Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 24°C

Feuerwehrleute setzen ein Zeichen

Von Die Stadt Bad Soden packt den Neubau der Wache an der Königsteiner Straße an. Das haben die Parlamentarier mit breiter Mehrheit entschieden. Nur die FDP ist skeptisch, weil sie „belastbare Zahlen“ vermisst. Sie blieb am Mittwochabend allein auf weiter Flur mit dieser Einschätzung.
Weiße Hemden, darüber Krawatten – uniformiert zeigten die Sodener Feuerwehrleute in der Stadtverordnetenversammlung Flagge. Weiße Hemden, darüber Krawatten – uniformiert zeigten die Sodener Feuerwehrleute in der Stadtverordnetenversammlung Flagge.
Bad Soden. 

Die Bad Sodener Feuerwehr setzte in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend ein deutliches Zeichen: 20 Mann stark, flott gekleidet in weiße Hemden mit Krawatte saßen im Publikum und verfolgten aufmerksam die Debatte über den Kauf des Süwag-Geländes und die Absicht der Stadt, auf dem Grundstück Königsteiner Straße 28-32 den Bau der neuen Feuerwache zu realisieren. Damit würden die bisherigen Planungen für den derzeitigen Standort an der Hunsrückstraße angegliedert an den Bauhof der Vergangenheit angehören.

Alternative ist teurer

Vor vier Wochen hatte die Verwaltung den Stadtverordneten eine vergleichende Rechnung aufgemacht, dass die Entwicklung zum baureifen Grundstück für die Feuerwache an der Hunsrückstraße die Stadt rund 7,5 Millionen Euro kosten würde, während sich die Vorbereitungen des Bauprojektes an der Königsteiner Straße auf nur 6 Millionen Euro summierten. Die Kaufsumme des Süwag-Grundstücks beträgt zwar 6,2 Millionen Euro, aber der Verkauf einer Fläche von 2000 Quadratmetern an der Sulzbacher Straße bringt rund eine Million ein. Noch nicht kalkuliert sind die Kosten für den Neubau der Feuerwache (wir berichteten).

„Keine Blockade“

Über den Erwerb des 16 200 Quadratmeter großen Grundstücks von der Süwag für 6,2 Millionen Euro waren sich die Stadtverordneten am Mittwoch grundsätzlich einig. Die Diskussion entzündete sich an der Grundsatzentscheidung, dass gleichzeitig der Magistrat beauftragt werden soll, die Planungen für die neue Feuerwache auf dem Areal zu veranlassen. Die Liberalen wollten getrennt über die beiden Punkte abstimmen und brachten einen Änderungsantrag ein: Grundstückskauf – ja, aber keine Festlegung auf die Nutzung des Areals zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Doch der Antrag fand keine Mehrheit. Als Konsequenz enthielten sich die vier FDP-Stadtverordneten bei der Beschlussfassung. Das übrige Parlament gab grünes Licht.

„Wir wollten nicht blockieren und sind per se nicht gegen die Feuerwehr“, erklärt FDP-Fraktionschefin Bettina Stark-Watzinger auf Anfrage des Kreisblatts, „doch wir sollten in Ruhe überlegen, wo die Feuerwehr hinkommt und an welchem Standort wir sozialen Wohnungsbau wollen“. Die Vorlage beinhalte keine belastbaren Zahlen und es seien keine Folgekosten genannt. Bei einer geschätzten Investition von 12 Millionen Euro, die komplett über Kredite finanziert werden müsse, und dem Schuldenstand der Stadt von 36 Millionen und weiteren 10 Millionen der Stadtwerke, halte sie die Entscheidung für falsch. Anhand von „Daumenschätzungen“ könne man keine soliden Entscheidungen treffen, kritisiert Stark-Watzinger.

Vor der Abstimmung hatte Gerd Elzenheimer (SPD), der jahrelang an der Spitze der Neuenhainer Feuerwehr stand, im Parlament noch einmal an die Stadtverordneten appelliert. Seit Jahren sei bekannt, dass an dem Standort, wo die Bad Sodener Feuerwehr seit 40 Jahren untergebracht ist, etwas passieren müsse. „Wir wissen, dass der Neubau das größte Investitionsprojekt der nächsten Jahre ist.“ Der Standort an der Königsteiner Straße biete im Gegensatz zur jetzigen Hinterhof-Lage in der Hunsrückstraße eine bessere Verkehrsanbindung, kürzere Ausrückzeiten und damit eine höhere Sicherheit für die Bürger und die Stadt. Hinzu komme, dass es schwierig sei, eine Feuerwehr im Bestand zu bauen. „Eine Feuerwehr muss immer funktionsfähig sein“, betonte Elzenheimer.

Wenig Platz für Gewerbe

Zu der Frage, dass die Stadt auf dem Süwag-Gelände ja eigentlich Gewerbe ansiedeln wollte, erklärte Frank Blasch (CDU), dass die Feuerwache nicht das gesamte Areal benötige; ein kleiner Teil stehe für eine weitere Nutzung – wie Gewerbe – zur Verfügung. Wenn die Stadt sich jetzt nicht für den Kauf entscheide, warnte Blasch, bestehe die Gefahr, nachdem die Süwag das Grundstück bisher nicht für eine Gewerbeansiedlung vermarkten konnte, dass es zum Spekulationsobjekt werde und über Jahre brach liege.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse