser Vorschlag sei auch auf Zustimmung des Ortsbeirates gestoßen. Mit dem Kreis als Schulträger und Grundeigentümer hat sich die Stadt dann darauf geeinigt, dass auf dem Gelände verschiedene Notwendigkeiten berücksichtigt werden sollen - eine neue Ländcheshalle, ein neuer Kunstrasenplatz, die Weiterentwicklung der Schule einschließlich des Betreuungsangebotes und die Anbindung des Kindergartens.

Es sei allen Beteiligten seit 2006 oder 2007 klar gewesen, dass sich der TV Wallau an dem Vorhaben würde beteiligen müssen, erklärt die Stadt. Dass der Verein darauf sehr zurückhaltend reagierte, lässt der Magistrat, wohl um des Verhandlungsklimas willen, unerwähnt. Aber daraus resultierte das, was jetzt als Basislösung auf dem Tisch liegt: Ohne Beteiligung des Vereins gibt es eine Dreifeldhalle mit einer Tribüne für 600 Zuschauer. Dabei wird diese auch von der Schule genutzt, nur so gibt es auch Geld vom Main-Taunus-Kreis. Will der Verein mehr, muss er sich finanziell engagieren – so hat es auch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

IG: Verein überfordert

Nachdem der Verein sich im vergangenen Jahr grundsätzlich bereit erklärt hat, einen finanziellen Beitrag zu leisten, kann jetzt verhandelt werden. "Der TV Wallau hat die Möglichkeit, durch eine adäquate finanzielle Beteiligung die Kapazitäten auf das notwendige oder gewünschte Maß zu erhöhen", schreibt der Magistrat. Genau diese Möglichkeit hat der Verein nicht, hält die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau dagegen. Selbst wenn der Verein als Bauherr auftritt und dann sechsstellige Zuschüsse vom Land bekommt, müsse er selbst mehr als eine Million Euro aufbringen. Dazu komme die Beteiligung am geplanten Kunstrasenplatz. "Die IG TV Wallau ist sich sicher, dass der TVW diese Summen nicht stemmen kann", lassen die Wallauer wissen.

Die Stadt auf der anderen Seite möchte, dass dies jetzt Schritt für Schritt ermittelt wird. Zunächst wird mit dem Verein zusammen ein Raumprogramm entwickelt, dann soll es eine Planung geben. Zu dieser gehört eine Kostenberechnung, und auf deren Basis wird dann über die Beteiligung des TV Wallau gesprochen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Verhandlungspartner zum jetzigen Zeitpunkt nicht öffentlich über Zahlen sprechen.

Die Interessengemeinschaft schon: Die Basislösung bedeute einen Verlust von 50 Prozent der Hallenkapazitäten in Wallau und damit eine drastische Reduzierung des Sportangebotes. Denn die Schulsporthalle fiele ebenso weg, wie die Nebenräume der heutigen Ländcheshalle. Die Stadt müsse mehr investieren, lautet die Forderung. Denn die Basislösung könne mit der Beteiligung des Kreises und dem Verkauf des jetzigen Grundstücks der Ländcheshalle finanziert werden.

Die Stadt auf der anderen Seite will auch über diese Verkaufserlöse nicht spekulieren, sondern gibt zu bedenken, dass bei der Entwicklung des Raumprogrammes verschiedene Veränderungen berücksichtigt werden sollten. Was bedeute es für den Vereinssport, wenn die Grundschule Ganztagsschule werde? Und brauche man nicht kleinere und flexiblere Räume, wenn der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung immer weiter steige?

Personelle Hilfe

Der Magistrat erinnert außerdem daran, dass sich in anderen Stadtteilen die Vereine ebenfalls bei Investitionen in Hallen und Plätze engagiert haben. Dem TV Wallau sichert er personelle Unterstützung zu, sollte er Bauherr der neuen Halle werden. Der Interessengemeinschaft reicht das nicht aus – sie ruft zur Kundgebung für kommenden Samstag, 19. Januar, 11.55 Uhr vor dem Hofheimer Rathaus auf.

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