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Zeugnisse aus vergangenen Tagen: Geschichtsverein Nied sucht Mitstreiter und Dokumente

Von Rund 9000 alte Fotografien und zahlreiche Dokumente hat die Archivgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins Nied in sechs Jahren gesammelt.
Hubertus Jung, Helga Hofmann und Norbert Jungwirth beraten sich beim Treffen der Archivgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins. Foto: Maik Reuß Hubertus Jung, Helga Hofmann und Norbert Jungwirth beraten sich beim Treffen der Archivgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins.
Nied. 

Zeitungsartikel, Fotografien und Dokumente – die Archivgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins Nied hat seit ihren Anfängen vor sechs Jahren so einiges zusammengetragen, das von der Vergangenheit des Stadtteils und seinen Familien erzählt. Nieder Historie aufarbeiten und für die Nachwelt bewahren, das ist die Aufgabe, die sich die Archivgruppe selbst gestellt hat – und der sie sich mit großer Leidenschaft widmet. Jeden Montag treffen sich die derzeit acht Mitglieder vormittags für zwei Stunden im Sonderausstellungsraum des Heimatmuseums in der Beunestraße 9 a, sichten Material und bearbeiten es.

Dieses Mal ist ein Gast zu Besuch. Rosemarie Shaw hat der Gruppe alte Familien-Dokumente und Fotografien zur Verfügung gestellt. Hierüber spricht sie mit Mitglied Norbert Traband. Auf den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind unter anderem ihre Großeltern abgebildet. „Das sind die Familien Schall und Brand“, erzählt Rosemarie Shaw. Sie ist eine echte Niederin und lebt in der Straße Alt-Nied 18. „Ich bin dort geboren und aufgewachsen. Das war früher mal ein Bauernhof“, erzählt sie.

Im Schreibtisch gefunden

Der Kontakt zur Archivgruppe sei über Heide-Rose Kastler zustande gekommen, ebenfalls Mitglied der Archivgruppe: „Sie kam auf mich zu und fragte, ob es noch alte Aufnahmen gibt, auf denen der Bauernhof zu sehen ist“, beschreibt Shaw die Situation. Sie konnte behilflich sein: „Nachdem meine Eltern verstorben sind, habe ich die Unterlagen und Fotos im Schreibtisch meines Vaters gefunden“, erzählt sie. „Ich weiß nicht, was mit den Dingen passiert, wenn ich einmal nicht mehr bin“, sagt sie. Deswegen möchte sie die Dokumente auch für die Arbeit der Archivgruppe zugänglich machen.

Deren Mitglieder freuen sich über jede historische Fotografie und jedes Dokument, mit dem sie wieder ein Stück Nieder Geschichte bewahren können. Adalbert Vollert, Gründer des Heimat- und Geschichtsvereins Nied und des Heimatmuseums, hat die Grundlagen für die Arbeit der Archivgruppe gelegt. Mehrere Wäschekörbe voll mit Fotografien, Ansichtskarten und Dokumenten zum Stadtteil hat er über Jahrzehnte hinweg zusammengetragen. Es ist der Grundstock des Archives.

Vollert greift nach einem alten Zeugnis aus dem Jahr 1892. Es ist das Abschluss-Zeugnis von Shaws Großvater Wilhelm Schall. Nach einem genauen Blick weiß der Kenner der Stadtteilgeschichte sofort, um den historischen Wert des Papiers. „Unterzeichnet ist es unter anderem von Carl Denzer. Der war lange Zeit Lehrer in Nied“, erzählt er. „Nach ihm ist heute Denzerstraße benannt.“

Für die Nachwelt erhalten

Die vielen Fotografien zu archivieren ist unter anderem Aufgabe von Norbert Jungwirth. Rund 9000 historische Abbildungen hat die Gruppe bereits gesammelt. Diese zuzuordnen ist oftmals eine große Herausforderung, auch weil viele Aufnahmen nicht beschriftet sind. Dass die Arbeit allen Beteiligten viel Spaß macht, ist ihnen anzumerken. Die Gruppe hofft, dass sie noch viele weitere historische Belege zur Nieder Geschichte für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt bekommen. Auch Mitstreiter, die sich aktiv beteiligen möchten, sind willkommen. Die Gruppe trifft sich immer montags von 10 bis 12 Uhr im Heimatmuseum, Beunestraße 9 a.

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