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Vielfalt feiern: Festwochenende zur 800-Jahrfeier lässt Vereine und Institutionen zur Hochform auflaufen

Von Etwas kleiner als die Sossenheimer Nachbarn, aber nicht minder begeisterungsfähig haben die Nieder am Wochenende ihre urkundliche Ersterwähnung vor 800 Jahren gefeiert.
Blaue T-Shirts und blaue Cocktails: Janina (links) und Saron mixen am Stand des NCC einen „Magic Blue Hugo“. Foto: Maik Reuß Blaue T-Shirts und blaue Cocktails: Janina (links) und Saron mixen am Stand des NCC einen „Magic Blue Hugo“.
Nied. 

Christopher Koschinksi steht an prall mit Luft gefüllten Bande des Menschenkickers und hält Mikro und einen Ball in der Hand. „Jetzt spielen Puma gegen Alemannia Nied“, kündigt er an. „Frankfurt Best“ oder „FC Bruder“, zwei weitere Teams, haben Pause. Jeweils fünf Kids stecken die Hände in die Schlaufen der Querstangen, nehmen Koschinski ins Visier. Der wirft den Ball ein, und das Spiel tobt los: Im „Menschenkicker“ stehen die Jungs, sie sind lebendige Kickermännchen. Beim Stadtteilfest des Nieder Vereinsrings ging es zwar nicht um Pokale, doch war das Engagement deswegen nicht minder groß.

Hymne „Nieder Kind“

Auf dem Gelände der Panoramaschule an der Werner-Bockelmann-Schule ist am Wochenende gefeiert worden: Gestern ein Frühschoppen mit dem Hessischen Landespolizeiorchester und dem Gitarrenduo „Frankfurter Zweierlei“und dessen Hymne „Nieder Kind“, am Samstag mit dem Stadtteilfest des Vereinsrings, das üblicherweise auf dem Hof der Niddaschule stattfindet. Dass es diesmal auf dem Gelände der Panoramaschule gefeiert wurde, hängt auch damit zusammen, dass die Schule auf dem Terrain steht, um das es in der 800 Jahre alten mittelalterlichen Urkunde geht, in der Nied und auch Sossenheim erstmals erwähnt wurden und so dem Dunkel der Geschichte entstiegen.

Anpfiff: Die kleinen „Menschenkicker“ warten ungeduldig darauf, dass Christopher Koschinksi endlich den Ball ins Spielfeld wirft. Bild-Zoom Foto: Maik Reuß
Anpfiff: Die kleinen „Menschenkicker“ warten ungeduldig darauf, dass Christopher Koschinksi endlich den Ball ins Spielfeld wirft.

Den Kindern im „Menschen-Kicker“ ist das egal – sie haben Spaß. „Das Turnier ist ein voller Erfolg“, freut sich Koschinski. Der 21-Jährige, dessen Vater Thomas früher Prediger der Stadtmission Nied war, hatte die Idee zu der Attraktion – und fand die Alemannia als Partner. Über den Vereinsring wurde das Projekt beim Spendenkonzept von Infraserv eingereicht, und so gab es das nötige Geld dazu. „Wir überlegen, das in Zukunft mit der Alemannia vielleicht regelmäßig anzubieten“, sagt Koschinski.

Begegnungen schaffen

Andreas Welcher, Vorstandsmitglied des Vereinsrings Nied, fasst es zusammen: „Es geht darum, dass alle Spaß haben und dass wir die Menschen zusammenbringen.“ Beim Menschen-Kicker sind unterschiedliche Nationalitäten und Altersstufen vereint, auf dem hinteren Hof der Schule eint die Band „Was’n“ viele Musikgeschmäcker. Als sie beginnt, ist das Kinderfest im vorderen Abschnitt nahezu zu Ende. Die Stadtmission, die Kita Kunterbunt, der Vereinsring, die freiwillige Feuerwehr, die CDU und die Projektgruppe „Kind in Nied“ hatten sich um die Jüngeren gekümmert, während hinterm Haus gegrillt, gezapft und gespeist wurde. „Wir haben mehr Vereine dabei als üblicherweise“, freut sich Welcher. Die Lions, der ASB, die Panoramaschule mit ihrem Förderverein, SPD, Westkunst Nied, der Heimat- und Geschichtsverein, die SG, der Tierschutzverein – überall war etwas los. Die „Fränki-Elf“ verkaufte schon Karten für ihre wohl letzte „Beat comes to Nied“-Party am Samstag, 24. November, der Geschichtsverein hatte seine zum Stadtteiljubiläum veröffentlichte Nied-Karte mit 28 herausragenden Landmarken in einer kleineren Größe aufgelegt und verkaufte sie für kleines Geld: „Damit der Nachwuchs auch weiß, was es in Nied alles gibt“, sagte Wolfgang Lampe, der Vorsitzende der Lokalhistoriker.

Auch die Band „Was’n“ sorgte für famose Stimmung beim großen Sommerfest der Vereine. Bild-Zoom Foto: Maik Reuß
Auch die Band „Was’n“ sorgte für famose Stimmung beim großen Sommerfest der Vereine.

Der NCC betrieb mit rund 40 Helfern den mit 15 Metern Länge größten Stand des Fests. Ihre Tänzerinnen von den „Speedys“, den „Sweet Diamonds“ und den „Little Diamonds“ sowie die Solistinnen Lara, Chantal und Nina waren zuvor auf der Bühne aufgetreten, wie auch die Judoka, die Karateka und Kickboxer der SG Nied, der Männergesangverein oder der neue italienische Verein Famiglie Associate Italiane Multiculturale (FAIM). Gerade die Auftritte der NCC-Mädchen hatten viele begeistert: „Es gibt wieder Fünfjährige, die ein Rad schlagen können. Das ist nicht mehr selbstverständlich“, lobte ein Zuschauer die Arbeit der Trainerinnen.

Eine Modenschau und Führungen durch die Panoramaschule rundeten das Programm ab. Während Janina und Saron in blauen T-Shirts am Stand des NCC Himbeerbowle und „Magic Blue Hugo“ servierten, bereitete sich die Feuerwehr für einen weiteren Höhepunkt vor: Anstelle eines Feuerwerks gab es zur Nieder 800-Jahr-Feier eine große Wasser-Choreografie auf dem Schulhof. Da waren die letzten mit Helium gefüllten Ballons schon hinterm östlichen Horizont verschwunden. An ihnen hingen Zettel mit dem Satz „Luftige Grüße von der 800-Jahr-Feier.“

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