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Einsätze: Freiwillige Feuerwehr: So heftig war der September lange nicht

Von 47 Einsätze hatte die Hattersheimer Feuerwehr im vergangenen Monat. Das sind doppelt so viele wie üblich - das darf nicht zum Dauerzustand werden.
Auch der Oktober begann für die Feuerwehrleute turbulent: Am 3. Oktober wurden sie um 23.57 Uhr zum Unfall an die Kreuzung Hessendamm/Frankfurter Straße gerufen... Auch der Oktober begann für die Feuerwehrleute turbulent: Am 3. Oktober wurden sie um 23.57 Uhr zum Unfall an die Kreuzung Hessendamm/Frankfurter Straße gerufen...
Hattersheim. 

Wiederholt ist die Feuerwehr im September ausgerückt, weil in irgendwelchen Wohnungen die Rauchmelder Alarm gaben, kein Bewohner zu Hause war und die Nachbarn, wie es auch richtig ist, die Notrufnummer 112 anriefen. Das hat damit zu tun, dass der eine oder andere Rauchmelder am Ende seiner Lebenszeit angekommen ist und Alarm gibt. Für die Feuerwehr ist das keine große Sache – man stell fest, dass es sich um einen Fehlalarm handelt und bringt das Löschfahrzeug wieder zum Gerätehaus zurück.

Aus dem Bett springen

Trotzdem werden auch bei einem solchen Alarm die Feuerwehrleute gerufen, müssen den Arbeitsplatz verlassen oder aus dem Bett springen. Insgesamt summiert sich das. 47 Einsätze gab es im vergangenen Monat – nach den Worten von Stadtbrandinspektor David Tisold sind es sonst zumeist etwa 20. Schwankungen gibt es immer, aber einen so heftigen Monat hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben.

... und um 3.57 Uhr am 4. Oktober wurden die Wehrleute wegen des Brandes von sechs Gartenhütten in der Kleingartenanlage alarmiert. Bild-Zoom
... und um 3.57 Uhr am 4. Oktober wurden die Wehrleute wegen des Brandes von sechs Gartenhütten in der Kleingartenanlage alarmiert.

„Und es waren auch große Sachen dabei“, so Tisold. Er erinnert an den Brand von drei Reihenhäusern „Im Lerchenfeld“ am Monatsanfang. Dazu kam noch ein Wohnungsbrand in einem Hochhaus, mehrfach standen Gartenhüten in Flammen, einmal kokelte es an einer Müllpresse am Globus-Markt, einmal in einem Abbruchhaus. Ausrücken musste die Feuerwehr auch, weil unangemeldet Gartenabfälle verbrannt wurden. Ein Grund für die Häufung ist übrigens nicht zu erkennen – nur in drei Fällen ist von Brandstiftung auszugehen.

Zu dem Aufwand beim Einsatz selbst kommt, dass Fahrzeuge und Geräte anschließend wieder einsatzfähig gemacht werden müssen. Da sind Schläuche zu säubern und Fahrzeuge zu betanken, die Einsatzkleidung muss zum Reinigen gebracht werden. Eine dreiviertel Stunde dauert es, ein Atemschutzgerät wieder einsatzfähig zu machen, und es gab Einsätze, da wurden 25 bis 30 Stück gebraucht.

„Das muss alles schnell gemacht werden“, sagt Tisold. Denn man weiß ja nie, wann der nächste Einsatz kommt. Zwar beschäftigt die Stadt zwei hauptamtliche Gerätewarte für die Feuerwehr, aber die kamen im September gar nicht nach. Also mussten wieder die Ehrenamtlichen mithelfen.

Die klagen darüber in der Regel nicht, auch wenn es nicht schön ist, das Abendessen in der Familie oder das Training im Sportverein abbrechen zu müssen. Das größere Problem aber ist, wenn die Feuerwehrkameraden am Arbeitsplatz alarmiert werden. Da hilft es nicht viel, dass die Firmen ihre Mitarbeiter gehen lassen müssen, und es ist auch noch nicht alles gewonnen, wenn die Firmenchefs das Engagement gerne sehen.

„Schon wieder“

Denn direkt betroffen sind die Kollegen, die die Arbeit mit erledigen müssen, oder die Abteilungsleiter, die Abläufe umorganisieren müssen. Tisold weiß das und fragt nach eigenem Bekunden unter den Feuerwehrkameraden schon mal nach, ob es Stress im Betrieb gibt. Der ganz große Ärger ist bislang ausgeblieben, zumindest ist nichts davon bis zu ihm vorgedrungen. Aber es fällt schon einmal eine spitze Bemerkung oder ein leichtfertiges „schon wieder“. Nicht jeder schüttelt das einfach so ab.

Gegen Monatsende habe sich die große Belastung schon bemerkbar gemacht, sagt Tisold. Es wird niemand gezwungen und niemand überwacht, es handelt sich um eine Freiwillige Feuerwehr. Und so habe der eine oder andere gelegentlich entschieden, nicht schon wieder zum Einsatz zu fahren. Gut vorstellbar ist eine solche Reaktion vor allem, wenn es schon die dritte Alarmierung am Tag ist – und das kam durchaus vor.

Zu Problemen hat das nicht geführt, betont Tisold. 150 Aktive zählt die Wehr, damit ist er ganz zufrieden. Aber es sind auch nicht so viele, dass man wechselweise Pausen verabreden könnte. Er muss daher darauf setzen, dass sich die Situation wieder normalisiert. Und natürlich würde sich Tisold freuen, wenn sich noch mehr dazu entscheiden könnten, sich der Feuerwehr anzuschließen. Das geht auch noch im Alter zwischen 35 und 40 Jahren – Einsatzkräfte, die etwas mehr Lebenserfahrung haben und eher die Ruhe behalten, kann die Wehr auch gut gebrauchen.

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