Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

„Blind Foundation“ ist mit blinden Musikern ein neuer Akzent im Kulturkreis-Programm: Gelebte Inklusion auf der Bühne

Der Verein dreht auch an großen Rädern – unter anderem fürs Stadtjubiläum 2018.
Vertrautes Zusammenspiel: Zwei der vier Musiker der Band „Blind Foundation“ sind blind. Sie kommt am 25. August nach Eppstein. Bilder > Vertrautes Zusammenspiel: Zwei der vier Musiker der Band „Blind Foundation“ sind blind. Sie kommt am 25. August nach Eppstein.

Vorsitzender Horst Winterer und der Kulturkreis Eppstein (KKE) sind immer für eine Überraschung gut: Mal bieten sie Lesungen in einem Handwerksbetrieb an, dann Konzerte im Autohaus. Nun hat sich das Team im neuen Programm, das jetzt an die Haushalte verteilt wird sowie an öffentlichen Stellen ausliegt, wieder etwas Besonderes einfallen lassen: Unter dem Titel „Musik und Gebärdensprache sind Magie“ gibt es am Freitag, 25. August, 19.30 Uhr, in der Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule ein Konzert mit der Jazzband „Blind Foundation“. Zwei der vier Musiker sind blind.

Mit Dolmetscherin

Die Gruppe war schon im Kreis unterwegs, unter anderem gestern in Eschborn. Doch der Kulturkreis setzt ein i-Tüpfelchen drauf: „Blind Foundation“ wird auf der Bühne von der Gebärdensprachdolmetscherin Laura Schwengber begleitet. Sie gibt einen praktischen Einblick in die Sprachform, übersetzt Musik in Gebärdensprache. Sie reist von Berlin an und baut in ganz Deutschland Brücken zwischen tauben und hörenden Menschen.

Auch der Kulturkreis und die Band sprechen bei diesem Projekt von „gelebter Inklusion“. Als Manfred Sturm aus dem Fachbereich Musik die Gruppe in Wiesbaden erlebte, war er sofort Feuer und Flamme und steckte den Vorstand an. Doch ganz günstig ist so ein Projekt laut Winterer nicht. Der Vorsitzende erinnerte sich daran, dass Schüler in Hessen ab 2018 das Wahlfach Gebärdensprache wählen dürfen. Das hatte der Landtag Anfang des Jahres beschlossen. Also klopfte er bei der Eppsteiner Stein-Schule, deren Förderverein, im Kultusministerium sowie beim Schuldezernenten des Kreises um Unterstützung an. Das fiel auf fruchtbaren Boden, inzwischen sind alle weiterführenden Schulen des Kreises angeschrieben. „Wir haben ein Mordsrad gedreht“, weiß Winterer, der mit dem Konzert „Verständnis wecken“ möchte und auf eine gute Resonanz hofft. Der Verein bittet um Anmeldungen unter blindfoundation@kk-eppstein.de . Der Eintritt kostet 12, für KKE-Mitglieder 10 und Schüler 5 Euro.

Günther Maria Halmer und Co. in der Burgstadt-Lesereihe

Als Sohn eines strengen Vaters wurde er zum Widerborstigen, der überall rausflog: aus dem Gymnasium, dem Militär, der Hotelfachschule. Heuchelei und Anpassung waren ihm immer fremd.

clearing

Das Kulturkreis-Programm im Herbst hat aber weit mehr zu bieten. Allen voran erneut die Reihe „Autoren lesen in Eppstein“ (siehe Text rechts). Dem KKE angegliedert ist der mittelalterliche Chor Madrigale, der seinen zehnten Geburtstag am 19. September (17 Uhr, Pfarrscheune Ehlhalten) feiert. „Jazz im Autohaus“ gibt es am 24. September, 11 Uhr, mit der Band „Nid de Poule“ bei Gottron. Zwei besondere „Reisen“ stehen auf der Leinwand an: Mit dem Ehepaar Patricia und Klaus-Peter Geib geht es im Wohnmobil durch Sizilien (24. November, 19.30 Uhr, Rathaus I), mit Berthold Gruber in verschiedenen Eisenbahnen durch Kanada (9. Dezember, 18 Uhr, Dattenbachhalle).

Theater für Kinder

Für Kinder gibt es wieder eine Menge Theater: „Theater für Einzelgänger“ (20. August, 12 bis 15 Uhr, beim Spielefest in Ehlhalten), „Gute Nacht Gorilla“ (14. Oktober, 15.30 Uhr, Bürgersaal) und „Als der Briefträger den Weihnachtsmann traf“ (2. Dezember, 15.30 Uhr, Rathaus I). Und neben dem Auftritt der Sänger „Gregorian Voices“ aus Bulgarien (12. November, 18 Uhr) kündigt Winterer noch zwei Schmankerl im Programm an: Zum Jubiläumsjahr „700 Jahre Stadtrechte“ 2018 bringt der Verein das Buch „Eppsteiner Begegnungen“ mit Porträts von besonderen Bürgern an. Dazu soll es dieses Jahr schon eine Ausstellung mit den Bildern geben (8. bis 10. Dezember, Rathaus I). Das Buch ist fast fertig und soll 29,80 Euro kosten.

2018 wird der KKE wieder das Holzbildhauersymposium veranstalten. Nach einem personellen Umbruch in diesem Team aber in veränderter Form: Acht der in den vergangenen Jahren präsenten 45 Künstler werden vom 6. bis 13. Mai eingeladen – auf umfangreiche Ausschreibungen verzichtet der Verein. Die Zukunft ist hier offen.

Gut ist die Perspektive hingegen im Verein. Zwar ist die Mitgliederzahl mit 584 leicht rückläufig, dafür sieht es aber personell gut aus: Nadja Gneupel und Beate Gruber sind neue Erste und Zweite Schriftführerinnen, Berthold Gruber arbeitet im Fachbereich Führungen und Vorträge mit. Monika Eckes sowie Elisabeth Dittrich kümmern sich um die Kurse. Hier gibt es vor allem Bewährtes. Neu ist, dass der KKE Bridge etablieren möchte. Ein Treff wurde belebt, zudem gibt es einen Kurs für Anfänger.

Kontakt zum Kulturkreis

Detaillierte Informationen gibt es unter (0 61 98) 57 42 72 oder buero@kk-eppstein.de .

(wein)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse