E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Fraport weist BfU-Vorwürfe zurück

Der offene Brief der Initiative an die Fraport habe nämlich "skandalisierende Vorwürfe" enthalten.
Für Flugzeuge ist das Zusammentreffen mit einem Vogelschwarm in der Luft eine gefährliche Begegnung. Foto: dpa Für Flugzeuge ist das Zusammentreffen mit einem Vogelschwarm in der Luft eine gefährliche Begegnung. Foto: dpa
Eddersheim. 

Probleme mit Vögeln gibt es bei der neuen Landebahn seit deren Eröffnung in kurzen Abständen, glaubt man der Darstellung der Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim (BfU). Neu aus Sicht der Umweltschützer, die dieses Geschehen aufmerksam verfolgen, ist aber, dass der Flughafenbetreiber Fraport sich bei den jüngsten Vorfällen auskunftsfreudig zeigte. Die BfU begrüßt das zwar, stellt aber fest, dass die Fraport offenbar bemüht sei, das Vogelschlagwarnsystem Mivotherm aus der Schusslinie der Kritik zu nehmen.

Anlass der jüngsten BfU-Erklärung ist die Störung des Flugbetriebes am Morgen des 19. Juni (das Kreisblatt berichtete). Kurz vor 7 Uhr seien mehrere Vögel ins Triebwerk einer aus Kanada kommenden Maschine geraten. Trotzdem landete wenig später ein Lufthansa-Flugzeug auf der gleichen Bahn, obwohl die nach solchen Vorfällen zunächst gesperrt und abgesucht werden soll. Erst die nachfolgende Maschine startete durch, ein weiteres Flugzeug drehte ab.

"Warnsystem warnt nicht"

Die Kollision mit den Vögeln habe sich außerhalb des Bereichs der Mivotherm-Überwachungsanlage ereignet, zitiert die BfU die Deutsche Flugsicherung (DSF). Die Fraport sei offensichtlich bemüht, jeden Verdacht einer Fehlfunktion dieser Anlage zu zerstreuen, erklärt der BfU-Vorstand. Der geht davon aus, dass die Warnung absichtlich unterblieb. "Ein Vogelschlag-Warnsystem, welches die Piloten aus technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen ganz bewusst nicht warnt, gefährdet Anwohner, Passagiere und Besatzungen", heißt es. Der Ruf eines einstmals sicheren Flughafens werde dadurch nachhaltig geschädigt.

"Innerhalb 40 Minuten"

In einem offenen Brief an Fraport-Chef Stefan Schulte wirft die BfU dem Unternehmen vor, das Vogelschlagrisiko nicht ernst genommen zu haben. In dem Schreiben an den Vorstandschef heißt es unter anderem, dass die BfU den Bericht in einer Tageszeitung am Freitag, 29. Juni, über "eine ungeheuerliche Vogelschlagserie innerhalb von nur 40 Minuten" bei Starts- und Landungen auf dem Frankfurter Flughafen am Donnerstag, 28. Juni, gelesen habe. Weiter heißt es in dem offenen Brief an den Fraport-Chef: "Wir bitten um vorstandsseitige Bestätigung des Vorfalles und Mitteilung der drei Flugnummern, sowie um Stellungnahme zum Hergang. Wir halten es für außerordentlich bemerkenswert, dass die beiden Starts trotz der stattgefundenen Vogelschläge fortgesetzt wurden, ohne dass über Art und Umfang eventueller Schäden Klarheit bestand. Wir nehmen seit einer Woche einen ungewöhnlichen Politikwechsel Ihres Hauses in Sachen Vogelschlaginformation wahr." Unterzeichnet ist das Schreiben von Werner Schuster, BfU-Vorsitzender, sowie BfU-Pressesprecher Frank Wolf.

Auf der nächsten Seite: "Keine Zunahme"

Das Antwortschreiben der Fraport AG, das von Jürgen Unternehmenssprecher Harrer unterzeichnet ist, fällt knapp und klar aus. Unter anderem heißt es darin: "Ihre skandalisierenden Vorwürfe einer ,ungeheuerlichen‘ Vogelschlagserie weisen wir nachdrücklich zurück. Vogelschläge hat es im Luftverkehr immer schon gegeben und wird es auch immer geben, dies gilt für Frankfurt genauso wie weltweit im Luftverkehr und auf Flughäfen.

Dabei unternehmen Flughäfen große Anstrengungen, die Anzahl der Vogelschläge so gering wie möglich zu halten. Jährliche Vogelschlagberichte mit ausführlichen Statistiken können per Antrag auf Akteneinsicht beim Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung eingesehen werden. Sie können hieraus ersehen, dass wir zum Beispiel in den Jahren 2009 und 2010 jeweils etwa 100 Vogelschläge am Frankfurter Flughafen hatten. Gleichwohl sind alle Flugzeuge sicher gelandet und gestartet."

Weiter erklärt die Fraport: "Auch seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn gibt es keine Erkenntnisse, dass Vogelschläge generell oder auf einzelnen Bahnen deutlich zugenommen hätten, also auch nicht auf der neuen Landebahn. Angesichts dieser Fakten, die Sie augenscheinlich nicht zur Kenntnis nehmen wollen, bitten wir um Verständnis, dass wir die weitere Korrespondenz mit der BfU Eddersheim zu diesem Thema für nicht fruchtbar erachten." bt/meh

(bt,meh)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen