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Eschbornerin verurteilt: Folternde Ehefrau zündet Mann an: Sechs Jahre Haft

Von Unfassbare Szenen spielten sich zwischen der 49 Jahre alten Angeklagten und ihrem Ehemann ab, der durch einen Schlaganfall gehandicapt war. Höhepunkt dann vor einem Jahr, als sie dem Mann mit einem Messer 29 Stichverletzungen zufügte. Doch das reichte ihrer Grausamkeit nicht.
Die Statue Justitia. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justitia. Foto: Peter Steffen/Archiv
Eschborn. 

Sechs Jahre und neun Monate Haft wegen versuchten Mordes. So endete gestern vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess gegen eine 49 Jahre alte Frau, die ihren Lebensgefährten in einem Eschborner Haus gefoltert und gequält hatte – nachdem er sie erst selbst mit Beleidigungen und Misshandlungen überzogen hatte.

Tägliche Streitereien

Zwischen den beiden Lebenspartnern kam es praktisch täglich zu lautstarken Eskapaden und körperlichen Auseinandersetzungen – nachdem der Mann aber durch einen Schlaganfall gehandicapt war, beließ er es meistens bei üblen Schimpftiraden, die in der Frau allerdings mehr und mehr Aggressionen hochkommen ließen. Im Juli vergangenen Jahres äußerte sich dies mit einem 1,5 Zentimeter tiefen Stich in den Hals des Mannes, der dadurch schwer verletzt wurde. Doch die Stimmung zwischen den Beiden wurde nicht besser. Insbesondere, wenn Drogen und Alkohol im Spiel waren, gab es schnell ein grobes Wort, und es flogen im Anschluss die Fetzen. Mehrere Mitbewohner des Hauses klagten im Zeugenstand der Schwurgerichtskammer ihr Leid. Das Leben in dem Gebäude ließ sich ob der problematischen Mieter wohl nur mit Ohrstöpseln ertragen.

Vor gut einem Jahr dann der vorläufige Höhepunkt der Gewalt. Die Frau nahm ein Küchenmesser und fügte dem Lebensgefährten insgesamt 29 Stichverletzungen am ganzen Körper zu. Und nicht nur das: Sie griff nach einer Farbsprühdose, zündete die Farbe an und sprühte sie ihm gegen den nackten Körper. Brandverletzungen zweiten und dritten Grades waren die Folge und eine Not-OP im Krankenhaus, bei der das Opfer in letzter Sekunde gerettet werden konnte.

Während die Messerstiche als eine Art Affekttat zu sehen waren, ordneten Gericht und Staatsanwaltschaft die Aktion mit der Spraydose als „besonders grausam“ und damit als Mordmerkmal ein. Keinen Glauben schenkten die Richter der Aussage der Angeklagten, sie habe den Körper des Lebensgefährten lediglich mit dem Schriftzug „Du Sau“ besprühen wollen. Die Aktion mit der Sprühdose sei genauso vom Tötungswillen der Angeklagten getragen gewesen wie die vorausgegangene Messerattacke.

Suchtproblelme

Ihre Suchtproblematik sowie das vorausgegangene Verhalten des Mannes aber führten zu einer Einschränkung der Schuldfähigkeit und damit zu einem erheblichen Strafrabatt. Gleichwohl lag das Gericht im Strafmaß noch über dem Antrag der Staatsanwaltschaft von sechs Jahren und drei Monaten. Die Verteidigung hatte sich in ihrem Schlussvortrag auf keine genaue Strafhöhe festgelegt.

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