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Erhebliche Qualitätsmängel festgestellt: Fraport entdeckt bei Routinekontrollen fehlerhafte Dachklammer-Arbeiten

Von Wenn das Programm beendet ist, sollen die Ziegel auf fast 3000 Dächern von Gebäuden in Flörsheim und Raunheim geklammert worden sein. Damit soll verhindert werden, dass die von Flugzeugen verursachten Wirbelschleppen die Dachziegel von den Dächern fallen lassen. Dieses Szenario hatte sich seit der Landebahn-Inbetriebnahme bereits 29 Mal in Flörsheim abgespielt.
Nicht alle Arbeiten an Hausdächern in Flörsheim, deren Ziegel geklammert wurden, sind fachmännisch einwandfrei ausgeführt worden. Foto: Hans Nietner (Hans Nietner) Nicht alle Arbeiten an Hausdächern in Flörsheim, deren Ziegel geklammert wurden, sind fachmännisch einwandfrei ausgeführt worden.
Flörsheim. 

Dachklammern sollen dafür sorgen, dass Ziegel nach dem Überflug von Flugzeugen, die in Richtung Nordwest-Landebahn auf dem Frankfurter Flughafen unterwegs sind, nicht von den Dächern fallen. In Flörsheim haben Wirbelschleppen, die von tief fliegenden Flugzeugen verursacht werden, zahlreiche Hausdächer und Überdachungen an Hauseingängen oder Hofeinfahrten beschädigt. Die Fraport AG reagierte auf die Bedrohung mit einem Dachsicherungsprogramm. Die Anforderungen wurden in den Planergänzungsbeschlüssen der Jahre 2013 und 2014 festgelegt.

17 Firmen im Einsatz

Doch eine Dachklammerung, wie sie als Lösung empfohlen wurde, ist anscheinend nicht gleich Dachklammerung. Einige Flörsheimer wundern sich seit Beginn des Jahres über Anrufe des Flughafenbetreibers. Die Fraport möchte nämlich Dächer, deren Ziegel bereits vor einiger Zeit mit Klammern gesichert wurden, überprüfen. Anscheinend führten nicht alle Mitarbeiter der beteiligten Dachdeckerbetriebe die Maßnahme mit der erforderlichen Sorgfalt durch, heißt es vonseiten des Flughafenbetreibers. Fraport-Sprecher Dieter Hulick erläutert, dass 17 Firmen mit etwa 30 Arbeitskolonnen an den Dachsicherungsarbeiten beteiligt waren und sind. Bei „einigen wenigen“ Dächern seien nun Qualitätsmängel festgestellt worden, räumt der Flughafen-Sprecher ein. Die notwendigen Klammern seien nicht so angebracht worden, wie es dem Qualitätsanspruch der Fraport entspreche. Bei den mangelhaft geklammerten Dächern handele es sich um eine Zahl im unteren zweistelligen Bereich.

Terminabsprachen

Die Fehler seien im Rahmen von Routinekontrollen aufgefallen, so Dieter Hulick. Dabei habe man festgestellt, dass es Dachdecker-Kolonnen gab, die nicht mit dem gewünschten Qualitätsanspruch arbeiteten. Jetzt schaue der Flughafenbetreiber, wo diese Handwerker noch überall im Einsatz waren und nehme Kontakt zu den Hauseigentümern auf.

Die Frage, ob die fehlerhaft arbeitenden Kolonnen ausgetauscht werden, konnte der Pressesprecher nicht beantworten. Es werde aber mit Sicherheit noch mal Gespräche mit den betroffenen Firmen geben. Grundsätzlich sei es so, dass es nach jeder Dachklammerung eine Kontrolle durch Fraport-Dachdecker oder vereidigte Gutachter gebe, sagt Hulick. Die momentan verabredeten Prüfungen seien zusätzlich geplant.

Wer nun also einen Anruf der Fraport bekommt, obwohl sein Dach schon vor längerer Zeit geklammert wurde, der braucht sich nicht zu wundern. Der Flughafenbetreiber versuche, die Hauseigentümer telefonisch zu erreichen, weil Terminabsprachen so schneller zustande kommen als auf dem Schriftweg, erklärt der Pressesprecher. Solche Anrufe seien keine Betrugsversuche. Wenn die Prüfung tatsächlich Mängel aufzeige, erfolge die Abstimmung weiterer Maßnahmen schriftlich. Dieter Hulick betont jedoch, dass Hausbesitzern weder durch die erneute Qualitätsprüfung noch durch eventuelle weitere Sicherungsmaßnahmen Kosten entstehen. Nur wenn jemand anruft, der versucht, etwas zu verkaufen, solle man vorsichtig sein, rät der Flughafenmitarbeiter.

Bis zum 10. März sind 2997 Anträge auf Dachklammerungen bei der Fraport AG eingegangen. Davon wurden – laut Dieter Hulick – 2166 Aufträge bereits vollständig erfüllt. In 608 Fällen haben die zuständigen Firmen die notwendigen Vorarbeiten abgeschlossen. In weiteren 65 Fällen seien die Vorbereitungen zumindest im Gange, erläutert der Pressesprecher. Rund 6000 Gebäude liegen im Geltungsbereich des Dachsicherungsprogramms, das vor allem die stark von Überflügen betroffenen Gemeinden Flörsheim und Raunheim umfasst.

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