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Friedhof Okriftel: Grundwasser zu hoch

Viel sparen lässt sich für die Stadt bei den Friedhöfen nicht. Auch neue Beisetzungsarten sind nicht günstiger.
In Okriftel wird es wegen des hohen Grundwasserstandes keine Sargbestattungen mehr geben. Foto: Nietner In Okriftel wird es wegen des hohen Grundwasserstandes keine Sargbestattungen mehr geben. Foto: Nietner
Hattersheim. 

Eigentlich ist es schon von der Rechtslage her klar, dass die Stadt Hattersheim bei den Friedhöfen nicht viel sparen kann. Denn gesetzlich vorgegeben ist, dass die Stadt mit den Gebühren keine Gewinne erwirtschaften darf, dass diese aber zu einem ganz großen Teil die Kosten abdecken sollen. Nur ein kleiner Teil der Ausgabe dürfen und sollen durch allgemeine Steuermittel gedeckt werden, weil die Friedhöfe auch eine Funktion als öffentliche Grünanlage haben.

Und genau so wird es in Hattersheim gehandhabt: 550 300 Euro kosten die Friedhöfe jährlich, davon muss die Stadt aber nur 24 700 Euro bezahlen. Das ist ein Kostendeckungsgrad von 95,5 Prozent – viel mehr geht nicht. Die Stadt kalkuliert dabei mit 200 Todesfällen pro Jahr. Das ist traurig, aus betriebswirtschaftlicher Sicht aber nun einmal notwendig. Bei den Ausgaben sind die Investitionen von etwa 80 000 Euro in diesem Jahr nicht eingerechnet – dafür aber rund 50 000 Euro Abschreibungen auf frühere Investitionen.

Größere Einsparungen würden also dazu führen, dass die Gebühren gesenkt werden müssten. Dazu kommt es aber nicht, wie aus einem Bericht des Magistrats zur Zukunft der Friedhöfe hervorgeht. Denn der größte Teil der Kosten entsteht durch Unterhaltung und Betrieb der Friedhofe und der Gebäude.

Verringern ließen sich diese Kosten wohl nur, wenn man auf einen oder zwei der drei Stadtteilfriedhöfe verzichten würde, aber diese Forderung hat zumindest öffentlich noch niemand erhoben. Ausgeschlossen ist das nicht – in Eppstein hat die örtliche FDP genau diese Debatte eröffnet. Umgekehrt wurde in Kelkheim schon darüber diskutiert, stillgelegte Friedhöfe zu reaktivieren.

Auch die Einführung neuer Beisetzungsarten führt nach Aussage des Magistrats nicht zu Einsparungen. Vor allem sogenannte Baumgräber werden erwähnt, dabei wird die Asche in Gefäßen, die selbst verrotten, an Baumwurzeln beigesetzt. Wie es aber heißt, ist die Herstellung eines solchen Grabstätte auch nicht preiswerter als die eines Grabes für einen Sarg oder eine Urne.

Auch muslimisch

Die Stadt führt neue Bestattungsformen daher ein, um auf die geänderte Nachfrage zu reagieren, nicht um Kosten zu sparen. Wie aus dem Magistratsbericht hervorgeht, gibt es derzeit Reihengräber, Wahlgräber, Tiefgräber, Rasenreihengräber und anonyme Grabstätten, alles sowohl für Urnen- wie auch für Sargbestattungen. Auf allen drei Friedhöfen können auch Urnenkammern genutzt werden.

Der Magistrat weist noch darauf hin, dass in Hattersheim im Jahre 2002 ein Feld für muslimische Beisetzungen eingerichtet wurde, außerdem im Jahre 2002 ein Gedenkfeld mit Beisetzungsmöglichkeiten für Totgeburten. Aschestreufelder seien in Hessen nicht gestattet – die Stadtverordneten hatten sich in einer Anfrage im vergangenen Jahr danach erkundigt.

Eine Veränderung zeichnet sich für den Okrifteler Friedhof ab. Dort dürfen wegen des hohen Grundwasserstandes keine Sargbestattungen mehr stattfinden. Der Magistrat möchte daher noch in diesem Jahr einen Gestaltungs- und Belegungsplan für Baumgräber mit Urnen vorlegen.bt

(Manfred Becht)
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